«4/6 lfm tank und dd»: Wie PC-Spieler sprechen
02.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Von den unterschiedlichen Arten an Online-Spielen verbuchen die Hersteller mit den MMORPG die größten Erfolge. MMORPG, das steht für Massive Multiplayer Online Role Playing Games Online-Rollenspiele mit sehr vielen Spielern, die ihre virtuellen Charaktere, kurz Chars oder auch Avatare genannt, durch die Fantasy-Welten bewegen. Das kann jeder Spieler für sich allein tun. Doch Spaß macht es vor allem in der Gruppe. Und die dafür nötigen Mitspieler werden am besten über den Chat gesucht, über den jedes Spiel verfügt.
Tank und dd's - dahinter verbirgt sich die typische Unterscheidung der Klassen, die die Spieler für ihre Figur anfangs auswählen können. Schließlich dreht sich bei Online-Spielen ein Großteil des Ablaufes darum, fiese Monster zu vermöbeln. Die wiederum werden meist nur Mobs genannt, was eigentlich Mobile Object bedeutet.
Damit das Vermöbeln klappt, steht weit vorne meist ein Krieger in dicker Rüstung, der die Prügel von dem Monster einsteckt - der Tank (Panzer). Damit er das lange genug durchhält, stehen im Hintergrund die Heiler, die mit Zaubersprüchen seine HP (Health Points, Lebenspunkte) im grünen Bereich halten. Währenddessen sorgen die Damage Dealer, die Schadensaussteiler, mit reichlich dps (Damage per Second, Schaden pro Sekunde) dafür, dass es sich mit den HP des Monsters genau umgekehrt verhält.
Und dann ist da noch der Add: Dieser Begriff ist die Abkürzung von Additional - zusätzlich. Im Spielverlauf bedeutet er, dass sich ein weiteres Monster in den Kampf einmischt. Ergebnis ist nicht selten ein Wipe: Nicht die Monster bekommen Haue, sondern die Gruppe. Alle Charaktere liegen am Boden - man könnte mit ihnen den Boden wischen.
Nicht immer ist daran aber ein Add schuld: Online-Spiele leben davon, dass Menschen miteinander spannende Dinge erleben. Nur sind Menschen eben auch nur Menschen. Tippt ein Spieler im Chat «bio», hat das in der Regel zur Folge, dass seine Figur bewegungslos in der Onlinewelt steht, während der Spieler afk (away from keyboard, nicht an der Tastatur) im Badezimmer einem dringenden biologischen Bedürfnis nachgeht. Kommt er zurück, meldet er das mit einem «re» für return und wird von höflichen Mitspielern mit «wb» begrüßt: welcome back - willkommen zurück!
Steht der Spieler nach überstandenem Abenteuer allein da, kann er sich bei Bedarf jederzeit wieder auf «lfg» setzen (looking für group, suche nach Gruppe), um möglichst schnell wieder mit anderen durch die Welt zu ziehen. Weitere Schlüsselbegriffe aus Online-Rollenspielen sind «Lag», durch technische Probleme verursachter Zeitabstand zwischen der vom Spieler gewählten Aktion und deren Ausführung durch die Figur im Spiel, «LD» oder «Linkdead» - die Verbindung zwischen Computer und Spielwelt wurde unterbrochen - und PVP, Player versus Player: Hier kämpfen Spieler auch gegeneinander.
So fremd manche dieser Begriffe und Abkürzungen auch klingen: Nach einigen Ausflügen mit anderen Spielern wird auch aus dem unerfahrensten Noob (Newbie, Neuling) ein erfahrener Held. Er kann dann den nächsten Neueinsteiger bei seinen ersten Schritten durch die Sprachwelt der Online-Rollenspiele unterstützen. (Heiko Haupt/dpa)

