Weihnachten: Augen auf beim Online-Kauf
15. Nov 2007 12:59
 |  Eines von vielen Angeboten: Startseite von "Netshoppers" | Foto: Screenshot: nz |
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In Internet-Shops lauern für Verbraucher manche Fallen. Doch wer Versandkosten vergleicht, Vorkasse meidet und aufs Impressum achtet, kann auch Schnäppchen machen.
Online-Einkäufe werden immer beliebter: Mehr als die Hälfte der Bundesbürger zwischen 14 und 69 Jahren geht inzwischen im Internet auf Shopping-Tour, wie die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung herausgefunden hat. Selbst Senioren bestellen immer öfter per Mausklick. Doch gerade im hektischen Vorweihnachtsgeschäft sollte man aufmerksam sein, um Online-Fallen zu umgehen, mahnt Markus Saller, Jurist der Verbraucherzentrale Bayern. Auch erfahrene Online-Einkäufer fielen immer wieder auf Betrüger herein.
Am stärksten verbreitet ist derzeit folgende Masche: Aufwendig gestaltete Seiten locken mit Knallerpreisen, die in Preisvergleichsmaschinen ganz vorn landen. Kassiert wird per Vorkasse. Doch das Schnäppchen wird nie geliefert, die Ware gibt es gar nicht. Der Käufer sieht sein Geld nie wieder, weil der vermeintliche Händler längst sein «Geschäft» wieder geschlossen hat und abgetaucht ist.«Damit fallen momentan viele Verbraucher auf die Nase», berichtet Saller. Sein Tipp: Vor einer Bestellung den Händler überprüfen, per Telefon und Suchmaschine. Gibt es den Shop wirklich? Wer betreibt ihn? Gibt es im Netz womöglich Kunden, die schlechte Erfahrungen gemacht haben?
Keine Vorauskasse
Auch der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hält das Impressum für ein Zeichen von Seriosität. Wichtig sei, dass die Anschrift des Verkäufers vollständig sei, es eine kostengünstige Hotline gebe sowie verständliche Geschäftsbedingungen.Dreh- und Angelpunkt ist zudem die Bezahlweise: Vorkasse sollte möglichst gemieden werden. Eine Überweisung kann man nicht mehr zurückholen. Wer im Voraus zahlt, dann aber nicht beliefert wird, müsste klagen. Ist der Händler schon über alle Berge, bleibt nur noch der Gang zur Polizei. «Es sind viele Betrüger unterwegs im Netz», warnt Carmen Gahmig von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Vorauszahlungen sollten höchstens dann geleistet werden, wenn der Verkäufer bekannt, die Kaufsumme gering und die Firma zuverlässig ist.
Kreditkarte oder Nachnahme
Wer bei der Bestellung die Wahl zwischen mehreren Bezahlarten hat, sollte sich für einen Kauf auf Rechnung oder per Lastschrift entscheiden, rät Saller. Zwar muss der Kunde dafür etwas tiefer in die Tasche greifen. In der Regel werden Gebühren verlangt. Doch er behält sein Geld im Griff, sollte er keine, die falsche oder fehlerhafte Ware bekommen. Lastschriften können noch sechs Wochen später zurückgeholt werden.Die Kreditkartenzahlung sei besser als ihr Ruf, meint der Jurist, aber meist auch teurer. Außerdem muss der Kunde sein Geld zurückfordern, wenn ihm die Lieferung nicht gefällt. Ein Kauf per Nachnahme ist meist günstig, schützt aber auch nicht vor Scherereien, weil das Paket bei Übergabe meist nicht überprüft werden kann.
Versteckte Kosten
Ärger gibt es immer wieder um teure Versandkosten. Grundsätzlich sollten Käufer immer auf den Endpreis achten, raten die Experten von Bitkom. Ohne Verpackung und Versand scheint so manche Ware unschlagbar günstig zu sein. Der Preisvorsprung schmilzt jedoch schnell dahin, wenn der Händler die Extras draufpackt. «Es gibt Spezialisten, die verdienen am Ende mächtig an Servicepauschalen oder Verpackungsversicherungen», warnt Verbraucherschützer Saller vor versteckten Kosten.Besonders bei Auslandsbestellungen schrauben sich die Lieferkosten schnell auf astronomische Summen hoch. Zudem müssen Händler aus Nicht-EU-Ländern nur mitteilen, dass Zusatzkosten wie Steuern oder Zoll anfallen können - aber nicht wie hoch sie im Einzelfall sind. Wer etwa günstige Damenwäsche aus USA bestellt und sich nicht über die deutsche Einfuhrumsatzsteuer informiert, hat später schnell die doppelten Kosten zu schultern.
Was den Online-Geschenkkauf versüßen dürfte: Auch beim Stöbern in virtuellen Kaufhäusern lässt es sich oft trefflich feilschen, hat Gahmig herausgefunden. Bei einem Test prüften die Mainzer Verbraucherschützer 100 Internetfirmen aus fünf Branchen auf ihre Preisfestigkeit. Das Ergebnis: Im Schnitt fielen die Preise um bis zu einem Fünftel. (Berrit Gräber/AP)