netzeitung.deÄrzte wollen Memory-Sticks für Patienten

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Legitime Kritik oder durchsichtiger Protest? Ein Arzt prangert die Gesundheitskarte an (Foto: Bernd Thissen dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Legitime Kritik oder durchsichtiger Protest? Ein Arzt prangert die Gesundheitskarte an
Foto: Bernd Thissen dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mitten in der Testphase gerät die geplante Gesundheitskarte in die Kritik. Der Marburger Bund warnt: Datenmissbrauch sei nicht auszuschließen, Zahlendreher könnten enorme Folgen haben.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat vor der flächendeckenden Einführung der in mehreren Testregionen erprobten elektronischen Gesundheitskarte gewarnt. «Bei niedergelassenen Ärzten ist die Skepsis schon groß, bei Ärzten in den Kliniken wächst sie deutlich», sagte Hauptgeschäftsführer Armin Ehl dem Magazin «Focus».

Versicherer und Arbeitgeber könnten möglicherweise Gründe finden, um Zugriff auf Krankengeschichte, Fehlzeiten oder genetische Eigenschaften zu erlangen. Ein Datenmissbrauch sei nicht auszuschließen, das Vertrauen der Patienten werde gestört.

Die Einführung der Karte, die wegen technischer Schwierigkeiten erheblich hinter dem Zeitplan herhinkt, sorgt seit Monaten für Unmut in der Ärzteschaft. Auch Christiane Groß von der Ärztekammer Nordrhein warnte: «Bei der elektronischen Speicherung kann ein Zahlendreher in Diagnosen enorme Folgen haben.»

Für sie gebe es nur eine sinnvolle Art, persönliche Daten und Computertechnik zu verbinden: «Man kann dem Patienten die Daten auch elektronisch mitgeben, etwa auf einem Memory-Stick oder einer CD.»

Derweil rufen in den Testregionen Heilbronn und Wolfsburg laut «Focus» Ärzteverbände zum Widerstand gegen die Einführung der Gesundheitskarte auf. In der Region Ingolstadt verzögere sich zudem die Einführung der Testkarten. (AP)