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Apple setzt mit «Leopard» zum Sprung an

25. Okt 2007 13:50
Sehen gefährlicher aus als sie sind: Steve Jobs und sein Leopard
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Apple präsentiert sein neues Betriebssystem «Leopard». Es enthält zahlreiche Neuerungen von der Datensicherung über die Ordnung bis zur Optik, braucht aber einen leistungsstarken Rechner.

Gepard, Puma, Jaguar, Panther, Tiger und jetzt Leopard: Mit der sechsten Neuauflage seines Betriebssystems Mac OS X setzt Apple zu einem weiteren Schritt nach vorne an. Zur Premiere des ersten OS-X-Systems «Cheetah» (Gepard) im März 2001 stand das Unternehmen, das damals noch Apple Computer hieß, mit dem Rücken zur Wand und kämpfte gegen die Bedeutungslosigkeit. Mit dem Erfolg des Apple-Musikplayers iPod und jeder neuen OS-X-Version zog dann aber auch das Computergeschäft Schritt für Schritt wieder an.

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Zum Auslieferungsstart von «Leopard» am Freitag steht das kalifornische Unternehmen nun mit einem Marktanteil von 8,1 Prozent in den USA wieder blendend da. Und weltweit liegt der Anteil inzwischen auch wieder deutlich über der kritischen Schwelle von drei Prozent.

Seitenhieb auf Vista

Die Auslieferung der neuen Betriebssystem-Version «Mac OS X 10.5» gestaltete sich für Apple-Verhältnisse allerdings ungewohnt schwierig. Da Apple-Chef Steve Jobs im vergangenen Jahr alle verfügbaren Entwickler-Kapazitäten auf die Programmierung des «Superhandys» iPhone ansetzte, kommt «Leopard» mit viermonatiger Verspätung in den Handel.

Apple preist nun «über 300 Verbesserungen» des neuen Systems und betont mit einem Seitenhieb auf den Konkurrenten Microsoft, dass alle «Leopard»-Käufer für 129 Euro die «Ultimate»-Version bekämen. Microsoft bietet sein neues System Windows Vista in verschiedenen Versionen an, wobei die «Ultimate»-Variante bis zu 500 Euro kosten kann.

«Time Machine»

Unter den Neuerungen des Mac-Systems «Leopard» ragt vor allem die Datensicherungslösung «Time Machine» hervor. Sie legt nicht nur permanent Sicherungskopien der Daten auf einem externen Laufwerk an, sondern ermöglicht auf eine besonders einfache Art, verloren geglaubte Dateien wieder aufzustöbern. Wie bei einer virtuellen Zeitreise können dabei verschiedenste Versionen der Dokumente wieder herstellt und aktiviert werden.

«Time Machine erleichtert es allen Anwendern, ihre Daten zu sichern, die nicht bereits durch ein professionelles Backup-System geschützt sind», meint Rich Mogull vom Fachdienst «TidBits». Apple unternehme damit viel mehr für die Sicherheit der Anwender, als es je mit einem Upgrade einer Firewall oder dem Webbrowser Safari tun könne.

Neue Optik

Mit «Leopard» will Apple aber nicht nur den Ruf von Mac OS X als eines besonders sicheren Betriebssystems verteidigen, für das es bislang quasi keine Computerviren im Umlauf gibt. Auch für die Optik haben die Programmierer in Cupertino einiges getan. Der «Finder», die zentrale Dateiverwaltung des Betriebssystems, wurde aufpoliert. Mit einem Klick auf eine Datei zeigt ein Vorschaumodus bereits den Inhalt des Dokuments an. Ähnlich wie bei der Musiksoftware iTunes können die Dateien im «Cover Flow» durchblättert und vorsortiert werden.

Für Ordnung auf dem neu gestalteten virtuellen Schreibtisch sorgen zwei weitere neue Funktionen: Programme und Dokumente, die häufig benötigt werden, können auf einem dreidimensionalen «Stack» gestapelt werden. Auf einem eigenen Stapel im Navigations-Dock von «Leopard» landen auch die Dateien, die man aus dem Internet herunterlädt. Damit wird der Desktop nicht mehr mit zahllosen Daten zugepflastert.

Aus der Unix-Welt hat Apple eine weitere Neuerung, «Spaces», übernommen. Damit kann man verschiedene Desktops anlegen, die nur bestimmte Programme oder Dokumente enthalten, etwa ein «Space» für die Bearbeitung von Videos oder einen «Office-Space» für eine Bürosoftware-Umgebung.

Solides System


Die meisten Neuheiten von «Leopard» werden von Experten nicht als revolutionär empfunden, sondern als konkrete Verbesserungen eines soliden Systems. Augenfällig ist, dass es Apple dabei gelingt, etwa alle 18 Monate eine neue Betriebssystem-Version auf den Markt zu bringen. Beim übergroßen Wettbewerber Microsoft pendelt sich der Rhythmus eher auf einen Zeitraum von drei bis vier Jahren ein. So soll das Nachfolgesystem von Windows Vista erst im Jahr 2010 kommen.

Ähnlich wie Windows Vista setzt «Leopard» eine halbwegs leistungsstarke Hardware voraus. Ältere Macs mit einem G3-Prozessor oder schwächer werden von dem neuen System gar nicht mehr unterstützt. Das System läuft ab einem G4-Chip mit 867 Megahertz. Die beiden jüngsten Prozessor-Generationen, G5 und die Intel-Chips, reichen aber ausnahmslos aus. (Christoph Dernbach/dpa)

 
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