Das Netz einfach aufs Handy holen11. Jan 2008 14:25  |  Nicht nur telefonieren, sondern auch surfen: Frau mit UMTS-Handy | Foto: dpa |
|
Spätestens seit Apples iPhone breitet sich der Begriff «Mobiles Internet» rasant aus. Jürgen Liebherr gibt zehn Tipps zum Surfen mit dem Mobiltelefon - vom Preisvergleich bis zum Upload-Service.
Das Surfen mit dem Mobiltelefon war bis vor kurzem noch etwas für Handy-Spezialisten und Besserverdiener. Doch mittlerweile kann fast jeder mal eben unterwegs ins Internet gehen. Dazu braucht man nicht unbedingt ein iPhone und eine mobile Flatrate. Die meisten Handys und Smartphones neuerer Generation verfügen zumindest über eine Wap-Funktion oder einen Mini-Browser. Und dank immer größerer Farbdisplays und funktionaler Bedienelemente kann mobiles Internet sogar Spaß machen.
Zwei weitere Faktoren begünstigen den allerorts prognostizierten Boom des Handy-Surfens: Zum einen hat die Datenübertragung via GPRS/Edge oder gar UMTS ein brauchbares Maß erreicht. Zum anderen fallen die Preise für den ehemals unverschämt teuren Datentransfer rapide. Je nach Tarif kosten kleinere Surf-Sessions oft nur wenige Cents. Bei den typischen Discounter-Tarifen werden im Moment pro heruntergeladenem Megabyte teils nur 23 Cent berechnet. Das langt bei optimierten Seiten für einige Seitenaufrufe. Eine konkrete Tarifabfrage gibt es z.B. auf der Homepage von Teltarif.de
Dass mobiles Internet durchaus Sinn macht bzw. unterhaltsam sein kann, sollen einige Beispiele verdeutlichen. Alle hier vorgestellten Portale wurden (bis auf eine Ausnahme) speziell fürs mobile Surfen konzipiert. Will heißen: Die Seiten sind für kleine Handy-Displays optimiert, verzichten auf unnötige Bilder und sonstigen Schnickschnack.
Preisvergleich vor Ort
Diese Situation kennt fast jeder: Man steht im Elektronik-Fachhandel vor einem Top-Angebot der Saison. Doch ob die offerierte Digitalkamera wirklich ein Schnäppchen ist, kann lediglich der Preisvergleich im Internet zeigen. Einige der einschlägigen Preissuchmaschinen bieten hierfür auch den «Preisvergleich to go». Schlicht und funktional sind beispielsweise die Mobilvarianten von Guenstiger.de, Idealo.de oder Billiger.de.
Bewertungsportal für Lokales
Viele Web-2.0-Kenner googelt nicht mehr, sie «qypen» - zumindest was die lokale Suche angeht. Dank Qype wird man nicht von tausenden Suchergebnissen erschlagen, sondern findet beispielsweise gezielt die beste Pizzeria in München, Schwabing. «Deutschlands größtes Bewertungsportal für Lokales» – so die Selbstbeschreibung - lebt von den Community-Empfehlungen zu Geschäften, Dienstleistern, Gastronomie und Freizeitangeboten in tausenden von Städten in ganz Europa. Und den Stadtführer und Szeneguide gibt's eben auch in der mobilen Version.
Sex in Berlin
Eine sehr spezielle Form der lokalen Suche findet man unter Berlinintim.mobi. Berliner Freier können hier Kontakte und Locations suchen, abgestimmt aufs Handy-Format. Das mobile Portal des (nicht ganz jugendfreien) Erotikportals Berlinintim.de soll besonders für die Besucher interessant sein, die keinen Zugang zum normalen Internet haben, so die Betreiber des Portals.
Wikipedia to go
Wie heißt die Hauptstadt von Indien? Welche drei Astronauten saßen in der Apollo 11? Was genau bedeutet «HSDPA»? Wer alle drei Fragen ad hoc beantworten kann, braucht wahrscheinlich nicht weiterlesen. Alle anderen können etwaige Wissenslücken über die Handy-Version des Online-Lexikons Wikipedia schließen. Die Sevenval AG stellt eine Live-Transformation der aktuellen Wikipedia für mobile Endgeräte zur Verfügung.
Flugtickets via Handy buchen
Lufthansa hat den Trend zum mobilen Internet schon frühzeitig erkannt und aufgegriffen. Als erste Airline in Europa bietet das Unternehmen seinen Kunden die Möglichkeit, per Mobiltelefon von unterwegs Tickets zu buchen. Unter der Portaladresse mobile.lufthansa.com kann zudem eingecheckt werden und es stehen nützliche Informationen über Abflug- sowie Ankunftszeiten, Flugplan, Meilenkonto und vieles mehr zur Verfügung.
Youtube aufs Display
Ihnen ist bocklangweilig – an der Bushaltestelle, am Flughafen oder im Zug? Wie wär's mit einem unterhaltsamen Videoclip? Das bekannte Online-Video-Portal hat natürlich auch einen mobilen Ableger: Geben Sie einfach m.youtube.com in ihr Handy ein – und hoffen, dass ihr Gerät die Filmchen auch richtig wiedergeben kann. Doch Vorsicht, der Video-Spaß ist datenintensiv!
Mikro-Blogging per Handy
Wer Youtube, Flickr oder Myspace mag, könnte auch bald der Faszination von Twitter oder anderen sogenannten Mikro-Blogging-Angebote erliegen. Was für den einen sinnfreies Geplapper im Netz ist, ist für andere längst Teil des digitalen Alltags. Und in der Tat: Das Senden von 140 Zeichen langen Kurzbotschaften an Freunde, Bekannte oder Unbekannte ist geradezu für Handy-Freaks prädestiniert.
Webseiten schrumpfen
Leider sind noch nicht alle Webseiten in der Handy-Variante verfügbar. Wer dennoch konventionelle Sites im Handybrowser einigermaßen lesbar aufrufen will (und auch Geld wegen zu großer Datenpakete sparen will), sollte einen so genannten Optimizer-Dienst in Anspruch nehmen. Beispielsweise optimiert Pocket-Proxy.de Webseiten für mobile Endgeräte indem er Tabellen entfernt, Schriftengrößen anpasst oder unpraktikable Programmier-Anweisungen (CSS) filtert, um so Internetseiten auf einem kleinen Bildschirm besser darstellbar zu machen.
Upload-Service für mobile Endgeräte Die Adresse Beam-it-up-scotty.com ist nicht direkt als Surf-Tipp für Handynutzer gedacht. Aber die Idee dieses Dienstes ist so innovativ, dass man sie kennen sollte. Von jedem Internet-Computer aus kann dieser Upload-Service in Sekundenschnelle beliebige Fotos, Videos, Musik oder Dokumente auf ein Internet-fähiges Handy laden. Man gibt lediglich den aktuellen Speicherort der Datei, im Normalfall die eigene Festplatte, sowie die Handynummer des Empfängers ein - und in Kürze erhält dieser dann eine kostenlose SMS (pro Tag maximal 10 Aktionen) mit einem Link zum Download.
Anwendungsgebiete wären zum Beispiel: Das Büro schickt dem Mitarbeiter ein Office-Dokument aufs Handy oder ein Freund sendet einen kurzen Videoclip unter Umgehung beschränkter und teurer MMS-Funktionen an den Bekanntenkreis.
Nachrichten und mehr
Handy-Junkies wollen immer auf dem Laufenden sein. Viele große Tages- bzw. Wochenzeitschriften bieten daher mittlerweile Handy-kompatible Nachrichtenseiten an. Auch die «Netzeitung» liefert ihren Lesern unter wap.netzeitung.de eine minimalistische, ressourcenschonende Aufbereitung der wichtigsten News und Infos. Einfach mal ausprobieren.
|