Niederlande verpflichten Ämter auf Open Source
18.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Anweisung verpflichtet die Regierungsbehörden beispielsweise, bis April die Einführung des Dokumentenstandards ODF(Open Document Format) für Textdokumente vorbereitet zu haben. Für lokale Behörden gilt dies ab 2009. ODF wird zum Beispiel von Openoffice verwendet, einer freien Alternative zu Microsoft Office.
Microsoft hatte sich zuletzt sehr bemüht, für seinen Open-Office-XML-Standard die Zertifizierung als «Open Source» zu bekommen. Die Internationale Organisation für Normung (International Standards Organization - ISO) verweigerte aber zunächst ihre Zustimmung. Die ISO ist auch für die niederländische Regierung die maßgebende Behörde.
Der Sprecher von Microsoft in den Niederlanden, Hans Bos, verwies darauf, dass Word-Dokumente weiter erlaubt seien. Auch erwarte Microsoft, dass Open Office XML schon bald als «Open Source» zertifiziert sei.
Er kritisierte auch die beschlossene Definition von «Open Source». Sie sei problematisch, weil sie den Einsatz sinnvoller Formate verhindere, die sich inzwischen bewährt hätten, wie zum Beispiel GSM, MP3, Mpeg2, Mpeg4 und Bluetooth, sagte Bos. Wirtschaftsminister Frank Heemskerk kündigte bei der Bekanntgabe der Beschlüsse auch die Einrichtung eines Amtes an, dass die Umstellung technisch unterstützen soll. Eine andere Behörde soll die Umsetzung überwachen.
Die Stadt Amsterdam testet schon die komplette Umstellung auf Open-Source-Software. So werden alle PCs im Wohnungsamt und in der Bezirksverwaltung Zeeburg auf das freie Betriebssystem Linux umgestellt. Dies haben auch schon etliche andere Städte in Europa getan, darunter München und Wien. (Toby Sterling/AP)

