netzeitung.deReporter werden drastisch verfolgt – auch online

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Unterliegen strikter Zensur: Chinesen vor einem Internet-Cafe in Peking (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Unterliegen strikter Zensur: Chinesen vor einem Internet-Cafe in Peking
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Aus der Bilanz der Organisation Reporter ohne Grenzen für das Jahr 2007 geht nicht nur hervor, dass die Anzahl getöteter Journalisten gestiegen ist. Auch Blogger und Online-Dissidenten haben es schwerer denn je.

Mindestens 86 Journalisten sind im Jahr 2007 ums Leben gekommen. 67 Journalisten wurden in 15 Ländern entführt. 135 Journalisten saßen zum Jahreswechsel in Gefängnissen ein, mindestens 887 wurden im Laufe des vergangenen Jahres festgenommen. Diese ernüchternden Zahlen stammen aus dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht der Organisation Reporter ohne Grenzen.

Demnach ist nach wie vor der Irak für Medienschaffende das gefährlichste Land – allein hier kamen 47 Journalisten im Dienst zu Tode. In Somalia verloren acht Journalisten ihr Leben, in Pakistan sechs. Mindestens 67 Medienmitarbeiter wurden nach Angaben von Reporter ohne Grenzen im vergangenen Jahr entführt.

Aus dem Bericht geht zudem hervor, dass auch online die Arbeit für Journalisten und Blogger schwerer geworden ist. Derzeit sitzen demnach 65 Internetdissidenten in aller Welt hinter Gittern, 50 davon in China, acht in Vietnam. Ein ägyptischer Blogger wurde wegen seiner Kritik an Staatspräsident Hosni Mubarak zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Zensur des Internets habe vor allem in China, Burma und Syrien zugenommen, so Reporter ohne Grenzen weiter. In diesen Ländern versuchten die Behörden, wie die Organisation schreibt, «das Internet in ein Intranet zu verwandeln, das ausschließlich zur Kommunikation innerhalb des Landes und für ausgewählte Benutzer dienen soll».

Allein in China seien um den 17. Kongress der Kommunistischen Partei im Oktober rund 2500 Seiten, Blogs und Foren gesperrt worden. Syrien habe zum Jahresende über 100 Webpages geschlossen. Das Militärregime in Birma legte während des Aufstandes im September und Oktober sogar den kompletten E-Mail-Verkehr und Internet-Zugang im Land lahm. (nz)