30.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Muss sich verteidigen: Google
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die großen Medienhäuser ärgern sich, dass Google ihre Nachrichten kostenlos im Netz anbietet. Nun wehrt sich die Suchmaschinen-Firma gegen die Kritik der Verleger, sich «pervers» zu verhalten.
Der Online-Konzern Google hat den Vorwurf aus der Verlagsbranche zurückgewiesen, einseitig von Medieninhalten im Internet zu profitieren. «Wenn ich mir die Schecks anschaue, die wir an Medienunternehmen für die Ausschüttung der Werbeeinnahmen ausstellen, dann ist das ein signifikantes Geschäft», sagte Google-Nordeuropa-Chef Philipp Schindler. Allein im jüngsten Quartal habe Google 733 Millionen Euro an Medienhäuser ausgeschüttet.
Verleger Christian DuMont Schütte hatte den weltgrößten Internet-Suchmaschinenbetreiber Google am Wochenende scharf angegriffen. Es könne nicht sein, «dass die Medienhäuser in Deutschland grob geschätzt neun Milliarden Euro für Nachrichteninhalte ausgeben, die sie dann kostenlos ins Internet stellen», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Bei uns bröckeln Auflage wie Anzeigen, und Google schöpft mit unserer Hilfe den Werbemarkt ab. Das ist pervers.» Im Frühjahr habe er folgende These aufgestellt: «In zehn Jahren ist Google tot», sagte DuMont Schütte.
Google-Manager Schindler warnte die Medien in Deutschland davor, den Aufschwung in der Online-Werbung zu verpassen. Rund um die Vermarktung von Online-Werbung durch Google sei ein partnerschaftliches «Ökosystem» entstanden. «Ein erzkonservatives Medienunternehmen, das sich der Online-Welt versperrt, wird allerdings nicht unbedingt zu diesem Ökosystem gehören», sagte Schindler. Im Rahmen der Partnerschaften könnten auch strittige Punkte - etwa Urheberrechtsfragen gelöst werden. Die Medienbranche wirft Google immer wieder Urheberrechtsverletzungen vor, zuletzt vor allem beim Internet-Videoportal Youtube, dessen Eigentümer Google ist. (dpa)