Der Computer ist ziemlich gut darin, mit Nullen und Einsen umzugehen und in diesem System die kompliziertesten Berechnungen anzustellen. «Aber die klassische Logik kann mit Widersprüchen nicht umgehen», sagt Rott. Diese müsse daher durch zusätzliche Informationsstrukturen erweitert und ergänzt werden. Dabei greifen die Forscher auch auf Modelle aus den Wirtschaftswissenschaften zurück.Allerdings gibt es bislang nur wenige Anwendungen, bei denen die «Belief-Change»-Konzepte sinnvoll zum Einsatz kommen. «Konzeptionell haben wir einen Ferrari, aber bei den Anwendungen sitzen wir noch in einem Fiat 500», räumt Informatikerin Kern-Isberner ein. «Es gibt zwar einige Basis-Algorithmen, die man verwenden kann, aber das steckt noch alles in den Kinderschuhen.»
Als Beispiel für lernfähige Software nennt Kern-Isberner eine Technik des von Google übernommenen Online-Vermarkters Double-Click zur Erstellung von Kundenprofilen. Diese ändert ihre Meinung über eine bestimmte Person, wenn auf einmal Bestellungen getätigt werden, die den bisher registrierten Neigungen widersprechen. Andere denkbare Verwendungsgebiete sind die Authentifizierung bei Transaktionen im Internet oder die Anpassung von Software, die in bestimmten Situationen nicht so funktioniert, wie es sein soll.