netzeitung.deVertrieb digitaler Musik legt um 40 Prozent zu

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Will immer mehr Stoff: MP3-Player (Foto: Samsung/dpa/gms<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Will immer mehr Stoff: MP3-Player
Foto: Samsung/dpa/gms
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eigentlich müsste sich die Musikindustrie freuen: Digitale Musik hat gute Zuwachsraten, wie sich nun herausstellte. Doch der CD-Absatz ist weiter rückläufig. Und dann sind da ja auch noch die Raubkopien.

Die Einnahmen der Plattenfirmen aus dem Vertrieb von digitaler Musik sind im vergangenen Jahr um 40 Prozent auf zwei Milliarden Euro gestiegen. Die zusätzlichen Einnahmen hätten die Verluste aus dem schwindenden CD-Absatz aber nicht wettmachen können, teilte der Weltphonographieverband (IFPI) am Donnerstag in London mit.

Für den CD-Absatz im vergangenen Jahr hat die International Federation of the Phonographic Industry noch keine Zahlen vorliegen. Es sei aber zu erwarten, dass sich der Rückgang um elf Prozent im Jahr 2006 weiter fortgesetzt habe, hieß es.

Die Zuwachsraten beim Internet-Vertrieb schwächen sich nach Verbandsangaben langsam ab. Nach der Verdreifachung der Einnahmen 2005 und der Verdoppelung im Jahr 2006 gab es nun noch eine Steigerung um 40 Prozent. Die digitalen Downloads stellen für die Musikindustrie inzwischen einen Umsatzanteil von 15 Prozent dar.

Falsche Zahlen in der Filmindustrie
Der Verband klagt weiter über Einbußen durch Raubkopien. Die Zahl der illegalen Downloads sei etwa 20 Mal so groß wie die der bezahlten Downloads. IFPI-Präsident John Kennedy begrüßte die Ankündigung des französischen Staatspräsidenten Nicholas Sarkozy, verschärft gegen Copyright-Verletzungen im Internet vorzugehen.

Fraglich bleibt allerdings, ob die vom Verband angegeben Zahlen zu illegalen Downloads stimmen. Erst am Dienstag musste der Verband der US-Filmindustrie (MPAA) einräumen, über Jahre von falschen Zahlen im Bereich der illegalen Filmdownloads ausgegangen zu sein.

In einer MPAA-Studie von 2005 war davon die Rede, dass 44 Prozent der Einnahmeverluste der US-Filmindustrie im eigenen Land auf Raubkopien zurückzuführen seien. Mittlerweile wisse man, dass es sich nur um rund 15 Prozent handele, sagte ein Verbandssprecher. (nz/AP)