netzeitung.deWie man Nerds an die frische Luft kriegt

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US-amerikanische Geocacher im New Munster Wildlife Park, Wisconsin. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe US-amerikanische Geocacher im New Munster Wildlife Park, Wisconsin.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Schatzsuche per GPS - ein neuer Trend. Derzeit warten mehr als 400.000 so genannter Geocaches auf ihre Entdeckung.

Wie bringt man einen Computerfreak an die frische Luft? Ganz einfach: Man muss nur einen «Geocache» (von Cache = Zwischenspeicher) in der Landschaft verstecken und die GPS-Daten im Internet platzieren. Das «Geocaching» erfreut sich großer Beliebtheit, wie die Zahlen auf geocaching.com zeigen, der ersten und bislang auch größten Community für dieses Hobby.

Ein Geocache ist eine Tupperware-Dose, eine Flasche, ein Metallkasten oder ein anderer Behälter. Der darin verborgene Schatz kann alles Mögliche sein - von einer Muschel bis zum Kinderspielzeug sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Die GPS-Daten, also die geographischen Längen- und Breitengrade, werden im Internet mitgeteilt. Dann kann die Suche nach dem Geocache beginnen, mit dem GPS-Empfänger in der Hand durchs Gelände. Hat man das Versteck gefunden, darf man den Inhalt mitnehmen - ist aber verpflichtet, etwas Neues hineinzulegen, damit der Geocache weiter bestehen bleibt.

Ungewöhnlich arrangierte Stellen
«Hier liegen sie überall rum», sagt der 24-jährige Brad Bannach, der im Papago-Park von Phoenix im US-Bundesstaat Arizona mit dem GPS-Gerät und einer aus dem Internet ausgedruckten Liste unterwegs ist. «Ich kann sie meistens ziemlich schnell entdecken. Ich suche nach Steinen, die aufgetürmt sind oder nach anderen ungewöhnlich arrangierten Stellen.»

Ihren Anfang nahm die Geocaching-Bewegung im Mai 2000 in Portland im US-Bundesstaat Oregon. Inzwischen ist es zu einem Freizeitvergnügen geworden, das die Freude an Ausflügen mit dem Spaß an der GPS-Technik verbindet. «Es ist eine preiswerte Art, um die Freizeit mit meinen Jungen zu verbringen», sagt Jeanette Lucas, die regelmäßig mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen auf Geocaching-Tour geht.

Bei geocaching.com sind weltweit mehr als 400.000 Geocaches registriert. Neben den USA ist Deutschland sehr aktiv – hier sind mehr als 37.000 Geocaches versteckt. Geocacher Matthew Gonzalez ist in Arizona seit fünf Jahren dabei und denkt nicht, dass sein Hobby nur eine vorübergehende Modeerscheinung ist: «Als ich am Anfang den Leuten gesagt habe, dass ich auf Geocaching gehe, haben sie gefragt: 'Was ist denn das?' Heute fragen sie eher: 'Kann ich mitkommen?'» (Shanna Hogan/AP)