Online-Schwanzvergleich mit Einschränkungen25. Okt 2007 15:54  |  Sie haben mehr als nur den Google Page-Rank erfunden: Sergey Brin (l.) und Larry Page | Foto: AP Photo/Ben Margot |
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Google hat offensichtlich seinen Ranking-Algorithmus für Webseiten geändert. Betroffen sind auch deutsche Online-Medien und Weblogs. Sie haben zum Teil deutlich an Gewichtung verloren. Ein Blogblick-Extra.
Was vor gut zwei Wochen als leises Gemurmel in diversen Blogs aus aller Welt
begann,
hat nun mit gehöriger Lautstärke auch die deutschsprachigen Blogs erreicht: Google hat offensichtlich in jüngster Zeit im Rahmen des quartalsüblichen Page-Rank-Updates den so genannten Ranking-Algorithmus für Webseiten verändert. Genaueres weiß man nicht und Google schweigt. Aber es scheint, dass davon vor allem gut besuchte Seiten betroffen sind, die bezahlte Links zu weniger beliebten Seiten akzeptieren.In der Folge haben zahlreiche Online-Medien, darunter auch Netzeitung.de, und viele Weblogs - die einen weniger, die anderen mehr - an Gewichtung verloren. Denn der Algorithmus bildet die Grundlage für die Reihenfolge von angezeigten Google-Ergebnissen nach einer Suchanfrage. Nicht selten werden Rankings von Bloggern einfach als «Schwanzvergleich» abgetan. Doch diesmal fallen die Reaktionen unterschiedlich aus.
Das Weblog SEO Outsourcing erklärt die
Grundlagen:
«Die Erfinder des Page Ranks sind Lawrence Page und Sergey Brin, die Gründer der Suchmaschine Google. Sie entwickelten den Page Rank, um einen Maßstab zu erhalten, wie hoch die Priorität einer Internetseite im Vergleich zum gesamten Internet ist. Bei der enormen Größe und hohen Flexibilität des Internet musste ein vereinfachtes Modell gefunden werden, was dennoch eine gewisse Aussagekraft besitzt. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass der Page Rank nicht für die Bemessung der Qualität einer Homepage zu gebrauchen ist. Er spiegelt lediglich die Beziehung der Seiten zueinander wieder.»
Das Blog e-driven.de erläutert, was neu ist und wen es
trifft:
«Seiten die bezahlte Backlinks verkaufen, haben seit heute an Pagerank verloren - und damit auch an Relevanz. Die Verlierer: Betroffen scheinen besonders große Verlagsseiten, denn viele wurden im Pagerank herabgestuft. Ohne Pagerank kein Verkauf von Backlinks und damit weniger Einnahmen - schlecht für die Verlage. Die Linkkäufer. Besonders schlecht wahrscheinlich mal wieder für Produktsuchmaschinen. Seiten und Blogs die Backlinks verkaufen (z.B. LinkLift)? Ich hoffe es ja persönlich nicht, da ich Idee eigentlich ganz gut finde ... Hm, Robert Basic hat auch noch seinen 6er Pagerank.»
Der angesprochene Robert Basic
meint:
«Mein Blog wurde anscheinend auch abgewertet, von PageRank 6 auf PageRank 4. So what, geschissen drauf, dass ich mich danach richte, was Google mag oder nicht. Meine Meinung dazu war schon immer, dass Blogs mit brutal vielen ausgehenden Links glänzen und einige Bezahllinks null jucken sollten, die nicht mal 0.1% aller Links ausmachen. Google profitiert ohne Ende von der 'Arbeit' der Millionen von Websites, die untereinander milliardenfach verweisen. Und nun mag Google genau all diesen Seiten vorschreiben, von denen es sich ernährt, wie sie zu verlinken haben?«Und schickt noch zwei Ratschläge hinterher: «Anyway, rationaler Rat: wer auf seinen PageRank wert legt, soll die Finger vom Linkverkauf lassen. Mein simpler Rat: es gibt andere Suchmaschinen, die nicht viel schlechter als Google sind. Man muss Google nicht nutzen. Also, meine paid links bleiben drin, Google kann mich mal:)».
Jojo erstellt umfangreiche Listen, wen es wo und wie
erwischt hat,
fragt sich aber, was all diese Seiten gemeinsam haben. «Die meisten verkaufen Links, aber nicht alle. Die meisten Blogs die betroffen sind, aber keine Links verkaufen sind Teil eines Blognetzwerkes und verlinken sich mit vielen Blogs aus dem Blognetzwerk.»
Auf F!XMBR
freut man sich
einfach nur: «Das sind dann so die Marketing-News, die mein Herz erfreuen. Google erntet - gerade bei uns - viel Kritik. Hier lobe ich sie einfach mal. Manche Dinge nerven einfach, dazu gehören solche Linkverkäufe. Wir setzen auch sehr viele Links, doch jeder Link ist eine Empfehlung, nicht nur jeweilige Quelle, oftmals auch weiterführende Information. Und genau da liegt der Unterschied. Nun warten wir doch mal ab, wie Linklift oder auch solche Unternehmen wie IntelliTXT reagieren. Würde es wirklich irgendjemanden stören, wenn diese Unternehmen nun ihres Geschäftsfeldes beraubt wurden?»
Kropi wendet sich möglichen
Auswirkungen
zu: «Es gibt jetzt weniger Webseiten mit hohem PR. Dementsprechend können die wenigen verbliebenen Webseiten ihre Links deutlich teurer verkaufen. Zumindest solange sie es nicht zu offensichtlich machen und ebenfalls herabgestuft werden. Dadurch, dass viele VERKÄUFER abgewertet wurden, wurde nun auch vielen KÄUFERN das Wasser abgegraben. Beim nächsten Page-Rank Update sollte also eine ganze Reihe von weiteren Seiten sinken. Weiterhin ist das ganz klar ein Zeichen, das der PR in nächster Zeit NICHT abgeschafft wird.»Der Online-«Schwanzvergleich» geht also weiter, nur eben mit Einschränkungen.
Für das Web ediert von Maik Söhler |