03. Sep 2007 12:29
Gebrauchte Festplatten sind teilweise voller brisanter Daten – obwohl die Vorbesitzer meinen, alles gelöscht zu haben. Doch Experten machten die Probe - und fanden auch ganz Persönliches.
395 Datenträger nahmen sich die Experten vor, darunter Festplatten und 115 Speicherkarten, USB-Sticks und Digitalkameras. Lediglich 33 Prozent der noch funktionsfähigen Datenträger waren sicher gelöscht, so dass keiner mehr Daten wieder herstellen konnte. Die übrigen Festplatten waren gar nicht gelöscht oder nur unzureichend formatiert. Bekanntermaßen bewirkt einfaches Löschen gar nichts, da die Daten sich meist problemlos wiederherstellen lassen. Zum Vergleich ersteigerten die Experten auch in den USA 80 Festplatten, auf denen sich ebenfalls brisante Daten fanden, darunter militärische Informationen und Fotos aus dem Irak. «In den falschen Händen könnten diese Daten ebenfalls viel Schaden anrichten, zumal wir auch Web-Zugangsdaten der US-Air Force fanden», sagt Diplom-Informatiker und O&O-Geschäftsführer Olaf Kehrer.
Kehrer sieht dringenden Aufklärungsbedarf: «Windows suggeriert beim Löschen der Daten und beim Formatieren der Festplatten, dass die Dateien endgültig und zuverlässig gelöscht werden. Das ist aber überhaupt nicht der Fall.» In manchen Fällen spiele sicher auch die Sorglosigkeit vieler Anwender eine Rolle. Auf der sicheren Seite sei der Nutzer mit spezieller Software zum Datenlöschen - oder mit der physikalischen Zerstörung der Festplatte per Magnet oder Bohrer. (dpa)