Beim Parken bloß das Handy nicht vergessen
30.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Köln macht am 25. Februar den Anfang, sagt Weil. An dem Kölner Modell sei seit 2005 getüftelt worden, «unter Beteiligung von Hamburger Kollegen, die das System für ihre Stadt adaptiert haben». Das Handy-Parken soll eine servicefreundliche Alternative für den Autofahrer sein, es soll für die Städte Kosteneinsparungen bringen und zudem - angesichts von mehreren hunderten Automaten-Aufbrüchen im Jahr allein in Köln - auch die Sicherheitsrisiken verringern.
Der Autofahrer erhält eine Handy-Parker-Vignette und eine persönliche Servicenummer, die er zusammen mit der Nummer des Parkschein- Automaten in sein Handy eintippt. Damit startet der Parkvorgang. Abgerechnet wird im Drei-Minuten-Takt. Beim Ausparken meldet sich der Handybesitzer ab.
Datenschützer haben keine grundsätzlichen Bedenken, auch wenn zur Registrierung Name, Bankverbindung und Kfz-Kennzeichen angegeben werden müssen. «Die Daten sind zur Geschäftsabwicklung nötig und wir gehen davon aus, dass die zertifizierten Unternehmen auch einwandfrei arbeiten», sagt Bettina Gayk, Sprecherin der Datenschutzbeauftragten in Nordrhein-Westfalen.
Allerdings könne Vorsicht geboten sein, wenn auch die Parkstandorte gespeichert würden. «Das sind keine banalen Daten. Es müsste geklärt werden, wie lange diese gespeichert und ob und wie sie weiterverwendet werden.» Autofahrer Günter Wilke ist skeptisch wegen der verlangten Auskünfte: «Ich scheue mich davor, mich registrieren zu lassen. Ich habe eh' schon 15 Pin-Nummern.»
Der Autofahrer aus Hamburg könne dann auch in Berlin, Lübeck, Potsdam, Lübeck oder Dortmund handyparken - Städte, die an den Start gehen wollen oder im Aufbau sind. Aber auch Graz und Linz klopften bereits interessiert an.
Das Registieren ist kostenlos, es entstehen aber Telefonkosten für den Autofahrer. Diese werden eher gering sein, meint die Stadt Köln. Die Kommunen wollen Geld sparen beim «Verarbeiten» der in Münzen eingenommenen Parkgebühren. Das Einsammeln, Zählen und Zur-Bank- Bringen verursacht hohe Kosten. Wenn in Köln zehn Prozent der Park-Einnahmen (10 Millionen Euro pro Jahr) auf das Handysystem verlagert würden, könnte die Domstadt 60.000 Euro sparen.
Die Politessen müssen noch geschult werden. «Wir haben schon internetfähige Handys bekommen», erzählt eine Kölner Politesse. Über die Handy-Parker-Vignette hinter der Windschutzscheibe soll schnell erkennbar sei, ob der Wagen bezahlt geparkt wurde.

