netzeitung.deSachsen-Anhalts Justiz blamiert sich auf Ebay

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So unübersichtlich wie die Anmeldung bei Ebay: Blick vom Hundertwasserhaus in Magdeburg in Richtung des Justizzentrums (Foto: Jens Wolf dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe So unübersichtlich wie die Anmeldung bei Ebay: Blick vom Hundertwasserhaus in Magdeburg in Richtung des Justizzentrums
Foto: Jens Wolf dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit der Versteigerung konfiszierter Ware bei Ebay wollte die Staatsanwaltschaft Magdeburg Geld in die Landeskasse bringen. Wegen Fehlern bei der Anmeldung erntete sie aber nur Spott und Häme.

Die Justiz Sachsen-Anhalts hat sich kurz nach dem Start ihrer Auktionen von beschlagnahmten Wertgegenständen bei Ebay blamiert. Wie der Internet-Fachdienst «Heise Online» berichtet, kam das Justizministerium mit den Verfahrensabläufen des Internet-Auktionshauses nicht zurecht.

Das Verkäuferkonto «justiz-magdeburg», unter dem die Staatsanwaltschaft Magdeburg seit dem 20. August konfiszierte Schmuckstücke angeboten hatte, wurde am Samstag plötzlich gesperrt. Dem Verkäufer wurde außerdem mitgeteilt, er sei «kein angemeldetes Ebay-Mitglied» mehr. Eine Sprecherin des Justizministeriums sprach gegenüber «Heise Online» von einem «Super-Gau».

Ein mit den Auktionen beauftragter Rechtspfleger hatte die Magdeburger Staatsanwaltschaft bei Ebay als so genanntes «Geprüftes Mitglied» anmelden wollen – mit diesem Status gelten Ebay-Mitglieder als besonders vertrauenswürdig. Ebay prüft aber in solchen Fällen die angegebene Kontaktadresse.

Ein entsprechender Brief des Online-Auktionshauses an die Justizverwaltung des Landes konnte jedoch nicht zugestellt werden, da die Adresse irreführend gewesen sei: «Das Land Sachsen-Anhalt, vertreten durch das Justizministerium des Landes Sachsen-Anhalt, dieses vertreten durch den Generalstaatsanwalt in Naumburg, dieser vertreten durch den Leitenden Oberstaatsanwalt in Magdeburg».

Der Briefträger schickte das Schreiben schließlich mit dem Vermerk «Unzustellbar» an Ebay zurück. Das Konto wurde gesperrt. Nach Angaben des Justizministeriums ist der Sachverhalt inzwischen geklärt. Seit Montagnachmittag ist das Verkäufer-Konto «justiz-magdeburg» wieder aktiv. Die meisten der Auktionen müssen allerdings noch einmal gestartet werden. (nz)