28.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Gute Grafik, schlichter Plot: Szene aus Uncharted
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mit «Uncharted: Drakes Schicksal» liegt nun ein neues Action-Adventure für die Playstation 3 vor. Grafisch ist es herausragend, inhaltlich eher konventionell und erinnert an eine alte Bekannte.
Francis Drake gehört zu den Ikonen vieler Jungen. Nach zahlreichen Bearbeitungen in Literatur und Film taucht der englische Kapitän und Freibeuter jetzt in einem Action-Adventure für die Playstation 3 auf. Im Stil von Lara Croft turnen die Spieler hier in der Rolle von Nate Drake, einem fiktiven Nachfahren von Francis Drake, durch tropische Ruinenstädte oder schaurige Bunkerräume - immer auf der Suche nach dem sagenhaften Schatz von El Dorado.
Wichtigstes Navigationsmittel ist eine schwer zu deutende Karte, gefunden im ansonsten leeren Sarg von Francis Drake, den Nathan unter den Augen der wachsamen Journalistin Elena vom Meeresgrund hebt. Als es auf die Schatzsuche geht, fahren Nate und sein Kumpan Sully der neugierigen Fernsehreporterin davon. Die resolute Frau lässt sich aber nicht so leicht abschütteln und stellt bald unter Beweis, dass sie mit der Waffe genauso gut umgehen kann wie mit der Kamera.
Wie Tomb RaiderDer US-amerikanische Entwickler Naughty Dog hat sich für die Schatzsuche offensichtlich von den Spielen der Tomb-Raider-Serie inspirieren lassen. Wie Lara Croft klettert und springt Nate emsig in den abenteuerlichen Dschungel-Landschaften herum. Wenn ein Felsvorsprung zu bröckeln beginnt, an dem sich der Held gerade wagemutig entlanghangelt, darf man nicht nervös werden, sonst droht Farbverlust: Vor dem Tod wechselt die Spielszenerie in einen Schwarz-Weiß-Modus. Bei der Steuerung am Controler verwendet das Spiel auch den Bewegungssensor, etwa zum Balancieren über Baumstämme und Balken.
Neben den akrobatischen Klettereien in exotischen Landschaften sind es die zahlreichen Ballereien, die das Spielgeschehen prägen. Auf El Dorado, eine goldene Statue, sind noch mehrere andere Gruppen scharf. Außerdem gibt es Heerscharen von Dämonen zu bekämpfen, ruhelose spanische Soldaten, die sich in der Geschichte schon einmal der Statue bemächtigt hatten.
Für die endlosen Kämpfe haben sich die Entwickler neben den üblichen Waffen ein paar Besonderheiten einfallen lassen. So kann man Granaten werfen, indem man mit dem Bewegungssensor des Controlers zuvor deren Flugbahn bestimmt.
Schwindelnde DrehungenSchon vor dem Ziel werden in jedem Level kleinere Schätze verteilt, wenn man denn die mit Punkten gemessenen Vorgaben erreicht. Auch gibt es dann Belohnungen wie eine beschleunigte Geschwindigkeit, neue Kostüme oder Waffen.
Während die Spielidee eher vertraut anmutet, kann die Grafik in vielen Szenen neue Maßstäbe setzen. Selbst bei schneller Kameraführung bauen sich die detailreichen Landschaften in Echtzeit auf. Dreht sich Nate schnell um sich selbst, beginnt die Szenerie zu verschwimmen, so dass dem Betrachter fast schwindelt.
Erfahrende Spieler haben die 22 Kapitel des Videogames in etwa acht Stunden absolviert. Das Spiel hat eine Jugendfreigabe ab 16 Jahren und wird von Sony Computer Entertainment zum Preis von 71,95 Euro vertrieben. (Peter Zschunke/AP)