09.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Werbung, wohin man schaut: Wordpress wirbt für Wordpress
Foto: Screenshot: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Streit um Werbung in der Blogsoftware Wordpress. Außerdem: Erfreuliches zum Tag der deutschen Einheit und zur Kunst. Der Blogblick. Diesmal von Gastautor und Blogger Don Alphonso .
Die wollen nicht nur spielen: Wer mit Bloggern Geschäfte machen will, sollte es besser mit Ehrlichkeit probieren und auf die Wünsche der Kunden eingehen. Wie man es besser nicht macht, hat mit dem Bildhoster Flickr im Sommer 2007 ein früherer Liebling der deutschen Blogosphäre erlebt. Zensurmaßnahmen und Ignoranz brachten viele bekannte Nutzer wie
Don Dahlmann dazu, sich aktiv um Alternativen
zu kümmern. Insofern ist es unverständlich, warum es mit Wordpress Deutschland eine der aktivsten Communities vor kurzem versucht hat, bei der neuesten deutschsprachigen Version der beliebten Blogsoftware Wordpress eine Voreinstellung zugunsten des Linkhändlers Linklift einzubauen - und dadurch die Nutzer vor vollendete Tatsachen zu
stellen.Dazu kommt auch noch ein massives Datenschutzproblem, dessen Aufdeckung man ebenfalls den Bloggern
überließ. Daraufhin folgte in den Kommentaren des deutschen Wordpress-Forums eine Debatte zwischen
Kritikern und
Verantwortlichen, die idealtypisch für den, vorsichtig gesagt, direkten Ton und unnachsichtigen Umgang innerhalb der Blogosphäre stehen dürfte. Reichlich spät, nachdem eine Woche Feuer am Dach war, lenkte Wordpress Deutschland ein und
entfernte den Partner Linklift aus der Software.
Die Folgen sind gravierend: Die federführenden Wordpress-Organisatoren, die selbst auch schon mal mit
exzentrischen Ideen zur Refinanzierung aufgefallen sind, fallen jetzt den deutschen Vertretern in den Rücken und ermutigen Kritiker, ihr eigenes Ding
zu machen. Was inzwischen erste Blogger wie
Falk Merten dazu bringt, sich mit Alternativen wie
Serendipity auseinander zu setzen.
Ich selbst benutze auf zwei Blogs Wordpress und finde diese freie Software wirklich gelungen. Wordpress ist eine Bereicherung, die das Thema «Bloggen» weltweit ein gutes Stück voran gebracht hat. Und weil viele Leute ihre Freizeit, ihre Energie und ihr Können reinstecken, ist es für mich vollkommen unverständlich, warum dieses gemeinsame Ding wegen solcher Lappalien und ein paar unkluger Einlassungen in Verruf kommt.
Es sind nur ein paar, die daneben liegen, auch die Fehler könnte man schnell und unkompliziert aus der Welt schaffen - aber während technische Bugs schnell behoben werden, sind manche schlichtweg unfähig, ihre Sozialkompetenz auf ein dem 21. Jahrhundert angemessenes Niveau upzudaten. Es gibt in diesem Konflikt keine Gewinner, es ist ein trauriges Kapitel. Und deshalb jetzt zu etwas erfreulichem: Schöne politische Kommentare der Woche.
Kommen wir nun zu den durchwegs erfreulichen Einlassungen und Gedanken der letzten Woche. Politisch ist natürlich auch der
Jahrestag der deutschen Einheit, den
Kitty Koma aus
Ost und
Anke Gröner aus
West natürlich anders und dennoch sehr ähnlich sehen. +++
Nic von
Wiesenraute sieht sich dagegen in der
Stiftung Kunststätte Bossard nahe Hamburg
um. +++ Um das Sehen von Kunst
geht es auch bei
Morgan Meis im famosen Blog der Zeitschrift Intelligent Life. +++ Und nur ein paar Kilometer weiter, an der
Reeperbahn, bekommt auch der eher süffisante
Matt Wagner etwas
Ortstypisches zu sehen.+++ Etwas, das in dem sehr fein von
Modeste beschriebenen
Ende wohl auch nicht mehr geholfen hätte. +++ Wie gut, dass ganz
zum Schluss wenigstens der
Bestatter das nötige Feingefühl
hat.