18.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Ego-Shooter: In Stimmung geschossen?
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Soweit bekannt, hatte der jüngste Amoklauf nichts mit Computerspielen zu tun. Der Chef des Kriminologischen Instituts bringt sich trotzdem mit neuen Verbotsforderungen ins Gespräch.
Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, nutzt den aktuellen Fall eines Amoklaufes im US-Staat Virginia, um ein Werbe- und Verkaufsverbot für Killerspiele zu fordern. Sorge bereite ihm, dass sich vor allem männliche Jugendliche durch Computerspiele «systematisch desensibilisieren». Die Mehrheit der jüngeren Amokläufer habe «sich erst am Computer in Stimmung geschossen». Nach allem, was bekannt ist, trifft dies auf den südkoreanischen Amokschützen der Universität von Blacksburg nicht zu.
Nach der Notwendigkeit schärferer Waffengesetze gefragt, lobte Pfeiffer im Gespräch mit der «Passauer Neuen Presse» das deutsche Waffenrecht, stellt aber klar: «Ein Totalschutz ist nicht erreichbar. Wer töten will, wird es immer schaffen, an Waffen heranzukommen.» Für ihn ist hier zu Lande ein anderes Thema in diesem Zusammenhang wichtiger: ein Werbe- und Verkaufsverbot für Killerspiele.
Als Beispiel für ein Spiel mit extremen Gewaltexzessen führt Pfeiffer das Spiel «Der Pate» nach Vorbild des Filmes von Francis Ford Coppola an, dabei werde «aggressives Töten mit Punkten belohnt». Hier bedürfe es eines strafrechtlichen Verbots. Eine Jugendfreigabe hat das Spiel von der USK nicht erhalten, darf also nur an Erwachsene verkauft werden. (Golem.de/nz)