netzeitung.deiTunes bietet Oberfläche mit Tiefgang

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Eine von vielen Möglichkeiten, Musik im Netz zu hören: Apples iPod und iTunes (Foto: dpa <br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Eine von vielen Möglichkeiten, Musik im Netz zu hören: Apples iPod und iTunes
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Musiksammlungen erstellen und verwalten, Songs mit anderen teilen, Podcasts integrieren und einiges mehr: iTunes kann viel mehr als nur Lieder abspielen.

Besitzer eines iPod kommen nicht um sie herum. Mac-Nutzer haben sie von vornherein auf dem Rechner, und auch auf zahlreichen PCs ist sie vertreten: Apples Software iTunes.

Vom «Drehkreuz», über das MP3-Dateien auf den iPod gelangen, hat sie sich längst zur Multimedia-Oberfläche mit Tiefgang entwickelt. Doch viele Nutzer wissen nach wie vor nicht, was iTunes alles kann. Selbst wer damit nur seine Musiksammlung verwalten will, hat jede Menge Möglichkeiten.

Die vielleicht ausgeklügeltste besteht im Anlegen «intelligenter» Playlisten. Das lohnt sich zum Beispiel für Nutzer, die Unmengen an Musik auf dem Rechner gespeichert haben, aber einen iPod Nano mit nur vier Gigabyte großer Festplatte besitzen. «Dann kann man sich eine in der Größe begrenzte Liste anlegen», erklärt Jesper Frommherz, Betreiber des Mac-Forums «Apfeltalk.de» in Witten. Wird der MP3-Spieler dann zum Synchronisieren angeschlossen, gibt der Nutzer an, dass er nur die entsprechende Playlist übertragen möchte.

iTunes im Blog
«Man kann sich zum Beispiel auch eine Liste mit den jüngst eingekauften Songs zusammenstellen», sagt Peter Müller von der in München erscheinenden Zeitschrift «Macwelt». Oder der Nutzer legt Listen mit Kriterien an, in die sämtliche Songs, die diese Kriterien erfüllen, automatisch wandern.

Wie das geht, lasse sich am besten herausfinden, indem die von Apple vorgegebenen Listen angeschaut werden. «Dabei kann man ein bisschen mit den Filtern herumspielen.» Und schon wird zum Beispiel aus der vorgegebenen Liste mit den 25 meistgespielten Songs eine doppelt so lange mit den 50 persönlichen Top-Titeln.

Wer eine seiner Zusammenstellungen anderen vorstellen will, kann sie als so genannten iMix im iTunes-Store zugänglich machen, über den Apple unter anderem MP3s verkauft. «Das funktioniert unter 'Datei' und 'iMix erstellen'», sagt Apple-Sprecher Georg Albrecht in München. Von dort aus kann die Liste in die eigene Webseite, zum Beispiel das persönliche Blog eingebunden werden - über den Button «Im Web veröffentlichen».

Cover umsonst
Aber auch wer seine musikalischen Vorlieben für sich behalten möchte, kann es sich in iTunes sozusagen gemütlich machen: «Wer sich im Store angemeldet hat, bekommt dort Cover zu den Songs oder Alben in der eigenen Bibliothek», sagt Frommherz. Für Apple ist das freilich ein Instrument, um registrierte Nutzer zu gewinnen, die dann unter Umständen zu Käufern werden. «Aber man muss keine Musik kaufen, nur um die Cover zu bekommen.»

Wer CDs in iTunes einliest, die schon einige Jahre alt sind, wird feststellen, dass sie beim Abspielen leiser klingen als aktuelle Downloads. «Man kann dann für die gesamte Bibliothek die Lautstärke anpassen», sagt Albrecht. Hinter «Einstellungen» und «Wiedergabe» verbirgt sich der entsprechende Menüpunkt. «Davon würde ich aber abraten», sagt Müller: Da die lauteren Stücke den leiseren angepasst werden, leidet ihre Klangqualität. Höchstens bei kürzeren Playlists empfehle sich die Anpassung, wenn sie etwa auf CD gebrannt werden.

Audio- und Video-Podcasts
Ein paar Klicks machen iTunes zum automatischen DJ: Mit Hilfe der Funktion «Überblenden» mischt das Programm entweder vom Nutzer zusammengestellte oder zufällig für die «Party-Jukebox» - eine weitere vorgegebene Playlist - ausgewählte Songs ineinander. «Professionellen Ansprüchen genügt das natürlich nicht», sagt Peter Müller – aber besser als eine kurze Pause zwischen den Stücken ist es allemal.

Für alle, die nicht genug Musik besitzen, sind in iTunes Podcasts aus den verschiedensten Stilrichtungen gespeichert. Wer beim Surfen im Netz weitere findet, kann sie in iTunes ziehen und künftig von dort aus starten. «Unter 'Erweitert' gibt es den Menüpunkt «Podcast abonnieren», da müssen Sie die URL eingeben», erklärt Georg Albrecht. Und wem der Sinn eher nach Gucken steht: Das Programm spielt auch Video-Podcasts und Filme in anderen Formaten ab.

Auf Updates achten
Egal ob iTunes allein als Oberfläche für die Musik auf dem Rechner oder als Multimedia-Zentrale genutzt wird: Es lohnt sich, regelmäßig für Updates zu sorgen: «Das sollte man machen, weil immer wieder mal etwas verbessert wird», sagt Frommherz. «Mit der Version 7 hat Apple eine völlig neue Benutzeroberfläche eingeführt», sagt Müller. Zu den jüngsten Veränderungen zählen die Unterstützung von AppleTV und des iPhones, das noch in diesem Jahr nach Deutschland kommen soll.

Aber auch Detailverbesserungen sind oft nützlich: So ordneten etwa frühere Versionen in der Musikbibliothek Bandnamen, die mit «The» beginnen, unter «T» ein, was die Suche erschwerte. Jetzt zählt das Wort hinter dem Artikel: «Die Fantatischen Vier finden Sie somit unter 'F' und nicht mehr unter 'D'», erläutert Müller von «Macwelt». Neue Hauptversionen, also Sprünge wie von iTunes 6 zu 7, gibt es etwa einmal pro Jahr. «Kleinere wie von Version 7.2 zu 7.3 kommen alle zwei Monate.» Dabei werden zum Beispiel kleine Fehler ausgebessert.

Die Software funktioniert nicht nur im Zusammenspiel mit dem iPod: «Es gibt für einige Player Plugins», sagt Müller. «Sie können aber nicht alle Dateien auf diese Player übertragen, zum Beispiel Musik aus dem iTunes-Store, die noch mit Kopierschutz versehen ist.»

Und iTunes lässt sich aufpeppen: «Es gibt viele zusätzliche Programme», sagt Frommherz. «Ich hab mir eines namens Gimmesometune geladen.» Es platziert sich in der Menüleiste und sucht etwa nach Cover-Bildern - über den Online-Versandhändler Amazon. «Wenn man will, blendet es auch Songtexte ein.» (Florian Oertel, dpa)