Nach Studien in den USA und in Berlin schätzten Forscher heute, dass rund zehn Prozent der Internet-Nutzer suchtgefährdet sind. Neben Jugendlichen seien es vor allem erwachsene Singles, schilderte Hintz. Ein Prozent der Nutzer sei durch diese Abhängigkeit in einen Teufelskreis geraten: Sie surften bis weit in die Nacht, fehlten in der Schule oder am Arbeitsplatz und hätten kaum noch Kontakt zu Freunden oder Familie. «Auch Offline kreisen die Gedanken um das Internet», sagte Hintz.Durchschnittlich 35 bis 40 Stunden pro Woche verbrächten Süchtige im Netz, im Vergleich zu den vier bis zehn Stunden der üblichen Nutzer, die online vor allem nach Informationen suchten. «Süchtige befriedigen im Netz vor allem ihre sozialen Bedürfnisse», erläuterte Hintz. Sie suchten Gesprächspartner und Bestätigung in der virtuellen Welt und vernachlässigten darüber ihr soziales Leben in der Realität. «Vielen Süchtigen ist ihre Isolation bewusst und sie leiden darunter.» Die Einsamkeit treibe sie dann aber wieder ins Netz – und wachse dadurch noch mehr. (Ulrike von Leszczynski/dpa)