Seit 1994 unterstützen alle Mobiltelefone Versand und Empfang der Kurznachrichten. «Inzwischen ist es Alltag geworden. Heute sehen wir, wie sogar die Bundeskanzlerin mit dem Daumen die Tasten ihres Handys bearbeitet», so der Professor.Unter Schülern seien SMS mit den Zettelchen vergleichbar, die sich Mädchen und Jungen unter der Schulbank zusteckten. Oft würden sie auch gemeinsam geschrieben und gelesen. Beim Verfassen der SMS gebe es große geschlechtsspezifische Unterschiede. «Frauen schreiben nicht nur mehr Briefe und Mails, sondern auch mehr, längere und schönere SMS», weiß Höflich aus Studien. «Die Antworten der Männer fallen meist eher kurz aus, etwa: «Ich dich auch, dein Otto».»
Die SMS im bisherigen Format ist laut Höflich ein Auslaufmodell. «Wenn von jedem Handy Mails in beliebiger Länge versendet werden können, braucht es die Reduktion auf die 160 Zeichen nicht mehr.» Für den Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien gibt es allerdings noch keinen Anlass für einen Abgesang auf die SMS: Eher werde die Mobile Multimedia-Nachricht MMS mit Urlaubsfoto die Postkarte ersetzen, glauben die Fachleute. (Thomas Kunze, dpa)