netzeitung.deDie beliebtesten Downloads des Jahres 2007

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Schnell geklick, schnell gesaugt: Downloads werden immer beliebter (Foto: Jens Schierenbeck/dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schnell geklick, schnell gesaugt: Downloads werden immer beliebter
Foto: Jens Schierenbeck/dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Programme, Spiele, Videos - im Netz sein heißt meistens auch runterladen. Nun liegen die ersten Download-Charts des Gesamtjahres 2007 vor. Maik Söhler hat sich durch einen Wust an Charts und Tabellen geklickt.

Einfach nur mal surfen, als ob das noch ginge. Schon beim Hochfahren verlangt die Kiste nach Updates - fürs Betriebssystem, den Browser oder das Virenprogramm. Wer ins Netz geht, landet spätestens nach fünf Minuten an einer Stelle, wo man ohne Download nicht mehr weiterkommt. Und das sind nur die Downloads, die wir User mitbekommen. Viele von uns haben die Update-Automatik aktiviert. Wer schaut sich denn wirklich noch genauer an, was der Rechner manchmal vor dem Runterfahren noch aktualisiert - inklusive Downloads?

Der Jahreswechsel ist immer auch die Zeit der Download-Charts für die vergangenen 365 Tage. Kaum ein Computermagazin, das auf sich hält, verzichtet auf den Abdruck einer Liste oder Tabelle der am häufigsten heruntergeladenen Gratis-Programme, -Anwendungen oder -Spiele. Das gilt erst recht für Online-Portale, die sich mit Computer, Handy und Technik befassen - die 50 beliebtesten Downloads des Jahres 2007 auf 50 Unterseiten gepackt gibt im Idealfall 50 Klicks.

Und so hat jedes dieser Portale natürlich auch diesmal wieder seine Charts platziert - von «Chip Online» über «PC Welt» bis zur «Computer Bild». Sie alle zu sichten, heißt zu klicken, bis der Unterarm weh tut. Das wollen wir Ihnen ersparen und tragen deshalb hier zusammen, was anderswo zu finden war.

Offizielle Listen
Das US-Magazin «Wired.com» gab zum Jahresende beim Marktforschungsinstitut BigChampagne Online Media Measurement in Auftrag, die beliebtesten Downloads des Jahres 2007 in den Bereichen Songs, Filme, TV-Serien und Musiker zu ermitteln. Die Analysten werteten zu diesem Zweck Daten aus beliebten P2P-Plattformen wie Edonkey, Gnutella und Bittorrent aus. Sie kamen zu folgenden Ergebnissen:

Top Songs 2007: 1. Shop Boyz - «Party Like A Rock Star»; 2. Akon - «I Wanna Luv U»; 3. Sean Kingston - «Beautiful Girls».

Top Musiker: 1. T.I.; 2. T-Pain; 3. Akon.

Top Filme: 1. Resident Evil: Extinction; 2. Pirates of The Caribbean: At World's End; 3. I Now Pronounce You Chuck & Larry.

Top TV-Serien: 1. Heroes; 2. Prison Break; 3. Top Gear.

Allerdings haben diese Listen erstmal nur für die USA einen Aussagewert. Erstmal bedeutet, dass einige der Serien wohl in nächster Zeit auch auf europäischen Fernsehern laufen düften. Musik und Filme sind schon da.

Spiele
«Computer Bild» beschränkt sich aufs Runterladen in Deutschland. Demnach waren die beliebtesten Spiele im Jahr 2007 die «kostenlose Spezial-Version» von «Moorhuhn: Juwel der Finsternis» mit 41.829 Downloads, gefolgt von dem interaktiven Golf-Game «Shot Online Client» mit knapp über 34.000 und dem 3D-Rollenspiel «Regnum Online» mit immerhin noch über 30.000 Downloads.

Der eigentliche Gewinner in dieser Kategorie wäre jedoch das Actionspiel «Crysis». 46.120 mal wurde es aus dem Netz gesaugt - allerdings nur als Demoversion. Deswegen zählt es in der Rangliste nicht.

Programme und Anwendungen
«Chip Online» hat tatsächlich eine Top-100-Liste erstellt, die man einzeln durchklicken kann - beginnend auf Platz 100 und endend auf Platz 1. Diesen ersten Rang nimmt mit 8.736.223 Downloads die kostenlose «AntiVir PersonalEdition Classic» ein, ein Standardprogramm zum Virenschutz. Über 5.500.000 mal wurde «WinRAR» runtergeladen, eine einfach zu bediende Pack-Software. Auf Platz 3 schließlich liegt der «VLC Media Player» - auch er knackte die Fünf-Millionen-Marke.

Auch in den Charts von «PC Welt: Portal für Computer & Technik» liegen die «AntiVir PersonalEdition Classic» in der Version 7.06.00.270 auf Platz 1 und die «WinRAR 3.71.» auf Platz 2. Hier aber nimmt das Anti-Spyware-Programm «Ad-Aware 2007» in der Version 7.0.2.5 den dritten Rang ein.

Browser und Mail
Das Portal «ZDNet - Alle Seiten der IT» schlüsselt seine Favoriten in diverse Kategorien wie «Internet», «Sicherheit» und «Wissen» sowie in weitere Unterkategorien auf. Bei den Gratis-Mailprogrammen liegt hier «Mozilla Thunderbird - deutsch (2.0.0.9)» vor «Pegasus Mail 32 Bit - deutsch (4.41)» und «Incredimail Xe (5.65 Build 3017)».

Im nicht weniger umkämpften Browsermarkt führt der «Internet Explorer 6 SP1 (deutsch)», gefolgt von «Mozilla Firefox - deutsch (2.0.0.6)» und «Portable Firefox - deutsch (2.0.0.5)». Downloadzahlen werden nicht genannt, doch dürfte der Abstand zwischen dem Internet Explorer und Firefox recht groß ausfallen. Anders als beim so genannten Leserurteil, das uns «ZDNet» zum Glück nicht verschweigt: Heben beim Internet Explorer immerhin 64 Prozent der Befragten zufrieden den Daumen nach oben, so tun das bei Firefox 94 und beim Portable Firefox sogar 99 Prozent.

MP3, Brennen, Multimedia, Foto
Bei den Brennprogrammen hat sich nach Angaben von «ZDNet» im vergangenen Jahr «Nero 8 - deutsch (8.1.1.4)» durchgesetzt. Es folgen «Burn 4 Free (3.2.0.0)» und «Deep Burner Free (1.8.0 Build 225)». Im Bereich Audio-Player macht der «Winamp Full (5.5)» vor dem «RealPlayer (10.5)» und der «Musicmatch Jukebox - deutsch (9 Build 5100)» das Rennen.

Die Multimedia-Tool-Charts führt ein Open Source-Medienplayer und -Videoserver an: der «VLC Media Player - für Windows (0.8.6d)». Die Ränge 2 und 3 belegen der «Windows Media Player 9 (für Windows 98/ME/2000) (9.0)» und «Media Player Classic - deutsch (6.4.9.0)».

Auf «Foto-Freeware.de» gewinnt «PhotoFiltre» vor «Gimp» und «Picturenaut», was «Computer Bild» allerdings nicht bestätigen kann. Hier führt unter «Grafik & Foto» das Grafikprogramm «IrfanView», gefolgt von «DigiFoto» und dem «Diashow Producer».

Saugwahnsinn
Jedes dieser Portale spiegelt dabei nur das Download-Verhalten der eigenen Nutzer wider, Allgemeingültigkeit kann keines beanspruchen, repräsentativ sind die Zahlen und Daten dagegen schon. Denn viele Online-Surfer ziehen solche Seiten anderen, weniger seriösen Angeboten vor.

Deutlich wird auch, dass es im Einzelnen gar nicht darum geht, welches Brennprogramm nun vorne liegt oder welchen Browser man sich gratis aus dem Netz zieht - erstaunlich ist vor allem die schiere Masse an Downloads. Wäre das Internet etwas Statisches mit einer bestimmten Größe, seine User hätte es schon längst leergesaugt.