Presseschau: Kommt jetzt «Microhoo?»
04. Feb 2008 10:53
 |  Sehr begehrt: Yahoo | Foto: dpa |
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Microsoft will den Interpionier Yahoo kaufen, um der Macht von Google etwas entgegensetzen zu können. Davor muss Google keine Angst haben, meinen einige Kommentatoren in der Fachpresse.
Wired.com: «Drittklassiger Onliner-Player»
«Microsoft hat sich im vergangenen Jahrzehnt verzweifelt darum bemüht, im Online-Geschäft Fuß zu fassen. Trotz der Millionen - wenn nicht sogar Milliarden - Dollar, die in die Online-Aktivitäten gesteckt wurden, inklusive MSN, Hotmail und LiveSearch, ist das Unternehmen nur wenig mehr als ein drittklassiger Online-Player».
Heise.de: «Synergien eines Blinden mit einem Lahmen»
«Eilfertig schwingen sich die Kommentatoren auf, zur möglichen Fusion von einem Blinden mit einem Lahmen von möglichen Synergien zu reden und Suchmaschinen-Marktführer Google als Verlierer zu beschreiben. Offenbar macht sich niemand die Mühe, Yahoo als das Sammelsurium von Einzelfirmen zu beschreiben, das es wirklich ist. Wer ziemlich wahllos viele Dinge in seinen Wanderrucksack schmeißt, hat keine Ahnung, welche Tour er wirklich gehen will.»
Futurezone: «Kein guter Stern»
«Die Online-Aktivitäten von Microsoft stehen seit vielen Jahren unter keinem guten Stern. Anfang der 90er Jahre setzten Microsoft-Mitbegründer Bill Gates und Ballmer mit dem Microsoft Network (MSN) noch auf geschlossene Online-Dienste und verpassten völlig den Einstieg ins offene Internet.»
Mashable.com: «Yahoo unabhängig erhalten»
«Es ist unwahrscheinlich, dass Google darüber nachdenkt, Yahoo selbst zu erwerben. Aber eine gut abgestimmte Teamarbeit könnte Yahoo zurück in die Spur bringen, sich selbst als unabhängige Einheit zu erhalten und einige der Ziele zu erreichen, die bei einem Verkauf ins Auge gefasst würden.»
Linux-Magazin.de
«Microsoft zielt mit der Übernahme klar auf Google. Dass der Platzhirsch im Online-Geschäft sich vom dicken Werbekuchen, den Microsoft mit 40 Milliarden US-Dollar in 2007 angibt, ein großes Stück einverleibt, wurmt den Software-Konzern. Mit Yahoo zusammen, so Microsoft, ließe sich wirkungsvoll Paroli bieten. Das wäre dann auch ganz im Sinne der Benutzer, wie Microsoft ausführt, ganz nach dem Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft.»
Onlinekosten.de: «Gemeinsam hinter Google»
«Experten gehen davon aus, dass eine solche Fusion von den Wettbewerbshütern genau untersucht, aber letztlich genehmigt werden würde. Denn selbst gemeinsam lägen Microsoft und Yahoo auf dem Werbemarkt noch hinter Google.»
Winfuture: «Googles gute Karten»
«Microhoo! müsste also eine Strategie entwickeln, wie man die Dienste kombiniert, ohne dabei Nutzer zu verlieren. Würde eines der Produkte einfach gestrichen werden, hätte der Konkurrent Google gute Karten, die heimatlosen Nutzer bei sich aufzunehmen.Im Konkurrenzkampf mit Google hätte Microhoo aber einen entscheidenen Vorteil und der heißt Windows. Man muss nur einmal an die Anfagszeit des Internets zurückdenken, als Netscape noch Marktführer war. Die Redmonder entwickelten einen eigenen Browser, integrierten diesen in ihr erfolgreiches Betriebssystem und verdrängten Netscape innerhalb kürzester Zeit.»
Computer-Zeitung.de: «Monopolistische Herrschaft
»Google wird alles daran setzen, dass eine solche Übernahme nicht zu Stande kommt. Schon am vergangenen Sonntag schrieb Googles Vice-President David Drummond in einem Blog, dass 'Microsoft im Bereich des Internets offensichtlich die gleiche monopolistische Herrschaft anstrebt, wie sie es bei den PCs bereits geschafft haben'.«
Für das Web ediert von Maik Söhler