Backups: Das Internet als Festplatte nutzen
04.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Über Profi-Wissen müssen Nutzer nicht verfügen. Das Sichern der Daten verläuft komfortabel: In der Regel bieten die Backup-Dienste eine Software an, die Daten automatisch vom heimischen Computer zum Anbieter überträgt. «Üblicherweise lässt sich festlegen, welche Dateien in welchen Intervallen gesichert werden sollen», sagt Knott.
«Von Vorteil sind 'inkrementelle' Backups, bei denen jeweils nur neue Daten erfasst werden», erklärt Smycek. Das spart Zeit und Bandbreite. Werden Inhalte erstmals online gesichert, dauert dies je nach Menge und Anschluss unterschiedlich lang. Akzeptiert der Dienst für das Initial-Backup einen Datenträger per Post, entfällt die Prozedur.
Deutschsprachige Nutzer werden bei «Azillo» oder beim Schweizer Dienst «MyDrive» fündig - dort gibt es je ein GB gratis. Entweder sind die Gratisangebote werbefinanziert oder sollen auf weitere Dienstleistungen aufmerksam machen. Wer Speicherkapazität über das Gratisvolumen hinaus benötigt, zahlt Gebühren.
Manche Dienste, die auf umfangreichere Angebote setzen, sind von vornherein kostenpflichtig. Der niederländische Dienst «Carbonite» mit deutscher Webseite verlangt für sein Online-Backup knapp 50 Euro für ein Jahr oder rund 90 Euro für zwei Jahre Aufbewahrung dafür ist der Speicherplatz unbegrenzt. Apple-Fans können einen «.Mac»-Account buchen und erhalten für rund 100 Euro im Jahr zehn GB Webspeicher für Backups, Homepage und E-Mails.
Sie empfiehlt, sich vorher ein Bild vom Anbieter zu machen. Auf einen Online-Backup-Dienst zurückzugreifen, sei vor allem eine Vertrauensfrage: «Wie sicher die Daten bei den Anbietern gespeichert werden, können Nutzer nicht überprüfen. Was mit den Daten passiert, sollte ein Wettbewerber in der kurzlebigen Internetbranche Pleite gehen, ist ungewiss.»
Von Webseiten mit Beta-Status, die während der Testphase die Sicherheit der Daten nicht garantieren, gelte es, die Finger zu lassen. «Graue Eminenzen gibt es in dem jungen Geschäftsfeld noch nicht, aber sich an Adressen zu halten, die in Tests allgemein immer wieder gut abschneiden, ist sinnvoll», rät Michael Knott. Dazu zählten etwa «Xdrive», «Mozy» oder «Carbonite».
Allerdings sollten Nutzer bei Backup-Diensten außerhalb deutscher Grenzen Vorsicht walten lassen, wenn ihnen ihre Privatsphäre besonders lieb ist. «Gerade in den USA ist der Datenschutz teilweise weniger streng und einige Behörden erhalten leicht Zugriff.» Auch «Mozy» räumt ein, der Justiz Nutzerdaten zugänglich machen zu können.
Wer nicht möchte, dass ein Backup-Anbieter Zugriff auf die Inhalte erhält, sollte seine Dateien schon auf dem heimischen Rechner verschlüsseln. Das geht zum Beispiel mit der für private Nutzung kostenlosen Software «SafeGuard PrivateCrypto». Marit Hansen empfiehlt, Ver- und Entschlüsselung sowie die Wiederherstellung der online gesicherten Dateien als Trockenübung auszuprobieren - nur dann sind Kunden auch ausreichend für den Ernstfall gewappnet.

