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266 neue Porno-Seiten pro Tag

15. Jun 2007 16:03, ergänzt 16:46
Typische Besucher einschlägiger Seiten? Darsteller einschlägiger Filme?
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Fast 30.000 Surfer sind pro Sekunde auf Porno-Seiten unterwegs. Flickr.de dagegen zensiert fast alles, was nackt ist. Beobachtungen aus einer Woche im Internet.

Montag

Der öffentlich-rechtliche Sender Phoenix stellt anlässlich seines zehnten Geburtstags die so genannte Phoenix-Bibliothek im Internet bereit: «Der Zuschauer findet hier die Programmhöhepunkte aus ebendiesen vergangenen zehn Jahren Phoenix als Abruf-Fernsehen zeitunabhängig zur Verfügung», schreibt der Sender in ungewohnt umständlichem Deutsch.

Mehr in der Netzeitung:
Die Suche nach konkreten Daten ist ebenso möglich wie die Suche nach einzelnen Themen. Wer will, kann sich hier die berühmte «Berliner Ruck-Rede» des einstigen Bundespräsidenten Roman Herzog downloaden, sich Gerhard Schröders Attacken auf die Medien am Abend der letzten Bundestagswahl noch einmal ansehen oder sich mit einer vierteiligen Serie die Anschläge des 11. September 2001 ins Gedächtnis zurückrufen.

Neun von zehn Beiträgen beschäftigen sich mit Politik, daneben sind aber auch Themen wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 oder die Wahl von Papst Benedikt XVI. zu finden. Einfach mal reinklicken.

Dienstag

Einige deutschsprachige Weblogs verlinken auf ein Video, das im Porno-Stil über Pornografie im Internet aufklärt. Der kleine Film ist schon ein wenig älter, wurde vom kalifornischen Good Magazine produziert und präsentiert auf höchst unterhaltsame Weise Zahlen, Daten und Fakten über die Internet-Porno-Industrie.

Mehr im Internet:
Demnach haben zwölf Prozent aller Webseiten pornografische Inhalte. Jeder vierte in eine Suchmaschine eingegebene Begriff hat etwas mit Pornos zu tun. Bei 35 Prozent aller Internet-Downloads werden Porno-Inhalte transportiert. Jeden Tag gehen 266 neue Porno-Seiten online.

28.258 Surfer sind auf Porno-Seiten unterwegs - pro Sekunde. Ebenfalls pro Sekunde werden im Durchschnitt 89 US-Dollar für Online-Pornos ausgegeben. Das brachte der US-Pornoindustrie, die fast 90 Prozent aller Seiten betreibt, im Jahr 2006 einen Verdienst von 2,84 Milliarden Dollar. Davon und von einigem mehr erzählt das Video. Übrigens ohne Worte.

Mittwoch

Schön: Das zu Yahoo gehörende US-Fotoportal Flickr gibt es seit kurzer Zeit auch auf Deutsch. Unschön: Viele Fotos, die nackte Haut oder etwas anderes zeigen, was irgendwie anstößig sein könnte, bleiben gesperrt. Der Anbieter befürchet, gegen geltende deutsche Gesetze zu verstoßen. In den meisten anderen Staaten sind alle Flickr-Bilder für User verfügbar.

Mehr im Internet:
Den deutschen Flickr-Nutzern reicht es nun. In zahlreichen Foren und Weblogs machen sie gegen die deutsche Variante des Dienstes mobil. Online-Petitionen werden unterschrieben, Anti-Flickr-Slogans und -Logos zirkulieren im Netz, die eigenen Fotos werden aus dem Bilderdienst exportiert und woanders gesichert, Accounts werden massenhaft geündigt. Schlägt jetzt die Stunde der deutschen Flickr-Klone?

Donnerstag

Seit Tagen steigen die Nutzerzahlen des Musiktauschdienstes und sozialen Netzwerks iLike rasant an: Die Betreiber vermelden eine Million neue User pro Woche. Der Grund dafür ist einfach zu finden. Facebook, eine der in den englischsprachigen Ländern größten Internetplattformen für Social Networks und noch dazu kostenlos, öffnete sich anderen Anbietern gegenüber. Und iLike hat sich dort schnell integriert.

ILike bietet Usern eine große Bandbreite an Musik. Je mehr Freunde man dort gewinnt, desto besser wird die Auswahl. Eigene Vorlieben können gelistet werden, Nutzer mit ähnlichen Interessen werden übersichtlich und oft mit Foto angezeigt. Schon interessant, wer dort so alles meine seltsame Kombination aus Bluenote-Jazz, Punk und abseitigem Pop teilt. Einige Australier, eine Kanadierin, viele Amis. Auch Johnny Haeusler, Spreeblick-Blogger, blickt mich von meiner iLike-Profilseite an und sagt: «Ick bün al dor!»

Freitag

Das Wort zum Wochenende soll diesmal der estnische Blogger Larko haben. In seinem englischsprachigen Blog - er betreibt auch noch je eins auf Estnisch, Schwedisch und Finnisch - berichtete er am Freitag über ein Debakel, das derzeit das finnische Parlament erlebt.

Mehr im Internet:
Ein nagelneues, für die Abgeordneten entwickeltes elektronisches Abstimmungssystem kann voraussichtlich erst in einem Jahr in Betrieb genommen werden. Tester kamen zu dem Ergebnis, dass das System zusammenbricht, wenn mehrere Parlamentarier es gleichzeitig oder kurz hintereinander zur Abgabe ihrer Stimme nutzen wollen. «Ich hoffe, dass das alte System mittlerweile nicht verschrottet wurde», schließt Larko seinen Bericht.
 
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