Bloggen im Winter: «Alle Mann an die Pumpen!»27. Nov 2007 09:21  |  Wann Bloggen wohl olympisch wird? Ein Sportler bei den Olympischen Winterspielen | Foto: AP Photo/Amy Sancetta |
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Ein Blogger spendet Knochenmark, ein anderer zieht mit Dolly Buster durch Prag. Außerdem: ein Abschiedsbrief auf Probe und ein Buch mit Strom. Der Blogblick.
«Die Wände passend zum Wetter grau gestrichen, die Nase ebenso gestrichen voll (nur Laune, ansonsten kerngesund). Das Jahr endet, wie es begann - wie von der Pechmarie bekleckert. Bis Anfang Januar, das ist gewiss, geht der Gang durch eine freudlose Gasse, stumm, aber, so die Regieanweisung, dafür mit erhöhtem Tempo. Jemand in der Fabrik hat bereits die roten Zonen der Manometer übermalt.» kid37 macht sich
winterfest.
Zeit für lange Texte. Für Serien gar.
ker0zene wird einem Leukämiekranken Knochenmark spenden. Die
Voruntersuchung:
«Die Ergebnisse werden am 27. November vorliegen, am 28. entscheide er (der Chefarzt) dann, ob die Entnahme durchgeführt werden könne oder nicht. Zur selben Zeit beginne dann die Vorbehandlung des Empfängers, was in der Regel eine Chemotherapie sei. Ab diesem Zeitpunkt wäre ein Rücktritt von meiner Spendenwilligkeit dann quasi das Todesurteil für den Empfänger, da die Vorbehandlung den Körper so weit schwäche, dass ohne die anschließende Zuführung von Stammzellen keine Kraft für eine Regeneration bleibe.» (
Teil 1:
If you want blood;
Teil 2:
Stammzellen)
Glamourdick
war einmal
beruflich in Tschechien: «Das erste was mir in Prag auffällt ist, dass alte Männer dort hauptsächlich schwer abgearbeitet aussehen. Kaputte Beine, krumme Rücken, dicke fette Brillengläser. Das liegt daran, dass ich vom Flughafen nicht ins Hotel gefahren werde, wo es keine alten Männer gibt, sondern gleich zum ersten Drehort für einen RTL-Beitrag über Dolly Buster und ihre Kandidatur für das Europa-Parlament in Tschechien im Sommer 2004.»
Titel der Reihe: Prag. Ein Trip. Ein Fenstersturz. Aus
Teil 2:
«Als ich Jiri frage, wovon er lebt, sagt er, er träume von einer Karriere als Autor und schreibe für den NEI-Report, ein Pornoblatt. Außerdem arbeite er für das Zollamt. Auf die Frage, wieviele Zigaretten ich aus der Tschechei ausführen darf, weiß er keine Antwort. In der NEI-Zentrale lege ich einen NEI-Report auf den Tisch und frage ihn, welcher Artikel von ihm stammt. Er strahlt, setzt sich neben mich und schlägt den Artikel auf. Es geht um heterosexuellen Analsex.»
Teil 3:
Die Episode mit dem Fenstersturz.
Das Ärgerliche am eigenen Tod (neben ein paar anderen Sachen): Man kann die Nachrufe nicht mehr lesen. Außer man ist Blogger. Der Abschiedsbrief auf Probe ist ein Genre, so alt wie das Bloggen selbst. Und die kathartische Wirkung ist ganz beträchtlich. Jeriko hört also
auf zu bloggen:
«Mir fallen immer noch Dinge ein, über die ich eine Kleinigkeit schreiben könnte, nur um dann doch keine Lust mehr zu verspüren. Vorratsdatenspeicherung, herrje, da hätte ich Meter über Meter verzapfen können, aber ich wollte es nicht. Bahn vs. GDL, und wie ich davon betroffen bin, aber ich wollte es nicht. Filme, Musik, Skurilles, aber ich wollte es nicht.»
Jeriko hört also doch
nicht auf zu bloggen:
«Ich kann doch jetzt nicht ernsthaft 'nen Rückzieher machen, wie siehtn das aus. Da denkt doch jeder, der Jeriko der blöde Sack, der schreibt so einen Mist doch nur, um ein bisschen verhätschelt zu werden, Bestätigung zu kriegen.»
Manche Hardware-
Geeks
jubelten, als Amazon sein Lesegerät für E-Books vorstellte. Andere zuckten hörbar mit den Achseln. ben_ jedenfalls
hält die Idee
für «ebenso alt wie dumm»: «Dumm dumm dumm. Dämlich. Dreistdumm. Ein Gerät, auf das ich Bücher runterladen kann, für die ich bezahlen soll, die ich nirgendwo anders lesen kann, auf dem alles anders aussieht als im richtigen Netz. Ein völlig neues Endgerät. Da hat Amazon die Latte der dummen Produktideen hoch gehängt. Respekt.»
Er
fordert:
«Wir brauchen EIN barrierefreies Web für ALLE. Kein WAP, Kein Extra-Handy-Portal für Webseiten. HTML für alle! Wir brauchen freien Datenaustausch!» Andreas Göldi
prophezeit
dagegen: «Ich bin mir fast sicher, dass wir in ein paar Jahren den Amazon Kindle als ein Pionierprodukt sehen werden, das zwar noch unreif war, aber am Anfang einer großen Welle stand.»
Jürgen Albertsen
bemerkt
zu dem Argument, E-Books brauchten kein Papier und schonten so den Wald: «Wohl wahr. Aber so lange ich an einer beliebigen Schwabinger Straße mehrere Porsche Cayennes, BMW Z4 und Mercedes SLK parken sehe, finde ich in dem Zusammenhang das Argument 'Verschwendung' einfach absurd.»
Mehr im Internet: Kommentare der Woche |
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Anhang
Klima: Schandhase
rettet
die Gletscher «und mit ihnen den Lebensraum von vielen lustigen Pinguinen. Man muss nur damit beginnen. Stellen Sie eine große Schüssel heißes Wasser in das Gefrierfach Ihres Kühlschranks. Warten Sie einen Tag und wiederholen Sie den Vorgang so oft, bis sich eine ausreichend dicke Eisschicht an den Wänden gebildet hat.» +++ Gender I: Lukas von Coffee and TV
zu den
Reaktionen auf Anne Wills Outing: «Das aber wirft noch eine Frage auf: Kann eine Frau, die dummerweise gut aussieht und nicht lesbisch ist, einem offenbar derart schwanzgesteuerten Mob überhaupt entkommen?» +++ Lyrik: «Here he lies, cold and hard / the last dog who shit in my yard.» Isabo
sammelt
Übersetzungsvorschläge. +++ Gender II: Das Mädchenblog
berichtet
über ein Knutsch-In gegen Homophobie. +++ Männer: Merlix
macht
Muttermilch: «Unter fröhlichen Ausrufen wie etwa 'Alle Mann an die Pumpen!' legen Sie los und stellen bald fest, es ist ein überraschend mühsames Geschäft.» +++ Mnemopraxis: undundund
gerät
in eine Erinnerungsschleife: «Eine gewaltige Matte aus Pinselhaaren hat sich in den letzten Jahren an sein Haupt geschmiegt, Pinselhaar um Pinselhaar, ein kühnes Manifest für die Pinselhaarmatte trägt er zur Schau, mein Berater, kein Vergleich mehr mit dem Bürstenschnittbanker von vor vier Jahren.» +++ Innereien: Julie Paradise will nicht darauf
achten
, was das Herz ihr sagt: «Als nächstes fangen wir dann an, auf die Lungen zu hören, danach dann auf den Verstand, und schon können wir dichtmachen.» +++ Grafik I: Die Zenzizenzizenzic Armee Fraktion
zeigt
das ultimative Rentenbeseitigungspropagandaplakat: «Rente? Wozu? Arbeiten bis zum Umfallen!» +++ Grafik II: Für Frau
Birnbaumer-Nüsselschweif.
Für das Web ediert von
Bov Bjerg.
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