Youtube wird zum Feind im US-Wahlkampf
21.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Der republikanische Präsidentschaftskandidat und frühere New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani trat mit der Bemerkung ins Fettnäpfchen, er sei nach den Anschlägen vom 11. September genauso oft wenn nicht gar öfter am Ground Zero gewesen wie die meisten Helfer und denselben gesundheitlichen Risiken ausgesetzt gewesen wie diese. Nach empörten Reaktionen einiger Rettungskräfte von damals räumte Giuliani ein, er hätte sich geschickter ausdrücken können: «Was ich meinte, war, ich war bei Ihnen.»
Die zweite Strategie verkörpert der vormalige republikanische Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee. Er sei lieber authentisch und mache auch Fehler, sagte er. Die Leute hätten die glattpolierten Politiker satt und würden ihm Fehler eher nachsehen als Falschheit. «Und wenn das nicht so ist, dann bin ich nicht der richtige Mann für sie.» Mit dieser Strategie kann ein Politiker jedoch schnell als stur und nicht lernfähig gelten.
Huckabee bezeichnete Arkansas schon mal als «Bananenrepublik». Nach einer erfolgreichen Fastenkur hatte er auch erklärt, er habe seine 50 Kilogramm dank eines Aufenthaltes im Konzentrationslager abgespeckt. Entschuldigt hat er sich nicht. Seine Chancen, US-Präsident zu werden, sind allerdings äußerst gering.
Schlimm traf es John Kerry, den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten von 2004. In der Endphase des Kongresswahlkampfes im vorigen Herbst sagte der Senator aus Massachusetts vor Studenten in Pasadena, wer nicht fleißig studiere, ende leicht im Irak. Er löste damit empörte Reaktionen des Weißen Hauses aus. Die regierenden Republikaner sahen in seiner Bemerkung eine Beleidigung der US-Soldaten im Irak. Erst nach einigen Tagen entschuldigte sich Kerry - nicht zuletzt auf Druck seiner Parteifreunde im Kongress - und sprach von einem missglückten Scherz.
Die Entschuldigung kam vermutlich zu spät: Nach diesem Lapsus hatte sich Kerry für eine erneute Präsidentschaftskandidatur 2008 disqualifiziert. (Liz Sidoti/AP)

