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Bei «Crysis» kriegen Jugendschützer die Krise

20. Nov 2007 12:06
Mehr als nur Ballern: Szene aus
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Gerade erst auf dem Markt, gilt «Crysis» schon jetzt als bestes deutsches Computerspiel der Gegenwart. Spieler in aller Welt sind begeistert, doch es gibt auch mahnende Stimmen.

Vier Jahre hat die Entwicklung von «Crysis» gedauert, und Computerspielefans auf der ganzen Welt haben gespannt auf den neuen Ego-Shooter von Crytek gewartet. Die Firma mit Sitz in Frankfurt am Main hat sie wohl nicht enttäuscht - die ersten Kritiken von «Crysis» in den einschlägigen Spiele-Magazinen fallen durchweg positiv aus. Das Spiel aus Deutschland könnte auch weltweit ein Erfolg werden.

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«Crysis» versetzt den Spieler in eine US-Spezialeinheit, um auf einer geheimnisvollen Insel zuerst gegen Nordkoreaner, später gegen Außerirdische anzutreten und die Welt zu retten. Mit guten Worten geht das nicht, in «Crysis» sprechen die Waffen. Dabei setzt das Spiel aber Maßstäbe. Das gilt in gewisser Hinsicht für den Handlungsverlauf, für die Story, aber vor allem für die grafische Umsetzung.

Da sind im Gesicht der Personen, auf Steinen, im Sand und im Wasser noch feinste Strukturen zu erkennen. Die Bewegungen wirken echt und flüssig. Manchmal hat man eher das Gefühl, in einem Film zu sein als in einem Computerspiel. Je nach Perspektive wirkt «Crysis» faszinierend oder auch schon beängstigend.

Platz auf der Festplatte

Alle Bilder werden in Echtzeit «gerendert», das heißt, in dem Moment erstellt, in dem sie auf den Bildschirm gelangen sollen. Damit verlangen die schönen Bilder auch einiges - nämlich vom Computer, auf dem «Crysis» läuft: 2,8 Gigahertz muss der Prozessor unter Windows XP meister, bei Vista sind es sogar 3,2 GHz. Die Grafik benötigt 256 MB Arbeitsspeicher und sollte der gehobenen Klasse angehören.

«Crysis» sei «zum erwarteten Hardwaremonster geworden, das nur die wenigsten zähmen können», meint das Fachportal «Giga.de». Das Spiel sei «in dieser Hinsicht die neue Referenz und läutet die nächste Grafikgeneration ein». Da steht dann zu Weihnachten wohl häufiger ein neuer PC auf dem Wunschzettel.

Zwar versichert Crytek, dass das Spiel auch auf etwas älteren PCs noch gut laufen sollte. Für Hardware-Hersteller ist «Crysis» aber die reinste Freude, das Spiel reizt erklärtermaßen die heutigen Möglichkeiten voll aus. «Eines unserer Ziele war es, 'Crysis' zu optimieren, um auf der neuesten Hardware das beste Spielerlebnis zu haben», wird der Entwicklungschef von Crytek, Douglas Binks, vom Chip-Hersteller Intel zitiert. Dazu passte die Vorstellung der neuesten Prozessoren zu Beginn des Monats, darunter auch der Core 2 Extreme Quadcore-Prozessor QX9650, der sich «vor allem für Multimedia-Anwendungen und aufwendige Spiele» eignet.

Keine Altersfreigabe

Die Krise kriegen bei «Crysis» aber die Jugendschützer. Das Spiel hat in Deutschland keine Altersfreigabe erhalten. Wer es kaufen will, muss 18 Jahre alt sein, in anderen Ländern reichen schon 16 Jahre. «Crysis» ist ein Ego-Shooter, bei dem aus allen Rohren gefeuert wird, oft fließt Blut. Dabei gibt es sicher Spiele, bei denen mehr Blut fließt, die deutlich brutaler sind. «Crysis» gibt dem Spieler ziemlich viel Freiheit, wie die gestellten Aufgaben erledigt werden können, und garantiert damit, dass keine Langeweile aufkommt.

Dass ein Spiel wie «Crysis» überhaupt in Deutschland produziert wird, ist ein Beleg für die Stärke und auch das Wachstum der Branche hierzulande. Nach Schätzungen der Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCooper könnte die Computerspielbranche in Deutschland noch in diesem Jahr mit einem Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro an der Musikbranche vorbeiziehen.

«Crysis» ist bei Electronic Arts erschienen und kostet im Handel rund 50 Euro. Als Grafikkarten sollten in dem Rechner mindestens eine Nvidia 6800 GT oder eine ATI X800 Pro mit 256 MB Grafikspeicher stecken. (Klaus Gürtler/AP)


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