28.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Im Netz braucht man Kabel
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Werden sich die großen sozialen Netzwerke füreinander öffnen? Außerdem: Gewerkschaftsstreik im Second Life und gehackte iPhones nach Update unbrauchbar. Maik Söhler kommentiert eine Woche im Netz. Montag Um den Dollar steht es nicht gut. Im Vergleich zu anderen Währungen sinkt sein Wert seit Monaten beständig. Euro und Yen sind zu starken Konkurrenten geworden. Trotzdem gehört der Dollar nach wie vor zu Fälschers Lieblingen. Damit das nicht so bleibt, werden seit vier Jahren die US-Geldscheine mehrfarbig gestaltet - je mehr Farben so ein Papierlappen hat, desto schwieriger ist die Fälschung.
MontagUm den Dollar steht es nicht gut. Im Vergleich zu anderen Währungen sinkt sein Wert seit Monaten beständig. Euro und Yen sind zu starken Konkurrenten geworden. Trotzdem gehört der Dollar nach wie vor zu Fälschers Lieblingen. Damit das nicht so bleibt, werden seit vier Jahren die US-Geldscheine mehrfarbig gestaltet je mehr Farben so ein Papierlappen hat, desto schwieriger ist die Fälschung.
Nach den Zehn, 20-, und 50-Dollarscheinen kam nun auch der Fünf-Dollarschein dran. Er ist der erste, dessen Entwurf allein online präsentiert wurde.
DienstagDer Kampf um die Zukunft der großen sozialen Netzwerke, in denen viele die Zukunft des Netzes an sich sehen, geht in die nächste Runde. Microsoft soll nach Angaben der US-Presse 500 Millionen Dollar für einen fünfprozentigen Anteil an Facebook geboten haben dem immer noch rasant wachsenden und derzeit zweitgrößten Social Network der Welt.
Damit wäre Facebook insgesamt zehn Milliarden Dollar wert, nicht schlecht für das einstige kleine Studentenportal. In Großbritannien hat Facebook dem Marktführer Myspace nun offiziell den Rang abgelaufen, bei unter 25-Jährigen in den USA soll es dem Vernehmen nach ähnlich sein. Das hat damit zu tun, dass sich Facebook längst von der Käseglocken-Atmosphäre geschlossener Netzwerke befreit und sich dem Rest des Netzes gegenüber geöffnet hat. Andere Communities aus den Bereichen Musik, Film und Spiel lassen sich schon länger in das US-Portal integrieren. Und seit ein paar Wochen ist in Facebook vieles, was bisher vor dem Zugriff von Suchmaschinen geschützt war, endlich googlebar.
Da mag Google natürlich nicht zurückstehen. Das eigene Portal Orkut wird außer in einigen Schwellenländern nicht sonderlich gut besucht, weswegen man nun Community-Spezialisten gleich im Dutzend einkauft. Einer von ihnen, der Blognetzwerker Brad Fitzpatrick, schrieb neulich in seinem Blog, die Sozialen Netzwerke sollten sich erstmal alle füreinander öffnen und irgendwann auch miteinander verschmelzen. Aber genau das gibt es doch schon längst. Wer den Mut hat, einmal die eigene kleine Netzgemeinde zu verlassen, weiß sogar, wie es heißt: Internet.
MittwochDie neueste Ausgabe der deutschen Blogcharts - das ist die zu Recht nicht unumschränkt anerkannte nationale Rangliste deutscher Weblogs - kommt in der Spitze zu folgendem Ergebnis:
Platz 1: Bildblog
Platz 2: Basic Thinking
Platz 3: Spreeblick
Was soll man da noch sagen? Überraschungen sehen anders aus? Qualität setzt sich durch? Hm.
DonnerstagAm Donnerstag protestierten knapp 2000 Gewerkschafter aus über 30 Ländern gegen IBM. Genauer: gegen den Plan von IBM in Italien, die Einkommen der Beschäftigten um 1000 Euro pro Jahr zu kürzen. Was das mit dem Internet zu tun hat? Ganz einfach: Es handelte sich um einen virtuellen Streik. Die Gewerkschafter kamen nicht selbst zu den Protestaktionen, sondern schickten ihre Avatare zu den IBM-Niederlassungen in der Computerwelt Second Life.
Initiiert von der italienischen Gewerkschaft RSU und unterstützt vom internationalen Gewerkschaftsdachverband Union Network International (und in Deutschland von der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di) versammelten sich im Lauf des Tages 1850 Avatare vor und in diversen virtuellen Gebäuden von IBM. Transparente wurden hochgehalten, Forderungen verkündet, im IBM Business Center musste sogar ein Meeting ausfallen.
Zuerst reagierte IBM gar nicht auf diese ungewöhnliche Form des Protests, am frühen Abend wurde es dem Konzern dann aber doch zu viel. Teile des Business Centers wurden kurzerhand geschlossen, was zur Folge hatte, dass alle Demonstranten sich anschließend neu einloggen mussten. Christine Revkin von Union Network International wertete den Protest als vollen Erfolg.
Bleibt nur die Frage, warum solche durchaus spannenden Aktionen erst jetzt erfolgen, jetzt, da Second Life kaum mehr als eine Sammelstelle für Account-Leichen ist. Aber gut: besser spät als nie.
FreitagSeit Freitag ist eine neue Episode des Computerspiel-Klassikers «Die Siedler» im Handel erhältlich. Sie heißt «Aufstieg eines Königreichs», soll nach Informationen der Fachpresse über eine bessere Grafik verfügen und wird wie gewohnt alle Fans des düsteren Mittelalters voll auf ihre Kosten kommen lassen.
Zwischen High Tech und Mittelalter changiert derzeit auch Apple mit seinem iPhone. Tolles Gerät wahrscheinlich, aber die antiquierte Vertragsbindung hat so manchem schon längst den Spaß daran verdorben. Das Internet ist voll mit Hackerprotokollen zur Umgehung des Apple-Vertragspartners AT&T (in Deutschland wird bald T-Mobile zum Zug kommen). Mit einem Update hat Apple nun auf diese Hacker-Tricks reagiert. Seit Freitag hat jeder iPhone-Benutzer, der das Update, nicht aber AT&T wollte, ein Problem: nämlich ein funktionsuntüchtiges Handy.