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Niederlande verpflichten Ämter auf Open Source

18. Dez 2007 11:17
Für freie Software und Open Source: Demonstrant auf einer Microsoft-Veranstaltung in China
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Alle niederländischen Regierungsbehörden sollen bis zum April 2008 ihre Computer auf die Arbeit mit so genannter freier Software umstellen. Marktführer Microsoft zeigt sich besorgt.

Die niederländischen Regierungsbehörden sollen per Direktive bis April 2008 ihre Arbeit am Computer auf Open Source-Software und auf freie Dateiformate umstellen. Danach können sie zwar auch weiter andere Programme und Formate nutzen, müssen dann aber begründen, warum es nicht anders geht. Das erklärte nun Edwin van Scherrenburg, Sprecher des Wirtschaftsministeriums.

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Viele Regierungen auf der ganzen Welt haben schon ihr Interesse an freier Software bekundet. Einige haben auch schon mit der Einführung offener Standards begonnen, aber nur wenige sind so weit gegangen wie jetzt die Niederlande.

Die Anweisung verpflichtet die Regierungsbehörden beispielsweise, bis April die Einführung des Dokumentenstandards ODF(Open Document Format) für Textdokumente vorbereitet zu haben. Für lokale Behörden gilt dies ab 2009. ODF wird zum Beispiel von Openoffice verwendet, einer freien Alternative zu Microsoft Office.

Große Einsparungen möglich

Auch werden die Behörden angewiesen, wenn möglich immer Open Source-Programme und Dateien zu benutzen. Van Scherrenburg sagte, die Regierung rechne allein beim Wohnungsamt durch die Umstellung auf ODF mit Einsparungen von sechs Millionen Euro im Jahr. Das Geld könne bei Lizenzen und Wartungsarbeiten eingespart werden.

Microsoft hatte sich zuletzt sehr bemüht, für seinen Open-Office-XML-Standard die Zertifizierung als «Open Source» zu bekommen. Die Internationale Organisation für Normung (International Standards Organization - ISO) verweigerte aber zunächst ihre Zustimmung. Die ISO ist auch für die niederländische Regierung die maßgebende Behörde.

Der Sprecher von Microsoft in den Niederlanden, Hans Bos, verwies darauf, dass Word-Dokumente weiter erlaubt seien. Auch erwarte Microsoft, dass Open Office XML schon bald als «Open Source» zertifiziert sei.

Amsterdam geht voran

Andere Aspekte der Regelung der niederländischen Regierung bereiteten Microsoft aber Sorgen. Besonders die Anweisung, freie Software bevorzugt zu nutzen, sei eine starke Einschränkung. Einem Modell so deutlich den Vorzug zu geben, sei für den Software-Markt nicht sinnvoll, sagte Bos.

Er kritisierte auch die beschlossene Definition von «Open Source». Sie sei problematisch, weil sie den Einsatz sinnvoller Formate verhindere, die sich inzwischen bewährt hätten, wie zum Beispiel GSM, MP3, Mpeg2, Mpeg4 und Bluetooth, sagte Bos. Wirtschaftsminister Frank Heemskerk kündigte bei der Bekanntgabe der Beschlüsse auch die Einrichtung eines Amtes an, dass die Umstellung technisch unterstützen soll. Eine andere Behörde soll die Umsetzung überwachen.

Die Stadt Amsterdam testet schon die komplette Umstellung auf Open-Source-Software. So werden alle PCs im Wohnungsamt und in der Bezirksverwaltung Zeeburg auf das freie Betriebssystem Linux umgestellt. Dies haben auch schon etliche andere Städte in Europa getan, darunter München und Wien. (Toby Sterling/AP)

 
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