Trotz Verwarnung: 

netzeitung.deHakenkreuze bei SchülerVZ

 Herausgeber: netzeitung.de

Nicht jede Veröffentlichung auf SchülerVZ war jugendfrei (Foto: nz screenshot<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nicht jede Veröffentlichung auf SchülerVZ war jugendfrei
Foto: nz screenshot
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

SchülerVZ hatte Besserung gelobt und seinen Jugendschutz verschärft. Dennoch waren in dem Online-Netzwerk für Jugendliche Nazi-Symbole und Adressen von Pornoseiten öffenlich sichtbar.

Erneut sind beim Online-Netzwerk SchülerVZ Nazi-Symbole sowie Hinweise auf Hardcore-Porno-Seiten aufgetaucht. Mitglieder haben ihre persönlichen Seiten mit Hakenkreuzen illustriert und dort fremdenfeindliche Äußerungen verbreitet, berichtete das Online-Magazin Stern.de. Zudem werden in Diskussionsforen von SchülerVZ, das sich explizit an Schüler ab zwölf Jahren richtet, Informationen und die entsprechenden Adressen von frei zugänglichen Hardcore-Porno-Seiten verbreitet.

Schon im Sommer 2007 hatte Stern.de rechtsradikale und pornographische Inhalte auf der nach Seitenabrufen zweitgrößten Webseite in Deutschland entdeckt. Daraufhin wurden die Betreiber von der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Anbieter (FSM) verwarnt. Die Maßnahmen zum Jugendschutz, wie etwa die Einrichtung von Filtern, reichen aber offenbar nicht aus. «Jugendgefährdende Inhalte sind weiterhin leicht zu finden», sagte Friedemann Schindler, der Leiter von Jugendschutz.net, der Internet-Kinderschutzinstitution der Bundesländer, zu Stern.de. Von einer erneuten Verwarnung sehe man ab, weil die Betreiber von SchülerVZ seit den Berichten von Stern.de die Aktivitäten für den Jugendschutz intensiviert hätten.

SchülerVZ: «Wir sind rege im Jugendschutz»
Die Betreiber von SchülerVZ wiesen Kritik zurück: «Wir sind sehr engagiert und rege im Jugendschutz und tun alles, was uns möglich ist», sagte Philippe Gröschel, Jugendschutzbeauftragter von SchülerVZ, zu Stern.de. SchülerVZ sei ein Abbild der Gesellschaft, weshalb auch dort Dinge geschehen, «die nicht im allgemeinen Interesse sind.»

SchülerVZ ist ein Ableger der Holtzbrinck-Tochter StudiVZ und wurde Anfang 2007 gegründet. Hinter dem Schwesterportal StudiVZ lag die Seite im Januar 2008 mit rund 5,8 Milliarden Seitenaufrufen auf Platz zwei unter mehr als 500 IVW-geprüften Online-Angeboten. (nz)