netzeitung.deWikia: Suchmaschine zum Mitmachen

 Herausgeber: netzeitung.de

Will wachsen: Startseite der Suchmaschine Wikia Search (Foto: Screenshot: nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Will wachsen: Startseite der Suchmaschine Wikia Search
Foto: Screenshot: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Seit Sonntagnacht hat Google neue Konkurrenz: Wikipedia Gründer Jimmy Wales hat wie angekündigt seine Suchmaschine Wikia Search online gestellt. Anders als bei den großen Suchmaschinen sollen hier die Nutzer nicht passiv bleiben.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat in der Nacht zum Montag seine offene Suchmaschine Wikia Search online gestellt. Wie beim Internet-Lexikon Wikipedia sollen die Nutzer auch bei Wikia Search an der Entwicklung mitarbeiten. Wales betonte, dass es sich bislang um eine vorläufige Version handle, die nur 50 bis 100 Millionen Internet-Seiten durchsuche.

Das ist ein Bruchteil des Datenbestandes der Konkurrenten Google, Yahoo oder MSN. Wie beim Online-Lexikon Wikipedia setzen die Wikia-Betreiber auf die Mitarbeit der Nutzer. Diese sollen Suchergebnisse bewerten und ergänzen. Dafür müssen sie zuerst den Webcrawler Grub installieren - ein Programm, das automatisch das World Wide Web sowie einzelne Webseiten analysiert. Grub nutzt allein die Ressourcen der User-Rechner.

Wales begründet seine Initiative gegenüber der Wochenzeitung «Die Zeit» kürzlich damit, dass alle Suchmaschinen geschlossene Systeme seien und jeweils einer Firma gehörten. Als «Bürger des Internets» müsse man jedoch «Transparenz und Offenheit» gewährleisten. Wikia Search bietet zudem Übersetzungen der Suchergebnisse in bislang 14 Sprachen an.

Anders als Wikipedia ist die Suchmaschine aber ein kommerzielles Projekt. Betreiber ist die Firma Wikia.com, die Wales im Jahr 2004 gründete. Schon vor dem Start konnten namhafte Risikokapital-Geber wie Amazon zur Mitarbeit bewegt werden. Als Geschäftsführer von Wikia.com fungiert der ehemalige Ebay-Manager Gil Penchina. Die Suchmaschine soll sich über Werbung finanzieren, an der die freiwilligen Mitarbeiter jedoch nicht beteiligt werden sollen.

Open Source
Als Beispiel für die Mitarbeit nannte Wales, wenn etwa mehrere Surfer eine Seite als Spam (Müll) markierten, erscheine diese nicht mehr in den Ergebnislisten. Diese Funktion gebe es in der vorläufigen Version noch nicht, sie werde demnächst freigeschaltet. Außerdem sollen die Nutzer Kurzdefinitionen zu besonders populären Suchbegriffen schreiben, sodass diese Begriffe schneller zu finden sind.

Bei Wikia handelt es sich um eine Open-Source-Software. Der Quellcode ist frei verfügbar - anders als etwa bei Google, wo er als wichtigstes Betriebsgeheimnis gilt. Somit können Nutzer mit Programmierkenntnissen nachvollziehen, wie die Suchergebnisse zustande kommen und die Software selbst weiterentwickeln. WikiaSearch soll nach Angaben von Wales in kurzer Zeit ähnlich viele Suchergebnisse wie Google, MSN oder Yahoo liefern.

Der Suchmaschinenbetreiber Google hatte im Dezember angekündigt, eine neue Wissensdatenbank mit dem Namen «Knol» zu testen, die in direkter Konkurrenz zu Wikipedia stehen werde. (nz/dpa)