15.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Online hat Vorfahrt: Führerscheine
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das Bundesverkehrsministerium plant die Abschaffung der Papier-Fragebögen bei der theoretischen Führerscheinprüfung. Auf Fahranfänger könnten deutlich höhere Preise zukommen.
Angehende Führerscheinbesitzer müssen sich ab 2010 auf eine neue theoretische Prüfung einstellen. Nach Plänen des Bundesverkehrsministeriums sollen sie Fragen dann nur noch am Computer beantworten. Ein Ministeriumssprecher bestätigte in weiten Teilen einen Bericht des Magazins «Focus». Es sei geplant, die Fahrschulen und Gutachterstellen bundesweit mit Prüfungscomputern auszustatten, sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur AP. Die Papier-Fragebögen sollen damit abgeschafft werden.
Der Auto Club Europa (ACE) sieht in den Plänen einen «längst überfälligen Schritt zur Modernisierung der Testabläufe». Allerdings kritisierte der ACE die Ankündigung, im selben Zug auch die Gebühren für die Prüfung zu erhöhen. Prüflinge müssen sich dem Ministerium zufolge auf eine Gebührenerhöhung um 8,20 Euro einstellen. Dem muss der Bundesrat aber noch zustimmen.
«Focus» hatte darüber hinaus berichtet, dass sich auch die Fahrschulausbildung wegen der Anschaffungskosten für den Computer um bis zu 70 Euro verteuern werde. Diese Berechnungen stammten nicht aus dem Ministerium, sagte der Ministeriumssprecher. Für den ACE sind die Mehrkosten nicht nachvollziehbar: «Mit dem Einsatz von Prüfungssoftware und PC sinken schließlich der Aufwand
und die Kosten der Auswertung, Personal kann eingespart und das Test-Procedere beschleunigt werden. Folglich müssten die Prüfgebühren eigentlich sinken», betonte Verbandssprecher Rainer Hillgärtner.
Weiterhin «Multiple choice»Im Kern bleibt es nach Angaben des Ministeriums nach der Umstellung aber bei der gewohnten Abfrage mit mehreren Antwortmöglichkeiten («Multiple choice»). Er widersprach zugleich der Darstellung des Magazins, dass künftig auch Reaktionstests Bestandteil der Prüfung sein würden. Solche Planungen gebe es nicht. Vielmehr soll es nach seinen Worten auch bewegte Bilder geben, die eine Verkehrssituation anschaulicher darstellen können.
Der Ministeriumssprecher erläuterte, dass auch künftig alle Prüfungskandidaten die gleichen Erfolgschancen hätten. Menschen ohne Computerkenntnisse würden von der technischen Veränderung nicht benachteiligt. Laut «Focus» nehmen TÜV und Dekra jährlich 1,9 Millionen Prüfungen ab. Der CDU-Verkehrspolitiker Gero Storjohann lobte die Entscheidung: «Weniger Manipulationsmöglichkeiten führen jetzt zu fairer Prüfung und mehr Verkehrssicherheit.» (AP)