22.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Was er wohl von den Sicherheitslecks seines Lieblingsministeriums hält? George Bush im Department of Homeland Security
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Gehackt, gecrackt, voller Trojaner - ein US-Ministerium steht in der Kritik. Außerdem: Spionage-Satelliten im falschen Orbit, Kurioses bei Grimmes und ein deutscher Twitter-Klon im Ebay-Ramsch. Eine Woche im Internet. Montag Das Wired -Blog «Danger Room» berichtet, dass zwei amerikanische Spionage-Satelliten von einer Atlas V-Rakete in einer falschen Umlaufbahn abgesetzt wurden. Mehr im Internet: Wired-Blog National Reconnaissance Office Nun hoffe das verantwortliche National Reconnaissance Office, die Satelliten noch irgendwie in den richtigen Orbit bringen zu können. Dienstag Der in Düsseldorf ansässige Rechenzentren-Betreiber Mesh-Solutions macht in einer Presseerklärung darauf aufmerksam, dass die so genannten Colocations-Flächen in Deutschland so langsam knapp werden. Der Begriff Colocation bezeichnet die angemieteten räumlichen Kapazitäten für Server in Rechenzentren. Mehr im Internet: CH Internet Szene Aus London ist das Problem schon länger bekannt. Im Schweizer Weblog CH Internet Szene war bereits im Dezember 2006 über die Situation in der britischen Hauptstadt zu lesen: «Man sieht einige Hürden kommen. So wird der Strombedarf immer größer. Noch kritischer scheit mir allerdings, dass die bestehenden Datacenter teilweise bis unters Dach gefüllt sind.» Auch in Zürich gebe es nur noch wenige ungenutzte Colocation-Flächen, schloss Autor Fredy Künzler damals. Von Deutschland hingegen war keine Rede. Das scheint sich nun geändert zu haben. Als Gründe gibt Mesh-Solutions «die wachsende Zahl der Internet-Nutzer und höhere Datenberge» an. «Wir werden jetzt aber nicht den Fehler begehen, die Situation auszunutzen und unsere Kunden durch eine überzogene Preispolitik zu verprellen, sondern weiterhin stets nach preisgerechten Lösungen suchen», erklärt Mesh-Manager Alexander Wolff in der Presseerklärung - und kündigt eine Preiserhöhung an. Mittwoch Nach vielen Pannen geht die Vergabe der Preise beim Grimme Online Award dann doch noch einigermaßen glatt über die Bühne. Mehr im Internet: Grimme Online Award Stefan Niggemeier Zuerst war das für den Award zuständige Adolf Grimme Institut in die Kritik geraten, weil einige Nachnominierungen erfolgten und sich unter den Nachnominierten ein Kandidat befand, der zuvor in der Jury saß. Er trat dann zwar als Juror zurück, erhielt aber tatsächlich einen Preis: Mario Sixtus für seinen Videocast «Elektrischer Reporter». Ausgezeichnet wurde auch das Tagesschau-Blog, für das Alexander Svenson gelegentlich schreibt. Svenson war Mitglied der Nominierungskommission. Dann wurden die Ergebnisse auch noch 24 Sunden zu früh auf der Website des Instituts veröffentlicht und seither geht die Rede vom Grimme Pannen Award um. Man muss sich nicht an den in vielen Blogs geäußerten Gerüchten über Mauscheleien oder eine Verschwörung beteiligen. Der «Elektrische Reporter» gehört in der deutschsprachigen Blogszene ebenso zur ersten Wahl wie das Tagesschau-Blog. Doch die Häufung an Fehlern gibt dem Ganzen etwas enorm Unwürdiges. Das hat auch der prämierte Blogger Stefan Niggemeier erkannt. In seinem Weblog überlegte er öffentlich, ob er den Preis überhaupt in Empfang nehmen will. Nach einigen Hin und Hers sowie vielen Pro- und Contra-Argumenten entschied er sich schließlich für die Annahme. Das ist sein gutes Recht, es hätte nur nicht so viele Worte dafür gebraucht. Niggemeier war schon mal überzeugender. Das hat er mit fast allen anderen gemeinsam, die beim diesjährigen Preis-Spektakel mitgewirkt haben. Sei's drum - der Grimme Online Award 2008 kann nur besser werden. Donnerstag Die amerikanische Wochenzeitung Information Week berichtet von einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus, bei der am Mittwoch das vom US-Präsidenten George W. Bush so geliebte Ministerium für Innere Sicherheit (Department of Homeland Security) in die Mangel genommen wurde. Mehr im Internet: Department of Homeland Security Committee on Homeland Security Zur Erinnerung: Die US-Regierung installierte das so genannte Department of Homeland Security als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001. Mit Sondervollmachten ausgestattet sollte sich das Ministerium um den Schutz Amerikas vor weiterem Terror bemühen. Einige seiner Ergebnisse kamen nun in der Anhörung mit dem etwas umständlichen, aber vielsagenden Titel «Hacking the Homeland: Investigating Cyber-Security Vulnerabilities at the Department of Homeland Security» im Repräsentantenhaus zur Sprache: Allein in den beiden Jahren 2005 und 2006 wurde das Ministerium zum Schauplatz von 844 so genannten «cybersecurity incidents». Soll heißen, in 730 Tagen zeigte sich die Technik 844 mal anfällig für Online-Störungen. Als da sind: Von massenhaft Trojanern und Viren verseuchte Rechner, die von außen ganz oder teilweise bedient werden konnten; die Installation von Data-Mining-Setups, ohne sie gegen Zugriffe nicht autorisierter Benutzer abzusichern; über unsichere Kanäle verschickte E-Mails; Regierungswebsites, die ganz oder teilweise gehackt oder zeitweise von Crackern übernommen wurden; interne Informationen, auf die Dritte zugreifen konnten; nicht autorisierte Zugriffe auf die Systeme des Außen- und Handelsministerium, da diese mit dem Heimatschutzministerium vernetzt sind. Kurz: Die Computer und Netzwerke eines für die US-Sicherheit zentralen Ministeriums waren in den Jahren 2005 und 2006 alles andere als sicher. Heimatschutzminister Michael Chertoff blieb der Anhörung fern. Freitag
MontagDas
Wired-Blog «Danger Room» berichtet, dass zwei amerikanische Spionage-Satelliten von einer Atlas V-Rakete in einer falschen Umlaufbahn abgesetzt wurden.
Nun hoffe das verantwortliche National Reconnaissance Office, die Satelliten noch irgendwie in den richtigen Orbit bringen zu können.
DienstagDer in Düsseldorf ansässige Rechenzentren-Betreiber Mesh-Solutions macht in einer Presseerklärung darauf aufmerksam, dass die so genannten Colocations-Flächen in Deutschland so langsam knapp werden. Der Begriff Colocation bezeichnet die angemieteten räumlichen Kapazitäten für Server in Rechenzentren.
Aus London ist das Problem schon länger bekannt. Im Schweizer Weblog CH Internet Szene war bereits im Dezember 2006 über die Situation in der britischen Hauptstadt zu lesen: «Man sieht einige Hürden kommen. So wird der Strombedarf immer größer. Noch kritischer scheit mir allerdings, dass die bestehenden Datacenter teilweise bis unters Dach gefüllt sind.» Auch in Zürich gebe es nur noch wenige ungenutzte Colocation-Flächen, schloss Autor Fredy Künzler damals. Von Deutschland hingegen war keine Rede.
Das scheint sich nun geändert zu haben. Als Gründe gibt Mesh-Solutions «die wachsende Zahl der Internet-Nutzer und höhere Datenberge» an. «Wir werden jetzt aber nicht den Fehler begehen, die Situation auszunutzen und unsere Kunden durch eine überzogene Preispolitik zu verprellen, sondern weiterhin stets nach preisgerechten Lösungen suchen», erklärt Mesh-Manager Alexander Wolff in der Presseerklärung - und kündigt eine Preiserhöhung an.
MittwochNach vielen Pannen geht die Vergabe der Preise beim Grimme Online Award dann doch noch einigermaßen glatt über die Bühne.
Zuerst war das für den Award zuständige Adolf Grimme Institut in die Kritik geraten, weil einige Nachnominierungen erfolgten und sich unter den Nachnominierten ein Kandidat befand, der zuvor in der Jury saß. Er trat dann zwar als Juror zurück, erhielt aber tatsächlich einen Preis: Mario Sixtus für seinen Videocast «Elektrischer Reporter». Ausgezeichnet wurde auch das Tagesschau-Blog, für das Alexander Svenson gelegentlich schreibt. Svenson war Mitglied der Nominierungskommission.
Dann wurden die Ergebnisse auch noch 24 Sunden zu früh auf der Website des Instituts veröffentlicht und seither geht die Rede vom Grimme Pannen Award um.
Man muss sich nicht an den in vielen Blogs geäußerten Gerüchten über Mauscheleien oder eine Verschwörung beteiligen. Der «Elektrische Reporter» gehört in der deutschsprachigen Blogszene ebenso zur ersten Wahl wie das Tagesschau-Blog. Doch die Häufung an Fehlern gibt dem Ganzen etwas enorm Unwürdiges.
Das hat auch der prämierte Blogger Stefan Niggemeier erkannt. In seinem Weblog überlegte er öffentlich, ob er den Preis überhaupt in Empfang nehmen will. Nach einigen Hin und Hers sowie vielen Pro- und Contra-Argumenten entschied er sich schließlich für die Annahme. Das ist sein gutes Recht, es hätte nur nicht so viele Worte dafür gebraucht.
Niggemeier war schon mal überzeugender. Das hat er mit fast allen anderen gemeinsam, die beim diesjährigen Preis-Spektakel mitgewirkt haben. Sei's drum - der Grimme Online Award 2008 kann nur besser werden.
DonnerstagDie amerikanische Wochenzeitung
Information Week berichtet von einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus, bei der am Mittwoch das vom US-Präsidenten George W. Bush so geliebte Ministerium für Innere Sicherheit (Department of Homeland Security) in die Mangel genommen wurde.
Zur Erinnerung: Die US-Regierung installierte das so genannte Department of Homeland Security als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001. Mit Sondervollmachten ausgestattet sollte sich das Ministerium um den Schutz Amerikas vor weiterem Terror bemühen.
Einige seiner Ergebnisse kamen nun in der Anhörung mit dem etwas umständlichen, aber vielsagenden Titel «Hacking the Homeland: Investigating Cyber-Security Vulnerabilities at the Department of Homeland Security» im Repräsentantenhaus zur Sprache: Allein in den beiden Jahren 2005 und 2006 wurde das Ministerium zum Schauplatz von 844 so genannten «cybersecurity incidents». Soll heißen, in 730 Tagen zeigte sich die Technik 844 mal anfällig für Online-Störungen.
Als da sind: Von massenhaft Trojanern und Viren verseuchte Rechner, die von außen ganz oder teilweise bedient werden konnten; die Installation von Data-Mining-Setups, ohne sie gegen Zugriffe nicht autorisierter Benutzer abzusichern; über unsichere Kanäle verschickte E-Mails; Regierungswebsites, die ganz oder teilweise gehackt oder zeitweise von Crackern übernommen wurden; interne Informationen, auf die Dritte zugreifen konnten; nicht autorisierte Zugriffe auf die Systeme des Außen- und Handelsministerium, da diese mit dem Heimatschutzministerium vernetzt sind.
Kurz: Die Computer und Netzwerke eines für die US-Sicherheit zentralen Ministeriums waren in den Jahren 2005 und 2006 alles andere als sicher. Heimatschutzminister Michael Chertoff blieb der Anhörung fern.
FreitagDie «Twitter»-Woche auf Netzeitung.de geht zu Ende. Am Mittwoch haben wir hier den großen Test gemacht. Wir fragten: Was ist Twitter? Wie funktionieren solche Anwendungen in Deutschland? Sind Twitter und seine deutschsprachigen Abwandlungen dolle Dinger oder handelt es sich nur um langweiligen Mist?
Eine indirekte Antwort auf all diese Fragen gibt derzeit eine Ebay-Auktion mit der Nummer 110141009440. Dort wird gerade Dukudu.de versteigert, einer der unzähligen deutschen Twitter-Klone. Die Besitzer meinen, allein die Entwicklung von Dukudu habe 25.000 Euro gekostet. Das Höchstgebot stand am Freitagmittag bei 15.000 Euro - inklusive Mehrwertsteuer. Bisher wurden 34 Gebote abgegeben, das Angebot endet in knapp fünf Tagen.
Wer unbedingt einen Twitter-Klon besitzen möchte, greife also rasch zu. Billiger wird es jedenfalls nicht mehr.