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Kleine «taz.de» mit Riesenbild

14. Jun 2007 13:18
Bananen als Lockmittel - 'taz'-Online vom Donnerstag
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Die «taz» hat einen neuen Internetauftritt: Außen schwarz, innen bunt, spaltenarm und nur ein wenig unübersichtlich. Die Seite kann sich sehen lassen, meint Maik Söhler.

Für das Frühjahr war er angekündigt, seit Donnerstagfrüh 0:56 Uhr ist er da: der Relaunch der «taz»-Internetseite.

Zuerst einmal fällt einem der schwarze Rahmen auf, in den das Logo und ein kurzes Editorial integriert sind. Dass auch die rechts am Rand stehende große Online-Anzeige eines Computerherstellers in schwarz daherkommt, mag Zufall sein, gibt dem Ganzen dann aber doch den Charakter einer Traueranzeige. Oops, plötzlich rückt die Anzeige nach ganz oben. Sieht schon besser aus.

Mehr in der Netzeitung:
  • Altpapier vom Donnerstag 14. Jun 2007 09:41, ergänzt 10:51
  • Im Editorial schreibt Matthias Urbach, der Leiter von «taz.de»: «Wir haben taz.de zugleich beschleunigt und entschleunigt. Die Artikel der Autorinnen und Autoren der tageszeitung werden nun in der Regel schon online gestellt, sobald sie geschrieben sind - und nicht wie bislang erst spät abends, wenn die Zeitung in den Druck geht.»

    Beschleunigen und entschleunigen

    Weil das wohl einigen zu schnell geht, sollen so genannte «entschleunigte» Ressorts wie Große Fragen, Konsum, Film, Musik, Buch und Künste für einen Ausgleich sorgen. Um im Bild zu bleiben: Aktuelle Nachrichten und Berichte fahren jetzt in der Formel 1, Kultur und Debatten sind für den Boxenstop zuständig. Nun gut, warum nicht.

    Auch andere Ressorts wurden umstrukturiert. «Ganz oben unter dem schwarzen taz.de-Riegel finden Sie nun die Navigation. Mit der Start-Seite und den Rubriken Politik, Zukunft, Debatte, Leben, Sport und Wahrheit», ist im Editorial zu lesen. Wie jetzt? Vorhin hieß es doch noch, Debatte laufe nun unter Große Fragen.

    Egal, weiter, wir sind jetzt gerade beschleunigt. Entschleunigung kommt später. Ein großes Aufmacherbild aus den palästinensischen Gebieten, darunter - passend zu den jeweiligen Texten - mehrere kleine Bilder. Das große Bild wunderbar groß, sehr schön, dass das mal jemand macht. Die kleinen aber viel zu klein. Ist das ein chinesisches Mensafoto neben dem Artikel über Yahoo? Nein, wenn man draufklickt, erkennt man, dass es Compter-Nutzer sind.

    Leitet 'taz.de': Matthias Urbach
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    Voting für den Frieden

    Im oberen Bereich ist der Seitenaufbau zweispaltig, unten wird er dreispaltig. Beides sieht für sich genommen gut aus. Nur der Übergang verwirrt, zumal dort ein leicht huschiger Anzeigenblock reingequetscht wurde, der die Teaser für «Porträt» und «Reportage» zusammenstaucht.

    Neu ist die Voting-Funktion in der Mitte der Seite. Heute wird gefragt: «Soll die Uno eine Friedenstruppe in den Gazastreifen entsenden?» - «Ja» - «Nein» - «Abstimmen». So leicht kann Politik sein. Dabei hat sich Kommentatorin Susanne Knaul, von der auch ein kleines Foto gezeigt wird, weiter oben so viel Mühe gegeben, beim derzeitigen innerpalästinensischen Konflikt zu differenzieren.

    Mehr im Internet:
    «Orientierung auf einen Blick» will die neue «taz.de»-Seite geben und das gelingt ihr trotz einiger Widersprüche auch ganz gut. Der Online-Auftritt soll Artikel aus den Bereichen Wissen, Internet und Konsum enthalten, die nicht in der gedruckten Zeitung zu finden sind. Umgekehrt soll nicht jede Printmeldung auch online veröffentlicht werden. Nicht schlecht, nur der Internetredakteur der Papier-«taz» dürfte sich ärgern, wenn die Online-Kollegen immer die besseren Geschichten übers Netz haben.

    Nun entschleunigen wir mal wieder und freuen uns, dass Toms Cartoons so weit oben auf der Seite zu finden sind, dass die Wahrheit immer noch ein eigenes Ressort ist und nicht auf die Rennstrecke geschickt wurde und dass die überwiegend unterhaltsamen «taz»-Blogs den Relaunch unbeschadet überstanden haben.

    Vor gut zwölf Jahren ging die «taz» als erste überregionale Tageszeitung Deutschland ins Netz. Das war ein Coup. Damit kann der Relaunch von heute nicht mithalten. Sehen lassen kann er sich aber allemal.

     
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