22. Mai 2007 09:10
Lara Croft ist die berühmteste und beliebteste Action-Heldin im Computerspiel-Universum. Und das auch noch nach zehn Jahren.
Allein in der Bundesrepublik ist der weibliche Indiana Jones laut einer Umfrage bei mehr als 90 Prozent der Bevölkerung bekannt und vor allem bei Männern sehr beliebt. Im zehnten Jahr ihres Bestehens soll im Juni ein Remake des ersten Teils von «Tomb Raider» auf den Markt kommen.«Lara Croft ist ein ganz dicker Brummer unter den Computer-Spielen», sagt Frank Surholt der Nachrichtenagentur AP. Der Chefredakteur der Zeitschrift «Computer Bild Spiele» ist sich sicher: «Sie ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten Figuren in der Welt der PC-Games.» Mit ihren weiblichen Attributen eigentlich in erster Line für Männer programmiert, habe sie überraschend auch Frauen angesprochen und damit eine Wende eingeleitet. Bis dahin war Computerspielen in erster Linie etwas für Jungs.
Das Abenteuer von Lara Croft begann 1995 im englischen Derby. Designer Toby Gard von Core Design macht sich auf die Suche nach einem für die damalige Spielewelt völlig neuartigen Charakter. Glaubwürdig sollte er sein, menschlich, geschickt und stark. Vor allem aber sollte sich die Figur grazil und akrobatisch durch detailgetreue Umgebungen bewegen können, vom Spieler gesteuert aus einer Dritte-Person-Perspektive. Als Gard erkannte, dass kein männlicher Charakter diese Rolle würde ausfüllen können, entwickelte er mit Lara Croft eine Cyberlady in Top, Shorts, mit zwei Pistolen und kniehohen Kampfstiefeln. «Eine weibliche Actionheldin hatte es bis dahin noch nicht gegeben», sagt Surholt: «Das war eine Revolution.» Croft hat in zehn Jahren als unerschrockene Forscherin, die sich durch absolut nichts vom Erreichen ihrer Ziele abhalten lässt, Millionen Spieler und Kinobesucher begeistert. Auf der Suche nach einem mythischen Artefakt überwindet sie Hindernisse, besiegt unterschiedlichste Arten von Gegnern, entdeckt Geheimnisse, löst Rätsel und rettet schließlich die Menschheit.