netzeitung.deFinanzfahnder spüren Steuersünder im Web auf

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Bei Beamten wie Brokern gleich beliebt: Werbung für Xpider (Foto: Screenshot: nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bei Beamten wie Brokern gleich beliebt: Werbung für Xpider
Foto: Screenshot: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Was schon länger vermutet wurde, hat die Bundesregierung nun erstmals bestätigt: Finanzbeamte nutzen die lernfähige Suchmaschine Xpider, um Steuerhinterzieher im Netz zu ermitteln.

Die deutschen Finanzämter setzen bei der Suche nach Steuerhinterziehern auf den Seiten von Ebay und anderen Portalen auf eine lernfähige Suchmaschine. Mit Xpider recherchierten die Ämter täglich rund 100.000 Seiten, berichtete «FAZ.net» am Donnerstag unter Berufung auf Angaben der Bundesregierung.

Demnach handelt es sich bei Xpider um eine spezielle Software, die frei erhältlich sei und von einer Tochterfirma der Deutschen Börse AG für die Recherche von Finanzanalysten entwickelt wurde. Sie werde mittlerweile auch vom Bundeszentralamt für Steuern genutzt, um gewerbliche Händler im Internet, die ihre Umsätze nicht dem Finanzamt melden, aufzuspüren. Durchsucht würden dabei Ebay und andere Plattformen.

Nach Angaben von «FAZ.net» kann die Suchmaschine Internetseiten erkennen, «die auf unternehmerische Tätigkeit» schließen lassen. Angebote und Verkäufe auf Online-Plattformen würden daraufhin gescannt, ob das anbietende Unternehmen oder die Privatperson gewerblich registriert sei. Dabei lerne Xpider hinzu.

Im Verdachtsfall nähmen Finanzbeamte die Ergebnisse der Suchmaschine zur Grundlage für weitere Untersuchungen, so die Zeitung weiter. Unter Umständen könnten anschließend juristisch abgesicherte Einzel- und Sammelauskünfte von den Netzportalen über potenzielle Händler angefordert werden. Die Frage, wie viele gewerbliche Händler von Xpider bisher aufgedeckt wurden, beantwortete die Bundesregierung nicht.

Mit ihre Antwort auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion bestätigt die Bundesregierung erstmals offiziell, was im Netz schon länger vermutet wurde. Das zum Heise-Verlag gehörende Web-Magazin «Telepolis» berichtete bereits im Jahr 2003 über die staatliche Nutzung von Xpider.(nz)