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Wie wird 2008? Was kommt? Was bleibt? Was geht? Blogger schauen ins neue Jahr - politisch, kulturell, technisch, persönlich. Außerdem: Kopf hoch, Willi. Der Blogblick.

Nicht jeder versteht es, einen Jahresausblick so pragmatisch und praktisch wie das Berliner Weblog Spreeblick anzugehen. Hier wird einiges fürs neue Jahr angekündigt und das meiste davon lässt sich schon jetzt begutachten.Bei allen anderen bleibt es erstmal bei Plänen und Ankündigungen. Große Vorsätze formuliert der Postpunk für 2008: «1) Noch regelmäßiger updaten. 2) Köln-Marathon (wer wettet dagegen?) 3) Keine wirren Gedankensprünge mehr. Der Leser ist überfordert!» Kurz, knapp und prophetisch kommen die Blogpiloten daher: «2008 wird das Jahr der BarCamps.» Es folgt ein «Ausblick auf die wichtigsten Unkonferenzen».

Bescheidener zeigt sich Chronilo: «Ein neues Jahr ohne 'Altlasten' soll es diesmal werden, denn noch habe ich etwas Zeit, diese abzuwerfen. Und dann, im neuen Jahr, werde ich ohne Gier und nur soviel, wie für's Leben notwendig, wieder arbeiten. Auch werde ich wie bisher noch mehr um 'Lebenswertes' kämpfen. (...) Ich will mein Glas Wein genießen und das essen, was mir schmeckt. Ohne schlechtes Gewissen und ohne Diät im Hinterkopf! Auch meine Zigarette nach dem Essen und zum Kaffee lasse ich mir nicht verwehren.»

Bei diesem Thema kommt das Sport-ID-Blog zu ganz anderen Ergebnissen: «Ich bin der Meinung, dass das Jahr 2008 das beste Jahr ist, um endlich mal nicht mit dem Vorsatz zu brechen, dem Laster 'Rauchen' abzuschwören. Die Regierung hat nun allen Rauchern auferlegt, sich in Gaststätten, öffentlichen Gebäuden, Schulen, Kindergärten, Ämtern, auf Zeltfesten und und und ihrer Sucht nicht mehr hinzugeben. Wenn das also kein Grund ist, das Rauchen aufzugeben, dann weiß ich es selbst nicht.» Ja. Und nein: Seit wann hören wir denn auf unsere Regierung?

Auch Renato Mitra, Mitrablog, hält es mit einem kleinen «Ausblick ins neue Jahr und was alles erreicht werden soll: Alle meine Blogs auf die im Januar erscheinende Wordpress Version 2.4 anheben und dabei die Plugins neu überprüfen und updaten. Neues Magazin-Layout für Groovenite.com aufschalten. Die Qualität der Posts beibehalten oder verbessern. Im März ein iPhone bei Swisscom kaufen und bei ApfelBlog darüber berichten. Bis April einen iMac kaufen und bei ApfelBlog darüber berichten. Dem ApfelBlog ein neues, angemesseneres Layout verpassen. Vielleicht im Leopard-Stil oder einfach Apfel-Schlicht. Dem Blog Mitra.ch ein Facelift verpassen. Ein neues, noch geheimes Web-Experiment starten.»

Der Indiestreber prognostiziert für den 30. März: «Die Rolling Stones lösen sich auf», schiebt aber gleich nach: «April: 2. Die Rolling Stones geben bekannt, dass es sich um einen Aprilscherz gehandelt hat. Dieser war leider zu früh an die Öffentlichkeit gekommen und deshalb nicht als solcher erkannt worden.»

Ryo, Wiredearth, wendet sich den großen politischen Netzthemen zu: «So wird 2008 die Vorratsdatenspeicherung eingeführt. Ob es dann noch gut ist über solche Themen zu bloggen, ohne Angst haben zu müssen, wird sich zeigen. Die Abwanderung von Bloggern aus Europa wird sicher zunehmen. Einige deutsche Blogs werden wohl verschwinden oder in Englisch wiederauferstehen und sich nicht mehr an deutsche Benutzer wenden; die einzige Möglichkeit sich nach Meinung einiger Fachleute vor der Impressumspflicht zu retten. Der Bundestrojaner soll ja auch noch auf den Plan. Doch da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.»

Richard Martin, Domain Smalltalk, gibt sich dagegen sehr speziell und glaubt, «hochqualitative generische Domains werden weiterhin sehr begehrt sein. Immer mehr Firmen merken, wie wichtig die richtige Domain ist, somit sind immer mehr generische Domains in 'festen' Händen. (...) Weiter im Anmarsch sehe ich kurze, leicht aussprechbare brandingfähige Domains

Pipistrella kommt erstmal ins Rechnen: «Was das jahr 2008 unserer familie bringen wird: * ich werde doppelt so alt wie tochter 1 * der mann wird doppelt so alt wie tochter 2 * der altersunterschied zwischen mir und meinem mann wird doppelt so gross wie der zwischen tochter 1 und tochter 2 * wir werden 3 schnapszahlen und 2 runde feiern * und um das glück perfekt zu machen, sind der mann und ich nächstes jahr 13 jahre zusammen. es kann nur ein gutes jahr werden...»

Peter, Networking und MLM Blog, meint schließlich: «Da viele für das kommende Jahr 2008 eine Belebung des privaten Konsums in Deutschland erwarten, dürfte dies auch positive Auswirkungen auf die Verkäufe in MLM haben. Schon die in diesem Jahr erstmals gestiegenen Reallöhne in manchen Branchen (z.B IG Metall) bewirken, dass manche Bevölkerungsschichten nun eher bereit sind zu kaufen.» Ah ja. Nur: Seit wann ist die IG Metall eine Branche? Sind die Reallöhne nur bei Gewerkschaftsmitgliedern gestiegen? Und: Was um alles in der Welt ist eigentlichMLM?

Anhang

TV: Thomas Meins, loovt, nimmt die Neuauflage des RTL-Dschungelcamps zum Anlass für eine bisher recht ausgeglichene Leserumfrage. +++ Print: Die Medienpiraten beweisen mit einem Fotovergleich, dass sich in den vergangenen Jahren bei Helmut Markwort bis auf die Sakko-Farbe nicht viel geändert hat. +++ Bücher: Michael Jung, e-commerce-blog, empfiehlt die Bücher «Community Marketing Management» und «Verkaufsweg Social Commerce». +++ Suche: PropheT, SearchRequest, listet unter einer hübschen Überschrift mal wieder eine Reihe von Suchmaschinenanfragen auf. Die ersten zehn lauten: «- unterhose master - lustiges eichhörnchen mit nuss im mund - porn horses - nackte frauen aus aller welt - unterhosen banen bein frauen video - strumpfhose spitzt unter rock oder hose hervor - sprechende affen - nazi schlampen - wild leif park - die beste erfindung». +++ Kirche & Knarre: Das Watchblog Islamophobie schaut mit einem Beitrag des Deutschlandradios, «wohin sich die Religiosität in den US-Streitkräften entwickelt». +++ Kopf hoch, Kicker: Das VFLog stellt dem offiziellen Logo der Deutschen Fußball Liga (DFL) ein eigenes Logo entgegen: «Der siebenjährige Willi ist seit nunmehr sieben Jahren ein politischer Gefangener mitten in Deutschland. Willi wird festgehalten in einem kleinen, roten Käfig im Frankfurter Westend, in dem er nicht einmal aufrecht stehen kann. Dort hämmert er tagein, tagaus einen weißen Fußball gegen die vier Wände seiner Zelle. Lange hat sich niemand um Willi gekümmert, obwohl sein Schicksal Millionen Bundesbürgern bekannt ist.» Das soll sich bald ändern.
Für das Web ediert von Maik Söhler