Tauschbörsen im Internet:
Biete Leguan, suche Notebook
21.02.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Mit dem «eigenständigen Wirtschaftssystem» Bambali wolle er den Nutzern die Chance bieten, sich «ein Stück weit von Zinsen und Sozialsystem unabhängig zu machen», erklärt Bambali-Initiator Tobias Sasse auf seiner Seite. Das Angebot ist vielfältig: Eine Nutzerin bietet ihre Dienste als Näherin an, ein anderes Bambali-Mitglied will ein kleines Quad-Fahrzeug loswerden und sucht stattdessen ein Auto. Auch Damenfahrrad, Pokertisch, Kinderbetreuung oder Arabischunterricht werden bei Bambali offeriert.
Vor allem Möbel, Haushaltsgegenstände, Kleidung und Computer werden bei Freecycle angeboten. Hin und wieder melden sich auch Gartenbesitzer, die mit ihrer Obsternte überfordert sind und einen Teil davon an Selbstabholer verschenken möchten.
Doch Freecycle dient nicht nur zum Verschenken: Die Community nimmt auch Wünsche entgegen. Babykleidung oder gebrauchte Fahrräder stehen weit oben auf der Wunschliste. In Deutschland gibt es rund 70 regionale Freecycle-Gruppen. Die dezentrale Struktur ist deshalb sinnvoll, weil die Ware nicht verschickt, sondern vom Empfänger abgeholt wird.
Mit Ihrem Angebot wollen die Berliner Betreiber von Alles-und-Umsonst, Uwe Friedrich und Stefan Zimmermann, «die Solidarität der Menschen untereinander fördern und dabei gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz leisten».
Die Wegwerfgesellschaft war beiden schon suspekt, als sie noch Kinder waren. «In unserer Kindheit haben wir jedes Mal, wenn Sperrmüll war, nach 'Schätzen' gestöbert. Bereits damals konnten wir nicht verstehen, warum viele Dinge, die noch völlig in Ordnung sind, einfach weggeworfen wurden», schreiben Friedrich und Zimmermann auf ihrer Seite.
Andere Benutzer können die Bücher dann bestellen und bekommen sie zugeschickt. Wer Bücher anbietet, erhält dafür Punkte, die wiederum gegen Bücher eingetauscht werden können. Neben Büchern können bei Tauschticket auch Musik- und Hörbuch-CDs, DVDs sowie Computer- und Konsolenspiele getauscht werden.
Ähnlich wie Tauschticket ist auch das in Berlin ansässige Leihnetzwerk für Menschen geschaffen, die zwar gerne Bücher lesen, diese aber nicht unbedingt behalten wollen. Wer sich dort anmeldet, kann im Buch- und außerdem im Video- und CD-Verzeichnis der anderen Nutzer stöbern und auch eigene Medien zum Verleih anbieten. Möchte jemand etwas leihen, wird es per Post verschickt und muss spätestens nach 30 Tagen wieder zurückgegeben werden.
Im Angebot sind Bücher wie «Oliver Twist» von Charles Dickens oder «Das Foucaultsche Pendel» von Umberto Eco sowie «Herr der Ringe» oder ein Trickfilm aus der «Wallace and Gromit»-Reihe auf DVD. Das Tauschsystem funktioniert auf Vertrauensbasis. Wer allerdings ein Buch beschädigt oder zu spät zurückschickt, kassiert eine schlechte Bewertung, so dass andere Nutzer gewarnt sind.

