netzeitung.deMobilfunker protzen mit neuen Geräten

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Vorsicht, Klingelterror: Besucherin des Mobile World Congress (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Vorsicht, Klingelterror: Besucherin des Mobile World Congress
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Googles Android oder Microsofts Windows Mobile, Sony Ericsson oder Nokia - die High-Tech-Messe Mobile World Congress in Barcelona wartet mit allerlei Gegensätzen auf. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten.

Handyhersteller, Mobilfunkanbieter und Softwarefirmen haben auf dem Mobile World Congress in Barcelona eine Fülle von neuen Produkten und Diensten vorgestellt. Im Mittelpunkt der bis Donnerstag dauernden Konferenz stehen Angebote für das mobile Breitband. Kinderkrankheiten wie WAP sind überwunden - das Handy wird zu einem zentralen Gerät für den Internetzugang.

Entsprechend eifrig sind die großen Anbieter Google, Yahoo und Microsoft dabei, sich mit ihren Angeboten einen Platz auf den weltweit drei Milliarden Handys zu sichern - das sind drei Mal so viel Geräte, wie es Personalcomputer gibt. Mit besonderer Aufmerksamkeit halten die 50.000 Fachbesucher in Barcelona Ausschau nach neuen Hinweisen auf das Android-Projekt von Google.

Die ersten Geräte mit einem Handybetriebssystem von Google werden für die zweite Hälfte des Jahres erwartet, heißt es. Aber konkrete Partnerschaften gibt es bislang ebensowenig wie genauere Informationen über die Funktionen von Android. Bei der ersten Ankündigung Anfang November vorigen Jahres hatte Google mitgeteilt, dass man mit vier Handyherstellern zusammenarbeite: Motorola, Samsung, HTC und LG Electronics.

Android vs. Windows Mobile
Von diesen setzen Motorola und Samsung in einigen ihrer Smartphones auch das Betriebssystem Windows Mobile von Microsoft ein. «Software ist eine treibende Kraft für den Wandel, weil sie neue Dienste ermöglicht», sagte Microsoft-Manager John Starkweather.

Microsoft ist mit Windows Mobile durchaus erfolgreich und hat inzwischen Allianzen geschlossen, die vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen wären. So baut Nokia, das bislang ganz auf das Symbian-Projekt gesetzt hat, jetzt den Windows Media Player in einige seiner mobilen Geräte ein. Und Sony Ericsson bringt demnächst ebenfalls Windows-Handys auf den Markt, wie in Barcelona bekannt gegeben wurde.

Neue Werbeformen
Trotz Millionenausgaben für das Marketing werden kostenpflichtige Multimediadienste für das Handy bislang nur zögerlich angenommen. Deswegen wird auch bei den mobilen Internetdiensten verstärkt von einer Finanzierung durch Werbung gesprochen. Aufgrund der Standortkennung der Handys wird dabei sogar lokalisierte oder personalisierte Werbung möglich sein - mit allen Implikationen für den Schutz der Privatsphäre.

Typisch für die in Barcelona gezeigten Trends sind die neuen Angebote von Nokia. Der finnische Hersteller zeigte vier neue Geräte, darunter das Modell N96, das mit einem in der Diagonalen 7,1 Zentimeter großen Display besonders für Video und Fernsehen geeignet ist. «Indem wir das Internet immer stärker von den räumlichen Einschränkungen des Desktop-Computers befreien, schaffen wir völlig neue mobile Möglichkeiten», sagte Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo.

HSDPA
Drei der fünf von LG Electronics vorgestellten Handys beherrschen den UMTS-Turbo HSDPA - damit werden bis zu 3,6 Megabit in der Sekunde aufs Handy geschaufelt. Der Hersteller erhofft sich davon «den endgültigen Durchbruch zum mobilen Internet».

Allerdings ist es oft ein weiter Weg von der Ankündigung über die Markteinführung bis zum Umsatzerfolg. «Es ist eine Sache, mit einer Ankündigung herauszukommen», sagte in Barcelona der dänische Unternehmensberater John Strand. «Dann kommt die Auslieferung. Am Ende des Tages entscheidet der Verbraucher, wer der Gewinner und wer der Verlierer ist. Gewinnen wird, wer bei der Nutzung die beste Erfahrung zu bieten hat.» (Colleen Barry/AP)