24.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Da war noch alles richtig: Präsentation des Online-Angebots der Britannica im Oktober 1999
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Falsche Geburtstage, fehlerhafte Angaben zu Erfindern und unklare wissenschaftliche Darstellungen: Die Online-Ausgabe eines enzyklopädischen Standardwerks gerät unter Druck.
Ein neuer Wikipedia-Artikel listet zahlreiche Fehler auf, die in den verschiedenen Ausgaben der Encyclopaedia Britannica zu finden sind oder waren. Die Encyclopaedia Britannica gilt im englischen Sprachraum als das Standardwerk unter den Enzyklopädien.
Die Encyclopaedia Britannica gab etwa in ihrer Online-Ausgabe den Geburtsnamen des 42. Präsidenten der Vereinigten Staaten falsch an. Dort war zu lesen, Bill Clinton sei als «William Jefferson Blythe IV» geboren worden. Tatsächlich lautet der Geburtsname des Ex-Präsidenten aber «William Jefferson Blythe III». Der Fehler wurde vor kurzem korrigiert.
Andere Einträge in der Encyclopædia Britannica bleiben jedoch fehlerhaft. Das betrifft vor allem die Geburtsdaten einiger Prominenter. In vielen Fällen finden sich widersprüchliche Angaben zum Geburtsdatum, aber die altehrwürdige Enzyklopädie entschied sich ausgerechnet für die falschen Daten. Dieses Schicksal trifft zum Beispiel den sowjetischen Diktator Josef Stalin, den Stummfilm-Schauspieler Ben Turpin, den TV-Serien-Darsteller Buster Crabbe oder den Pink-Floyd-Sänger Roger Waters.
Wer erfand den Nassrasierer?Außerdem nennt die Encyclopaedia Britannica fälschlicherweise King Camp Gilette als den Erfinder des sicheren Nassrasierers. Tatsächlich aber haben die Kampfe-Brüder den ersten Nassrasierer mit einem Sicherheitsmechanismus entwickelt.
Auch das Todesdatum des rumänischen Revolutionsführers Tudor Vladimirescu ist in der Online-Ausgabe der Encyclopaedia Britannica falsch. Wikipedia wirft der Enzyklopädie außerdem vor, einige mathematische und naturwissenschaftliche Fragen fehlerhaft oder unklar darzustellen.
Im Dezember 2005 hatte das Wissenschaftsmagazin «Nature» die englischsprachige Wikipedia und die Encyclopaedia Britannica miteinander verglichen und war zu dem Ergebnis gekommen, die Unterschiede zwischen den beiden seien nicht sonderlich groß. Anschließend wurde «Nature» von der Encyclopaedia Britannica heftig angegriffen und aufgefordert, diese Behauptung zu widerrufen. Das Wissenschaftsmagazin blieb aber standhaft. (nz/golem.de)