netzeitung.de2008 könnte Jahr der Daten-Spionage werden

 Herausgeber: netzeitung.de

Experten der IT-Sicherheit erwarten für das kommende Jahr einen drastischen Anstieg im Bereich der Cyber-Attacken. Betroffen könnten Banken, Firmen und Behörden sein. Viele Angriffe kommen aus China.

Zum Jahresende häufen sich Warnungen vor ausländischer Spionage in Behörden- und Firmenrechnern. So rief Medienberichten zufolge der britische Geheimdienst MI5 kürzlich die Firmen des Landes zu erhöhter Wachsamkeit vor Angriffen aus China auf. Das IT-Sicherheitsunternehmen McAfee erwartet, dass sich die internationale Spionage in Datennetzen von Behörden und Unternehmen im nächsten Jahr zu einem der größten Sicherheitsprobleme überhaupt entwickeln wird.

Weitere bedeutende Risiken seien die Zunahme der Angriffe auf Onlinedienste etwa von Banken sowie das Entstehen eines hoch differenzierten Malware-Marktes, heißt es in dem «Virtual Criminology Report». Dieser berücksichtigt nach Angaben von McAfee auch Forschungsergebnisse der Nato, des FBI, der britischen Behörde zur Verfolgung des organisierten Verbrechens (Serious Organised Crime Agency, SOCA) sowie von Hochschulen und Expertengruppen.

Bevorzugte Ziele von Cyberspionage und -sabotage sind demnach sensible Systeme der öffentlichen Infrastruktur wie Stromnetze, die Flugsicherung, die Finanzmärkte oder behördliche EDV-Netze. Von den weltweit rund 200 Ländern nutzten 120 das Internet zu Spionagezwecken, erklärt McAfee. Ein Großteil der Webattacken gehe von China aus.

Statt wie früher vor allem aus Neugier oder sportlichem Ehrgeiz in fremde Netze einzudringen, beteiligten sich Hacker heute eher an professionell geplanten und finanzierten Operationen zur illegalen Beschaffung politischer, militärischer, wirtschaftlicher oder technischer Informationen. (AP)