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Apples Leopard bricht aus dem Desktop-Käfig aus

31. Okt 2007 09:54
Und so sieht er aus: Apples Leopard
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Mehr Raum auf dem Mac, Backups als Zeitreisen, Mail, Kalender und Adressbuch deutlich aufgewertet – Apples neues Betriebssystem besteht den ersten gründlichen Test.

Der Handy-Hersteller Apple hat es nicht verlernt, Software für den Computer zu entwickeln. Mit iPhone-bedingter Verspätung gibt es seit einer Woche das neue Betriebssystem Mac OS X 10.5 «Leopard», zweieinhalb Jahre nach dem «Tiger». Erster Eindruck: Erstaunlich schnell - und viele nützliche Verbesserungen.

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Dabei hat es der Mac auch einfacher als Windows: Da Apple die volle Kontrolle über die Hardware hat, kann es das Betriebssystem optimal daran anpassen. Windows hingegen muss mit einer vielfältigen Hardware-Landschaft zurechtkommen und deswegen mitunter Kompromisse schließen. Apple listet 300 Neuerungen auf, die «Leopard» vom bisherigen Mac OS X 10.4 unterscheiden. Einiges wird frei im Internet erhältlich sein, so etwa der neue Browser Safari 3.0, den es nun erstmals auch für Windows XP und Vista geben wird.

Anderes bleibt dem «Leopard» vorbehalten. Lässt man sowohl die netten Gimmicks außer Acht als auch spezielle Features wie die Windows-Unterstützung BootCamp oder eine neue Kindersicherung, so gibt es im wesentlichen fünf Verbesserungen.

1. «Spaces»

Der «Leopard» bricht aus dem Desktop-Käfig aus. Das neue System hat nicht nur einen Desktop, sondern gleich vier oder mehr, maximal sind 16 möglich. Anstatt immer mehr Fenster auf einem einzigen Bildschirm zu öffnen, kann man einzelne Programme auf verschiedenen Bildschirmen platzieren und mit einer einfachen Tastenkombination hin- und herspringen. Die Taste F8 zeigt alle Desktops gleichzeitig an.

Solche «virtuellen Bildschirme» kennt Linux schon lange. Auch für Windows und den bisherigen Mac gibt es spezielle Desktop-Manager. Beim «Leopard» ist das Raumbeschaffungsprogramm jetzt integriert, und im Test macht es einen guten Eindruck. Nur einen Wunsch gibt es für das erste Update: Für die einzelnen Desktops sollte man auch einen unterschiedlichen Bildschirmhintergrund einstellen können.

2. «Stacks»

Diese «Stapel» erweitern das «Dock» am Bildschirmrand um eine neue Dimension. Die Leiste am Bildschirmrand litt bisher unter ständiger Überfüllung, weil kein Platz war, um alle häufig verwendeten Programme unterzubringen.

Jetzt kann man im rechten Bereich des Docks beliebige Ordner als «Stacks» ablegen: Ihr Inhalt präsentiert sich wahlweise als Stapel oder in einem Netzgitter. So kann man etwa alle Programme für die Bildbearbeitung in einem Paket ins Dock schieben und von dort aus starten. Die Downloads aus dem Internet werden nicht mehr auf dem Schreibtisch verstreut, sondern finden in ihrem eigenen Stapel Platz.

3. «Time Machine»

Die Zeitreise fungiert als intelligentes Backup, das täglich alle Daten des Computers sichert, am besten auf einer externen Festplatte. Geht ein Dokument verloren, lässt sich gewissermaßen die Zeit zurückdrehen, um es wiederzufinden. Das Backup wird so zum Kinderspiel.

4. «Cover Flow»

Mit dieser Neuerung im Finder lassen sich Textdokumente, Bilder und Filme in einer Voransicht darstellen, die sich bis zum vollen Bildschirm vergrößern lässt. Der Ordner lässt sich mit den Cursor-Tasten oder mit der Maus durchblättern, wobei der Inhalt dreidimensional präsentiert wird. Ebenfalls neu im Finder: Die Seitenleiste enthält «intelligente Ordner» mit allen Dateien, die am gleichen Tag, am Vortag oder in der letzten Woche geöffnet wurden.

5. Mail, Adressbuch und iCal

Diese drei Anwendungen des Betriebssystems sind jetzt aufeinander abgestimmt. Wenn man eine E-Mail mit einem Termin bekommt, erscheint ein Rahmen um das Datum, zusammen mit einem Pfeil und der Option, diesen Termin in den Kalender iCal einzutragen. Ähnlich funktioniert es mit Adressen in E-Mails.

Außerdem kann man nun Notizen und Aufgaben im Mail-Programm erstellen, die Aufgaben werden auch in den Kalender übernommen, der überdies nun auch die Uhrzeit mit einer zarten Linie anzeigt und eine bessere Alarmfunktion bietet als bisher. Das Mail-Programm dient nun auch als RSS-Reader: Hier werden mehrere deutschsprachige Nachrichtenangebote bereitgestellt, weitere können mit der entsprechenden Feed-Adresse eingefügt werden.

Der «Leopard» fühlt sich offenbar auf den neueren Macs mit Intel-Prozessoren besonders wohl. Von den älteren Macs mit PowerPC-Chip können nur noch der G5 und der G4 ab 687 Megahertz auf das neue System umsteigen. Das neue Mac-Betriebssystem kostet 129 Euro. (Peter Zschunke/AP)


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