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23 Milliarden SMS-Nachrichten in 15 Jahren

08. Dez 2007 12:21, ergänzt 13:38
350 SMSe pro Handy-Nutzer
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15 Jahre ist es her, da wurde die erste SMS versendet. Seitdem hat die Kurzmitteilung einen unvorhersehbaren Siegeszug erlebt. Beim Verfassen gibt es übrigens große geschlechtsspezifische Unterschiede.

Vor 15 Jahren wurde die erste SMS versendet. «Seither hat sie einen unglaublichen, in keiner Weise vorhersehbaren Siegeszug erlebt», sagte der Erfurter Handy-Forscher Joachim Höflich in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. 23 Milliarden SMS-Nachrichten werden die Deutschen nach Schätzung des Bundesverbandes Informationswirtschaft bis zum Jahresende verschickt haben - etwa 350 je Handynutzer. Noch im Jahr 1999 waren es erst 3,6 Milliarden gewesen.

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Am 3. Dezember 1992 hatte ein Techniker in Großbritannien die erste Kurznachricht (Short Message) zu Testzwecken von einem Computer an das Mobiltelefon eines Kollegen übertragen. Die Botschaft lautete: «Merry Christmas». Der Short Message Service (SMS) war damals gar nicht für die Kommunikation zwischen den Telefonnutzern gedacht. Vielmehr wollte der Betreiber damit die Nutzer unter anderem über Netzstörungen informieren. Deshalb wurde dieses Nebenprodukt auch zunächst kostenlos angeboten.

Der Erfolg dieses Mediums sei angesichts der meist wenig benutzerfreundlichen Funktion erstaunlich, sagte Höflich. Die Tastatur sei klein, das Schreiben oft schwierig. «Dass es trotzdem so eingeschlagen hat, ist auf die Jugendlichen zurückzuführen. Sie haben es sehr schnell als ihr eigenes Medium angenommen. Sie können damit weitgehend unkontrolliert von den Eltern kommunizieren, quasi unter der Bettdecke Nachrichten empfangen und verschicken.»

Junge Leute hätten auch eine unglaubliche Virtuosität beim Schreiben von SMS-Texten und eine eigene Sprache entwickelt. «Nun gut, die Texte sind oft eher profan: «Hab dich ganz doll lieb» oder abgekürzt «hdgdl» wird da dem Empfänger mitgeteilt. Aber unser Alltag ist ja auch überwiegend profan», meinte der Handy-Forscher.

Vergleichbar mit Zettelchen

Seit 1994 unterstützen alle Mobiltelefone Versand und Empfang der Kurznachrichten. «Inzwischen ist es Alltag geworden. Heute sehen wir, wie sogar die Bundeskanzlerin mit dem Daumen die Tasten ihres Handys bearbeitet», so der Professor.

Unter Schülern seien SMS mit den Zettelchen vergleichbar, die sich Mädchen und Jungen unter der Schulbank zusteckten. Oft würden sie auch gemeinsam geschrieben und gelesen. Beim Verfassen der SMS gebe es große geschlechtsspezifische Unterschiede. «Frauen schreiben nicht nur mehr Briefe und Mails, sondern auch mehr, längere und schönere SMS», weiß Höflich aus Studien. «Die Antworten der Männer fallen meist eher kurz aus, etwa: «Ich dich auch, dein Otto».»

Die SMS im bisherigen Format ist laut Höflich ein Auslaufmodell. «Wenn von jedem Handy Mails in beliebiger Länge versendet werden können, braucht es die Reduktion auf die 160 Zeichen nicht mehr.» Für den Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien gibt es allerdings noch keinen Anlass für einen Abgesang auf die SMS: Eher werde die Mobile Multimedia-Nachricht MMS mit Urlaubsfoto die Postkarte ersetzen, glauben die Fachleute. (Thomas Kunze, dpa)

 
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