Neuer Anlauf zum Handy-TV beginnt im Juni
16.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Neben den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF würden die Privatsender RTL, Vox, Sat.1 und Pro Sieben sowie die Informationsprogramme N24 und n-tv von Anfang an mit dabei sein. Hinzu sollen mit Bild angereicherte Radioinhalte der Anbieter Digital5, BigBuddy und KickFM kommen. Die Nutzer müssten mit Kosten von etwa fünf Euro monatlich rechnen.
«Wir gehen weiter von einem monatlichen Basispreis von fünf Euro aus», sagte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Thomas Langheinrich, nach der Sitzung. Dazu kämen bei Bedarf noch Nutzungsgebühren für ein mobiles Pay-TV-Angebot. Dafür habe das Anbieter-Konsortium um die Verlage Holtzbrinck und Burda aber noch keine konkrete Anmeldung vorgelegt.
Mit der aus Korea stammenden DMB-Technik war kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der erste Versuch für ein flächendeckendes Handy- TV in Deutschland unternommen worden. In Stuttgart und vier weiteren Städten konnten die Fans mit einem speziellen Mobiltelefon und entsprechendem Vertrag Spiele der deutschen Nationalelf im Kleinformat unterwegs anschauen.
Die anfängliche Euphorie wich bald der Ernüchterung, denn auf DMB-Basis wurden lediglich vier TV-Programme übertragen. Es kamen etwa 10.000 Nutzer zusammen.
Wie viele Empfangsgeräte, also speziell ausgestattete Mobiltelefone, zum kurz vor der Fußball-Europameisterschaft angesetzten Start von DVB-H verfügbar sein und wie viel diese kosten werden, konnte Langheinrich nicht sagen. Dies müsse dem Markt überlassen werden. Auch über den Erfolg des Angebotes müsse der Markt entscheiden. «Wir legen nur den Rahmen fest», sagte Langheinrich.
Das geplante Handy-TV sei zudem noch ein Pilotprojekt, das zunächst auf drei Jahre begrenzt sei. Langheinrich räumte außerdem ein, dass das Handy-TV zum Start noch nicht flächendeckend verfügbar sein werde. Auch fehlten bisher Inhalte, die auf die Größe der Handy-Bildschirme zugeschnitten sind.
Um die Lizenz für das Pilotprojekt hatten sich zuvor knapp 30 Bieter beworben, unter ihnen auch ein Konsortium der Mobilfunknetzbetreiber T-Mobile, Vodafone und O2. Da sie nun nicht den Zuschlag bekommen haben, dürfte es mit der Verbreitung von Handy-TV mit der Übertragungstechnik DVB-H nicht leicht werden. Schließlich haben die Mobilfunkbetreiber einen direkten Zugang zu den meisten Mobilfunkkunden. (nz/dpa/epd)

