Widgets: Kleine Helfer mit Tücken
20. Dez 2007 11:26
 |  Wetter, Börse, Sport: Widgets bieten unterschiedliche Informationen | Foto: Jens Schierenbeck/dpa/tmn |
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Widgets sind kleine Programme, die beim Surfen im Internet nebenher mitlaufen. Sie können teilweise sehr benutzerfreundlich sein, doch sollte man darauf achten, woher sie kommen.
Widgets - manchmal auch Gadgets genannt - sind kleine, eigenständige Programme, die meistens nur einem einzigen Zweck dienen. Sie können zum Beispiel das Wetter oder bestimmte Aktienkurse anzeigen. Andere Widgets dienen als digitale Notizzettel oder helfen dem Benutzer, seine Ebay-Aktivitäten im Auge zu behalten. Wer gerne seinem Computer beim Arbeiten zusieht, kann ein Widget installieren, das Hardware und Betriebssystem beobachtet.
Tausende der kleinen Hilfsprogramme sind online verfügbar, die meisten können kostenlos heruntergeladen werden. Die Funktion ist meistens sehr einfach, das Aussehen oft schick. Einige Betriebssysteme bringen bereits eine eigene Widget-Sammlung mit. In der Sidebar von Windows Vista beispielsweise können Benutzer unter anderem ihre Termine in einen Kalender eintragen oder eine Neuauflage des Spiele-Klassikers Pong spielen. Mac-Benutzern steht seit der OS X-Version 10.4 das Dashboard zur Verfügung. Von dort aus können Nutzer via Widget Wikipedia lesen und Beiträge editieren, den eigenen Kalorienhaushalt überwachen oder sich den Text des Liedes anzeigen lassen, das gerade auf dem Computer läuft. Zum Sortiment gehören auch skurrile Mini-Programme wie «Lobster Petting» - ein virtueller Streichelzoo mit einem Hummer als einzigem Insassen - oder ein Widget, das hin und wieder Fakten über Action-Darsteller Chuck Norris zum Besten gibt. Insgesamt stehen auf www.apple.com mehr als 3000 Widgets zum Download zur Verfügung.
Vetrauenswürdige Quellen
«Widgets sind dazu da, kleine Informationsbrocken oder Statusmeldungen schick zu präsentieren», erklärt Andreas Beier von der in Hannover erscheinenden Computerzeitschrift «c't». Sinnvoll eingesetzt, können Widgets Zeit sparen: «Weil beispielsweise beim Dashboard ein Tastendruck zu vielen kleinen Programmen führt. Mit einem weiteren Tastendruck sind sie wieder weg, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.» Das kann praktisch sein, wenn es etwa darum geht, nur mal schnell einen Geldbetrag in eine andere Währung umzurechnen. Manche Benutzer merken allerdings mit der Zeit, dass einige Widgets doch nicht so nützlich sind, so Beiers Beobachtung. «Wer den ganzen Tag sein E-Mail-Programm laufen hat, braucht kein Widget, das meldet, wenn eine neue Mail gekommen ist.»
Candid Wüest, Sicherheitsspezialist beim Anti-Viren-Software-Hersteller Symantec in Zürich, rät Benutzern, nur Widgets aus vertrauenswürdigen Quellen zu nutzen. Ein Beispiel sind die Webseiten großer Computerzeitschriften. «Wie bei jedem anderen Programm gilt auch hier, den Kopf einzuschalten, bevor man etwas herunterlädt.» Denn die oft einfach programmierten Widgets machen es Angreifern leicht, unerwünschte Software einzuschleusen.
Warnungen vor Widgets
Dass nicht viele Fälle bekannt sind, in denen das passiert ist, liege vermutlich daran, dass Widgets noch nicht allzu stark verbreitet seien, so Wüest. «Es ist leider sehr einfach, solche Schadsoftware zu erstellen und damit beispielsweise private Daten auszulesen. Deshalb wird es auch wieder vorkommen.» Das Softwareunternehmen Finjan warnt in seinem Web-Sicherheits-Report ebenfalls davor, dass Widgets in Zukunft häufiger als bisher von Angreifern missbraucht werden könnten: «Ich empfehle Benutzern, zu überprüfen, ob es für ihre bereits installierten Widgets neue Versionen oder Sicherheitsupdates gibt», sagt Yuval Ben-Itzhak, Entwicklungsleiter bei Finjan im israelischen Netanya.
Widgets für Windows und Mac OS gibt es unter anderem bei Yahoo. Mac-Nutzer finden die kleinen Programme außerdem sowohl auf der amerikanischen als auch auf der deutschen Seite von Apple. Und wer Linux mit der Gnome-Desktop-Umgebung nutzt, findet geeignete Widgets zum Beispiel unter Gnome. (Juliane Mroz/dpa)