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PC-Arbeitern droht Microsoft-Überwachung

17. Jan 2008 11:22
Kann man nun auch anders deuten: Slogan von Microsoft auf der Cebit
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Dem US-Patentamt liegt bereits seit 2006 ein sogenanntes Monitoring-System zur Erfassung der Leistungsfähigkeit von Büro-Angestellten zur Prüfung vor. Es stammt von Microsoft, wie eine britische Zeitung nun erfahren hat.

Forscht das weltweit führende Software-Unternehmen Microsoft derzeit im Geheimen an Programmen, die im Stil von Orwells «Big Brother» die Produktivität, die Kompetenz und das Verhalten von Büroarbeitern messen und einschätzen können? Diese Frage stellte am Mittwoch die Londoner Tageszeitung «Times» und verwies auf einen nun entdeckten Microsoft-Patentantrag.

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Der Antrag unter der Patentnummer 20070300174 soll demnach bereits im Juni des Jahres 2006 beim US Patent & Trademark Office von acht Erfindern eingereicht worden sein. Er trägt den Titel «Monitoring Group Activities», als Bevollmächtigter ist die Microsoft Corporation in Redmond angegeben. Am 26. Dezember 2007 wurde der Antrag schließlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Aus dem auf der Seite des US-Patentamtes angegebenen Abstract des Antrags geht hervor, dass den Entwicklern eine Art Überwachungssystem für Computerarbeiter vorschwebt. Mit der Beobachtung von Einzel- und Gruppenaktivitäten könnten Probleme, Fehler und menschliche Schwächen erkannt, analysiert und anschließend beseitigt werden.

Messung von Körperfunktionen

Dies komme sowohl der «Produktivität, dem körperlichen Wohlbefinden und der Kompetenz» des Mitarbeiters als auch der «Optimierung» von Arbeitsabläufen im Betrieb zugute, wie die «Times» schreibt.

Im Einzelnen soll ein Programm überwachen, was genau der Anwender am Computer gerade arbeitet und welche Signale der Körper des Angestellten gibt. Drahtlos vernetzte Sensoren messen Blutdruck, Herz- und Hirnaktivitäten, Körpertemperatur, Hautwiderstand und Stoffwechselfunktionen, aber auch Bewegungsabläufe und den Gesichtsausdruck.

Das System vergleicht demnach all die ermittelten Daten mit zuvor ermittelten Standardwerten und erkennt auf diese Weise «automatisch Frustration oder Stress bei Computeranwendern». Es fordert der «Times» zufolge anschließend andere Anwender auf, dem offensichtlich überforderten Kollegen zu helfen oder ihm Teile der Arbeit abzunehmen.

Weiterhin verweist die Zeitung auf Patentanwälte, die meinen, der Patentantrag könne noch in diesem Jahr genehmigt werden. Microsoft wollte sich zum Antrag gegenüber der «Times» nicht äußern. Bisher sind auf Menschen bezogene Monitoring-Systeme allein aus der Luft- und Raumfahrt bekannt. (nz)


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