17.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Das Kamasutra soll ja auch informativ sein: Startseite von Sex.info
Foto: Screenshot: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Domain sex.info kostete 202.000 Dollar. Außerdem: Äpfelchen-Proteste, Accountleichen machen mobil und ein total vernetzter Badestrand. Maik Söhler kommentiert eine Woche im Netz. Montag Der Jubel bei der Präsentation des neuen iMac aus dem Hause Apple ist längst verklungen. Die Proteste aber nicht. Seit Montag gibt es das deutsche Weblog «Apfeltaste» auch auf Englisch. Schließlich soll das Unternehmen, dass es doch tatsächlich gewagt hat, die Tastatur des neuen iMac ohne das Apple-Logo auf der Command-Taste auszustatten, zum Umdenken bewegt werden. Und da wären Verständigungsschwierigkeiten wohl das letzte, was man braucht. Mehr im Internet: Weblog Apfeltaste «Apfeltaste» versteht sich als Sammelblog des Protests. Leser werden aufgefordert, Kommentare über den fehlenden Tastatur-Apfel abzugeben. Die Kommentare werden gebündelt und sollen zum Apple-Firmensitz nach Cupertino weitergeleitet werden. Bisher wurden im Blog 1500 Kommentare abgegeben, 1400 davon zur Kampagne «Rettet die Apfeltaste». Ob das reicht, um zu bewahren was als alte, ehrwürdige User-Weisheit schon so viele von uns vor der Verzweiflung bewahrt hat: «Apfel S - Vermeide Stress»? Dienstag Seit Dienstag hat die Website sex.info einem neuen Besitzer. Die Domain-Auktionsseite Sedo erhielt insgesamt 19 Gebote von 13 Bietern. Am Ende ging die sechs Jahre alte Domain für gerade mal 202.000 Dollar weg. Der Mindestpreis hätte bei 200.000 Dollar gelegen. Mehr im Internet: Die Auktion bei Sedo Sex.info Experten schätzen, dass Sex.info derzeit knapp tausend Besucher pro Tag hat. Den Kaufpreis darf man wohl trotzdem als sehr günstig bezeichnen. Für Sex.com wurden Anfang des Jahres 2006 zwölf Millionen Dollar bezahlt, Porn.com brachte im Frühjahr 2007 immerhin noch 9,5 Millionen Dollar ein. Mittwoch Mutig oder lebensmüde? Die so genannte Accountleichenbewegung hat am Mittwochabend eine Ausstellung über Accountleichen in der virtuellen Welt Second Life eröffnet. In einer Pressemitteilung hieß es vorab: «Eine prima Gelegenheit für alle, die noch keine Accountleichen sind, es aber unbedingt werden wollen. Einfach kostenlos unter www.secondlife.com registrieren lassen, kurz einloggen, hallo sagen, bisschen rumfliegen, ausloggen und danach niemals wieder kommen, sondern sich schnell bei www.accountleichen.spreadshirt.net ein Accountleichen-T-Shirt holen und damit gemütlich im First Life rummarschieren.» Mehr im Internet: Accountleichen-Bewegung Second Life Als Accountleichen bezeichnet man einst erstellte Avatare von Nutzern, die sich seither nicht wieder eingeloggt haben. Sie sind nicht sichtbar, aber wären sie es, so könnte man sie wohl an einer leicht gekrümmten Haltung und ihrer schieren Menge erkennen. Denn die Anzahl der inaktiven Avatare übersteigt die der aktiven deutlich. Knappe neun Millionen User sind derzeit bei Second Life registriert, aktiv wurden in den letzten zwei Monaten aber nur gute 1,5 Millionen. Die Accountleichenbewegung schreibt, sie wolle «das Bewusstsein für diese unsichtbaren Avatare stärken und strebt eine baldestmögliche Sichtbarmachung an - bevor noch der letzte User sich ausgeloggt hat und Second Life seinerseits zum Gespenst einer virtuellen Welt geworden ist.» Mit einer Online-Unterschriftenaktion soll auf den Betreiber Linden Lab eingewirkt werden, Avatare ausgeloggter Nutzer sichtbar zu machen. Das sollte doch zu erreichen sein. Danach könnte sich die Bewegung vielleicht mal Ebay zuwenden. Donnerstag Das fehlte natürlich noch: Mit Memoloop präsentiert sich nun die offene Testversion einer neue Community-Seite, die Erinnerungen sammelt und vernetzt. Wie die Betreiber schreiben, sollen hier Nutzer Texte, Zeichnungen, Fotos oder Videos einstellen und ihre Vergangenheit auf diese Weise mit anderen teilen. Wer «zur gleichen Zeit oder zu einem identischen Ort einen Eintrag gemacht» hat, kann Kontakt zueinander aufnehmen. Mehr im Internet: Memoloop Die Seite verfügt schon jetzt über «Microblogging und Geotracking». Weitere Optionen sowie eine Erweiterung über Deutschland hinaus sollen demnächst folgen. Ob sich dann noch irgendwer an Memoloop erinnern wird? Freitag
MontagDer Jubel bei der Präsentation des neuen iMac aus dem Hause Apple ist längst verklungen. Die Proteste aber nicht. Seit Montag gibt es das deutsche Weblog «Apfeltaste» auch auf Englisch. Schließlich soll das Unternehmen, dass es doch tatsächlich gewagt hat, die Tastatur des neuen iMac ohne das Apple-Logo auf der Command-Taste auszustatten, zum Umdenken bewegt werden. Und da wären Verständigungsschwierigkeiten wohl das letzte, was man braucht.
«Apfeltaste» versteht sich als Sammelblog des Protests. Leser werden aufgefordert, Kommentare über den fehlenden Tastatur-Apfel abzugeben. Die Kommentare werden gebündelt und sollen zum Apple-Firmensitz nach Cupertino weitergeleitet werden. Bisher wurden im Blog 1500 Kommentare abgegeben, 1400 davon zur Kampagne «Rettet die Apfeltaste». Ob das reicht, um zu bewahren was als alte, ehrwürdige User-Weisheit schon so viele von uns vor der Verzweiflung bewahrt hat: «Apfel S - Vermeide Stress»?
DienstagSeit Dienstag hat die Website sex.info einem neuen Besitzer. Die Domain-Auktionsseite Sedo erhielt insgesamt 19 Gebote von 13 Bietern. Am Ende ging die sechs Jahre alte Domain für gerade mal 202.000 Dollar weg. Der Mindestpreis hätte bei 200.000 Dollar gelegen.
Experten schätzen, dass Sex.info derzeit knapp tausend Besucher pro Tag hat. Den Kaufpreis darf man wohl trotzdem als sehr günstig bezeichnen. Für Sex.com wurden Anfang des Jahres 2006 zwölf Millionen Dollar bezahlt, Porn.com brachte im Frühjahr 2007 immerhin noch 9,5 Millionen Dollar ein.
MittwochMutig oder lebensmüde? Die so genannte Accountleichenbewegung hat am Mittwochabend eine Ausstellung über Accountleichen in der virtuellen Welt Second Life eröffnet. In einer Pressemitteilung hieß es vorab: «Eine prima Gelegenheit für alle, die noch keine Accountleichen sind, es aber unbedingt werden wollen. Einfach kostenlos unter www.secondlife.com registrieren lassen, kurz einloggen, hallo sagen, bisschen rumfliegen, ausloggen und danach niemals wieder kommen, sondern sich schnell bei www.accountleichen.spreadshirt.net ein Accountleichen-T-Shirt holen und damit gemütlich im First Life rummarschieren.»
Als Accountleichen bezeichnet man einst erstellte Avatare von Nutzern, die sich seither nicht wieder eingeloggt haben. Sie sind nicht sichtbar, aber wären sie es, so könnte man sie wohl an einer leicht gekrümmten Haltung und ihrer schieren Menge erkennen. Denn die Anzahl der inaktiven Avatare übersteigt die der aktiven deutlich. Knappe neun Millionen User sind derzeit bei Second Life registriert, aktiv wurden in den letzten zwei Monaten aber nur gute 1,5 Millionen.
Die Accountleichenbewegung schreibt, sie wolle «das Bewusstsein für diese unsichtbaren Avatare stärken und strebt eine baldestmögliche Sichtbarmachung an - bevor noch der letzte User sich ausgeloggt hat und Second Life seinerseits zum Gespenst einer virtuellen Welt geworden ist.» Mit einer Online-Unterschriftenaktion soll auf den Betreiber Linden Lab eingewirkt werden, Avatare ausgeloggter Nutzer sichtbar zu machen. Das sollte doch zu erreichen sein. Danach könnte sich die Bewegung vielleicht mal Ebay zuwenden.
DonnerstagDas fehlte natürlich noch: Mit Memoloop präsentiert sich nun die offene Testversion einer neue Community-Seite, die Erinnerungen sammelt und vernetzt. Wie die Betreiber schreiben, sollen hier Nutzer Texte, Zeichnungen, Fotos oder Videos einstellen und ihre Vergangenheit auf diese Weise mit anderen teilen. Wer «zur gleichen Zeit oder zu einem identischen Ort einen Eintrag gemacht» hat, kann Kontakt zueinander aufnehmen.
Die Seite verfügt schon jetzt über «Microblogging und Geotracking». Weitere Optionen sowie eine Erweiterung über Deutschland hinaus sollen demnächst folgen. Ob sich dann noch irgendwer an Memoloop erinnern wird?
FreitagAls Ausblick zum Wochenende wollen wir uns diesmal mit einer kleinen AP-Meldung befassen. Neulich brachte die Nachrichtenagentur eine kleine Geschichte über den Badeort Ocean City an der Ostküste der USA. Der Badestrand soll, ausgestattet mit Wlan und RFID, ab dem Sommer 2008 alle ans Meer locken, die sich selbst dort nicht von ihrem Computer trennen wollen.
Besucher sollen im Internet surfen, ihre Mails abrufen, aber auch mittels Funk-Armbändern ihre Strandgebühr, den Parkplatz sowie Essen und Getränke in den Strandlokalen bargeldlos bezahlen können. Eltern würden per SMS benachrichtigt, wenn die Kinder das Strandgebiet verlassen, überfüllte Mülltonnen senden ein Signal an die Stadtreinigung, wenn sie geleert werden wollen.
Für die Einwohner von Ocean City soll das Ganze umsonst sein, Urlauber bezahlen sechs Dollar pro Tag. Es gibt bereits mehrere Strände in Europa und den USA, an denen man problem- und kabellos ins Internet kommt. Doch von einem so umfassenden Angebot wie es Ocean City vorschwebt, hat man bislang noch nicht gehört.