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Einkaufen per Mausklick - bezahlen auch

05. Dez 2007 08:09
Eingekauft ist schnell. Aber bezahlt?
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Wo die Weihnachtseinkäufe zunehmend im Internet getätigt werden, stellt sich rasch die Frage, wie man dort am besten die Rechnung begleicht. Jürgen Liebherr stellt einige Online-Bezahlsysteme vor.

Nicht jeder hat Zeit oder Lust, sich in den Vorweihnachtsrummel der Fußgängerzonen zu stürzen. Nach drei Stunden City-Shopping liegen die Nerven blank, die Füße sind platt. Daher werden in diesem Winter sicher wieder mehrere Millionen Bürger ihre Einkäufe von Zuhause aus erledigen. Eine aktuelle Infratest-Umfrage im Auftrag des Online-Bezahldienstes Giropay besagt, dass fast jeder fünfte Deutsche zum Christmas-Shopping ins Netz geht. Bei den unter 30-Jährigen ist es sogar nahezu jeder Dritte.

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  • Eine Ende November veröffentlichte Studie der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) ergänzt diese Zahlen: Demnach haben in den vergangenen zwölf Monaten mehr als drei Viertel der Internetnutzer Waren im Internet gekauft. Das waren 30,17 Millionen Bundesbürger. Immer öfter landen also mit wenigen Klicks Weihnachtsgeschenke wie Bücher, CDs oder Elektronik- und Haushaltsartikel im Warenkorb.

    Wenn es dann ans Zahlen geht, sind die meisten Deutschen eher konservativ. Ein Großteil wird über Lastschrift und Rechnung oder seltener auch über Kreditkarte abgewickelt. Die meisten Online-Shopper geben verständlicherweise ihre persönlichen, teils sensiblen Daten nur großen, bekannten Unternehmen wie Amazon.de. Gerade bei unbekannten Shops bleibt bei vielen ein ungutes Gefühl - angesichts alarmierender Berichte über Phishing, Betrug und Online-Diebstahl.

    Online-Bezahlsysteme

    Immer mehr Internet-Shopper benutzen daher alternative Zahlungsmethoden: Online-Bezahlsysteme fungieren quasi als Treuhänder, als Finanzvermittler zwischen Shop und Kunde. Der Käufer muss sich lediglich einmal die Mühe machen, sich beim E-Payment-Provider seiner Wahl anzumelden. Dann steht ihm per Button in vielen Shops diese Bezahlvariante zur Verfügung. Mit ein paar Klicks und einem Passwort kann nun eingekauft werden - egal ob sich um Kleinstwaren wie den kostenpflichtigen Download eines Artikels der Stiftung Warentest oder um eine Digitalkamera handelt.

    Die etabliertesten Bezahldienste in Deutschland sind im Moment Clickandbuy, Paypal, Giropay sowie T-Pay. Neben Dutzenden kleineren Payment-Anbietern sind vor allem Iclear, Webcent und Paysafecard auf Wachstumskurs.

    Clickandbuy

    Clickandbuy (früher Firstgate) hat mit fast 5000 Händlern, die das System anbieten, die wohl größte Verbreitung in Deutschland. Bei der Kontoeröffnung gibt der Kunde an, welche Abrechnungsart (Lastschrift, Kreditkarte oder Giropay) er für das Bezahlverfahren wählen möchte. Dann bekommt er einen Nutzernamen und ein Passwort. Beides reicht, um sich nach einem Mausklick auf den Click&Buy-Button beim Online-Einkauf zu authentifizieren. Anfangs auf Kleinstbeträge spezialisiert, sind bei dem deutschen Bezahldienst mittlerweile auch Zahlungen bis zu 5000 Euro möglich.

    Paypal

    Paypal gibt es in den USA seit 1998. 2002 wurde der Online-Zahlungsservice dann von Ebay gekauft, heute ist er ein voll integrierter Bestandteil der Auktionsplattform. Paypal breitet sich rasant aus, das System des Weltmarktführers wird immer öfters auch jenseits von Ebay eingebunden. Potenzielle Nutzer eröffnen ein Paypal-Konto, indem sie sich mit einer gültigen E-Mail-Adresse anmelden und die Daten ihres Kontos und/oder ihrer Kreditkarte als Referenz hinterlegen.

    Mehr im Internet:
    Zahlungen können dann per E-Mail veranlasst und per Lastschrift, Kreditkarte oder Giropay ausgeglichen werden. Alternativ kann man ein Paypal-Konto mit einer Überweisung «aufladen». Besonderheit: Unter gewissen Umständen greift bei Paypal sogar ein Käuferschutz. Liefert der Verkäufer nicht den Artikel, bekommt der Käufer sein Geld zurück.

    T-Pay

    T-Pay ist seit 2002 am Start und wird derzeit in etwa 2500 Shops angeboten. Wer sich beim Bezahldienst der Deutschen Telekom registriert, kann bei der Abwicklung zwischen mehreren Bezahlvarianten wählen: Lastschrift, Kreditkarte, «Pay by Call»/«Call and Pay» (Anruf einer generierten Telefonnummer und Abrechnung über die Telefonrechnung), «Micromoney» (spezielle Guthabenkarten) oder die Telekom-Telefonrechnung. Besonders praktisch ist T-Pay für Nutzer eines T-Online Internet-Zugangs. Sie können ohne Extra-Anmeldung das T-Online-Netzausweis-Login benutzen.

    Giropay

    Giropay ist ein Online-Bezahlverfahren, das speziell Kunden der Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken und Postbank zur Verfügung steht. Der angemeldete Kunde klickt beim Bezahlvorgang auf den Giropay-Button, alles weitere läuft dann - wie beim Online-Banking - über die Hausbank. Vorteil: Der Verkäufer erhält ein sofortiges Feedback, der Warenversand kann verzögerungsfrei erfolgen.

    Iclear

    Iclear-Kunden melden sich einmalig und kostenlos an. Danach können sie in rund 3000 Shops mit ihrem Benutzernamen und Passwort einkaufen. Neukunden müssen zur Risikominimierung vor dem ersten Kauf eine Vorauskasse in Höhe des ersten Bestellwerts an Iclear leisten. Vorteil: Alle Zahlungen werden treuhänderisch verwaltet und erst nach Ablauf der gesetzlichen Produkt-Rückgabefrist an den Händler weitergeleitet.

    Paysafecard

    Mehr im Internet:
    Paysafecard arbeitet nach dem Prepaid-Prinzip. Ein Kunde kauft sich in einer der über 45.000 deutschen Vertriebsstellen eine Karte mit einem bestimmten Guthabenwert von zehn bis 100 Euro. Dann kann die Paysafecard im Internet fast wie Bargeld eingesetzt werden: Man rubbelt einen 16-stelligen Pin-Code frei und gibt ihn beim Shop als Kaufbestätigung ein. Der Einkauf erfolgt also anonym, da weder eine Anmeldung noch die Angabe eines Namens bzw. der Kontodaten nötig sind.

    Web.cent

    Web.cent, der Bezahlservice von Web.de, arbeitet ebenfalls nach dem Prepaid-Prinzip. Nach der Anmeldung muss der Kunde sein Konto mittels Überweisung, Lastschrift oder Kreditkarte auffüllen. Vorteil: Das Bezahlen von Kleinbeträgen bis 30 Euro erfolgt durch Eingabe seines Web.de-Nutzernamens sowie eines Passworts – also ohne zusätzliche Angabe sensibler Daten. Außerdem lassen sich mit Web.cents auch die hauseigenen Dienste und Angebote begleichen. Ein Web.cent entspricht dabei einem Eurocent.

    Handhabung und Sicherheit

    In der Handhabung unterscheiden sich die einzelnen Verfahren kaum. Vor der ersten Benutzung meldet sich der User mit seinen Adressdaten, seiner E-Mail-Adresse und seiner Bankverbindung oder Kreditkartennummer an. Vertrauliche Daten sollten nur über eine sichere SSL-Verbindung übersendet werden. Sowohl die Anmeldung als auch die Einkaufsaktion erfolgen in der Regel gebührenfrei. Lediglich die Händler müssen dem Payment-Provider unter Umständen Provisionen im Bereich von Promillebeträgen bis hin zu 30 Prozent des Verkaufspreises zahlen.

    Bei der Sicherheit gibt es offiziell kaum größere bekannte Vorfälle. Selbst die Verbraucherzentralen sprechen nur von «vereinzelten Vorfällen von Missbrauch bzw. Problemen beim Online-Bezahlen». Im Herbst wurde ein Zwischenfall bei Ebay bekannt: Hacker sollen sich mindestens zwei Wochen lang über eine Programmierschnittstelle von Paypal Zugriff auf die Nutzerdaten von Ebay-Kunden verschafft haben.

    Mehr im Internet:
    Von kleineren Problemen mit Payment-Providern berichten diverse Seiten im Netz wie www.paypalsucks.com oder www.paypalwarning.com. In Foren, Diskussionen oder Blogs kommen häufiger genervte PayPal-User zu Wort. Sie erzählen, dass das Payment-Unternehmen öfters Geldbeträge «einfriert», also Zahlungen nicht weiterleitet. Zudem sei die Kommunikation mit dem Unternehmen sehr beschwerlich bis unmöglich.

    Praktisch und sicher

    Trotzdem: Wer die üblichen Sicherheitsregeln des Webs beachtet, ist mit den etablierten E-Payment-Systemen gut bedient. Im Prinzip ist diese Bezahlvariante sogar praktischer und sicherer als Lastschriftverfahren und Kreditkartenabbuchung, weil weder die kompletten Adressdaten noch Konto- oder Kreditkartennummern eingegeben werden müssen. Hundertprozentig sicher sind Bezahlsysteme im Netz nicht. Das gilt aber auch fürs Weihnachtsshopping. Bertrüger und Diebe gibt's nunmal online wie offline.

     
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