Handyspiele stecken noch in der Warteschleife
27.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
«Die Kosten dafür sind höher als die für das Spiel selbst», erklärt Gunnar Lott von der in München erscheinenden Zeitschrift «GameStar». Da überlegt es sich mancher Hersteller zweimal, ob er etwa einen Konsolen-Hit für Handys umsetzen soll oder nicht. Hinzu kommt, dass Handyspiele laut Lott eine Domäne der Gelegenheitsspieler sind - und die müssen nicht immer wieder neue Titel haben.
Dennoch haben einige große Publisher inzwischen eigene Linien für Handyspiele. Electronic Arts (EA) veröffentlicht diese unter dem Logo «EA Mobile». «Beim Entwickeln der Spiele ist es wichtig, im Kopf zu haben, wie die Leute ihr Handy benutzen», sagt Producer Adrian Blunt. Sie dürfen zum Beispiel nicht zu lange dauern. Denn die Wartezeit auf den Bus, während der das Handy vielleicht in die Hand genommen wird, beträgt meist nur ein paar Minuten. Zudem muss die Steuerung einfach funktionieren - was nicht heißt, dass das Spiel zwangsläufig simpel ist.
Der große Konkurrent der «Fifa»-Reihe - Konamis «Pro Evolution Soccer» - ist in seiner jüngsten Auflage ebenfalls als Handyspiel erschienen. Auch hier geht die Steuerung leicht von der Hand, und die Spieltiefe ist überraschend. «Immer mehr Entwickler verstehen, dass man ein Konsolenspiel nicht einfach auf das Handy herunterbrechen kann», umschreibt Adrian Blunt die jüngsten Entwicklungen.
Disney Mobile Studios setzt zum Beispiel auf den Teeniefilm «High School Musical 2». Das Handyspiel dazu besteht aus vier Minispielen: Beim Singen und Tanzen zum Beispiel gilt es, im richtigen Rhythmus die Tasten Vier, Sechs, Sieben und Neun zu drücken. Zu «High School Musical» und zu Spielen wie «Pirates of the Caribbean III» gibt es auch Communities - zum Beispiel mit Bestenlisten, in denen sich die Spieler mit eigenen Nicknames platzieren können.
Eine Handy-Community ist auch Queep. «Sie hat verschiedene Funktionen, und eine davon sind Spiele», sagt Cornelius Rost, Geschäftsführer des im Sommer 2007 gestarteten Angebots. Zuletzt waren zwei Spiele im Angebot, die sich unter www.queep.de aufs Handy laden lassen. Sie können alleine oder über das mobile Internet gegen ein anderes Queep-Mitglied gespielt werden. Pro Woche kostet die Nutzung der Community 99 Cent - hinzu kommen bei Partien über das Netz die Verbindungsgebühren.
Einen neuen Vorstoß unternehmen will der Hersteller Nokia, dessen Spielehandy N-Gage nicht zum Erfolg geworden war: N-Gage soll als Downloadplattform weitergeführt werden, von der sich Spiele laden lassen - zuletzt war der Start für Ende 2007 vorgesehen. «Die Spiele sollen auf Geräten aus Nokias N-Serie laufen und zwischen etwa sieben und zwölf Euro kosten», sagt Markus Eckstein. Zuvor können sie ebenfalls kostenlos angespielt werden. (Florian Oertel/dpa)

