netzeitung.deMobilfunker senken SMS-Preise in Europa

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Schnell und endlich auch preiswert: SMS (Foto: Federico Gambarini dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schnell und endlich auch preiswert: SMS
Foto: Federico Gambarini dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Egal ob bei der SMS oder der übers Handy empfangenen E-Mail - fünf große europäische Anbieter senken die Preise für Datendienste drastisch. Ganz freiwillig geschieht das freilich nicht.

Fünf große europäische Mobilfunkanbieter haben am Donnerstag eine deutliche Senkung der Preise für die Nutzung von SMS und Datendiensten im Ausland angekündigt. Damit kommen die Unternehmen, darunter auch der deutsche Netzbetreiber E-Plus, einer von der Europäischen Union angedrohten gesetzlich verordneten Senkung der Gebühren zuvor.

Europaweit können damit 295 Millionen Verbraucher beim Versenden von SMS oder beim Lesen ihrer E-Mails über ein Mobiltelefon im Ausland mit geringeren Gebühren rechnen. Der Großhandelspreis, also der Tarif zwischen zwei Mobilfunkbetreibern, für ein Megabyte übertragene Daten werde auf 0,25 Euro gesenkt, erklärten die Anbieter, die in zehn Ländern Mobilfunknetze betreiben.

Neben E-Plus sind auch das niederländische Unternehmen Royal KPN, die britische Hutchison 3, der belgische Netzbetreiber Base und das polnische Unternehmen Play an der Initiative beteiligt.

Die Anbieter forderten andere Mobilfunkanbieter der Europäischen Union auf, ebenfalls ihre Datentarife zu senken. «Ein solcher Schritt würde uns erlauben, die erheblichen Einsparungen, die wir durch einen einfachen, transparenten und konkurrenzfähigen Großhandelspreis erzielen, europaweit an unsere Kunden weiterzugeben», sagte KPN-Vorstand Stan Miller.

Roaming in Europa
Die EU-Kommission hatte die Netzanbieter im vergangenen Jahr dazu gezwungen, die Roaming-Preise für Telefongespräche im europäischen Ausland drastisch zu senken. Sie sind dadurch zum Teil bis um 60 Prozent billiger geworden.

Bei der Nutzung von Daten- und SMS-Diensten außerhalb des Heimatlandes kassierten die Netzanbieter jedoch bislang noch deutlich höhere Gebühren, als sie für die gleichen Dienste im Inland verlangten. Die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding hatte daraufhin im Januar erklärt, dass die EU die hohen Preise mit Sorge beobachte und daher bis Jahresende darüber entscheiden werde, ob die Preise gesetzlich geregelt werden sollten.

Seit dem 30. September hat die EU verbindliche Obergrenzen von 49 Cent netto für ausgehende Handy-Anrufe und 24 Cent netto für die Annahme eines Gesprächs im Ausland verfügt.

Bei den Preisen für SMS bestanden einer Untersuchung der Gruppe der europäischen Regulierungsbehörden zufolge aber noch erhebliche Unterschiede. Der Preis pro Auslands-SMS reichte von April bis September 2007 von rund 15 Cent in Estland bis zu mehr als 50 Cent in Spanien. In Deutschland entsprach er 2007 mit rund 29 Cent dem EU-Durchschnitt. (AP/dpa)