netzeitung.deIm Netz existiert Jugoslawien noch

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Kein .yu mehr: Computerbildschirm mit den Ergebnissen der serbischen Präsidentschaftswahlen von 2002 (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kein .yu mehr: Computerbildschirm mit den Ergebnissen der serbischen Präsidentschaftswahlen von 2002
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In der realen Welt längst in Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien und Montenegro zerfallen, lebt Jugoslawien im Internet fort - als Domainendung. Das wird auch noch einige Zeit so bleiben.

Den Staat Jugoslawien gibt es schon seit mehreren Jahren nicht mehr. Bis auch die Internet-Domain-Endung .yu verschwunden ist, wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Wie die Internet-Aufsicht Icann jetzt erklärte, wird es vermutlich noch drei bis vier Jahre dauern, bis auch die letzten Websites mit der Endung .yu umgestellt wurden. Sie bekommen dann entweder die Erweiterung .rs für Serbien oder .me für Montenegro.

Hauptgrund für die Verzögerung ist die Politik. Nach dem Ende Jugoslawiens hieß der Nachfolgestaat 2003 zunächst Serbien und Montenegro und er bekam die Internetendung .cs. Aber noch bevor diese so richtig genutzt wurde, löste sich dieser Staat im vergangenen Jahr wieder auf in die beiden nun getrennten Staaten Serbien und Montenegro.

Jedes Mal musste Icann eine Organisation finden, die die Nutzer des Landes vertritt und die in der Lage ist, diese Domain auch zu betreiben. Icann beschloss jetzt, dass .me von der Regierung Montenegros betrieben wird, .rs von einer Gruppe namens Serbisches Nationalregister der Internet-Domain-Namen. Sie wurde eigens gegründet und soll auch die Übergangsverwaltung von .yu übernehmen.

Staaten verschwinden manchmal schneller als Internet-Domains. So finden sich bei einer Google-Suche immer noch rund drei Millionen Websites mit der Endung .su für die frühere Sowjetunion. (AP)